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Das Krankenzimmer in der offenen Frauen-Forensik in der Taufkirchener Klinik wurde ein Raub der Flammen. Die damalige Bewohnerin steht kommende Woche vor Gericht.

Prozess vor dem Landgericht Landshut

Psychiatrie-Patientin zündet Zimmer an

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Feuerwehren aus dem halben Landkreis Erding rasten am 8. August vorigen Jahres nach Taufkirchen. In der Frauen-Forensik war ein Feuer ausgebrochen. Bald steht die Brandstifterin vor Gericht. Sie soll jedoch schuldunfähig sein.

Taufkirchen/Landshut - Es war ein sonniger Sommermorgen, als kurz vor 10 Uhr die Integrierte Leitstelle Erding Großalarm auslöste: Flammen im Isar-Amper-Klinikum Taufkirchen. Die Feuerwehren kennen den Weg zur Bräuhausstraße. Denn immer wieder kommen von dort Brandmeldungen. Meist sind es Fehlarme.

Doch an besagtem Morgen nicht. Aus Haus 4, der offenen Frauen-Forensik, drang dichter Qualm. Unter Atemschutz drangen die Einsatzkräfte ins Gebäude ein. Sie stießen auf ein Zimmer, in dem die Flammen unheilvoll gewütet hatten. Das Interieur war zerstört, durch die enorme Hitze der Putz von der Wand gebröckelt. Der Schaden betrug rund 30 000 Euro. Alle kamen wie durch ein Wunder unverletzt davon.

Bei der Suche nach der Ursache stießen der Fahnder der Kripo Erding schnell auf eine heute 38 Jahre alte Frau, die zu dieser Zeit Patientin in Taufkirchen war.

Die Ermittlungen ergaben, dass die Frau alleine in ihrem Zimmer war. Sie soll mit einem Feuerzeug das Bett in Brand gesteckt haben. Danach lief sie in den Garten.

Die Frau lebt bis heute in der Psychiatrie. Am Freitag, 13. Oktober, muss sie sich vor der 6. Strafkammer des Landgerichts Landshut verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen Schwerer Brandstiftung angeklagt. Dem Schöffengericht steht Richter Ralph Reiter vor, der zuletzt den Erdinger Frauenarzt Prof. Dr. Michael B. in einem zweiten Prozess zu mehreren Jahren Haft wegen der Tötung seiner Gattin verurteilt hatte.

Schwere Brandstiftung wird der 38-Jährigen deswegen vorgeworfen, weil sich zum Tatzeitpunkt mehrere Personen in dem Trakt aufgehalten hatten, etwa 50 Patienten und Pfleger. Sie konnten sich allesamt rechtzeitig in Sicherheit bringen. Wie berichtet, hatte auch das Personal schnell reagiert und damit Schlimmeres verhindert.

Dass die Frau ins Gefängnis muss, ist unwahrscheinlich. Nach Informationen unserer Zeitung soll sie zur Tatzeit aufgrund ihrer Erkrankung nicht schuldfähig gewesen sein. Wird sie verurteilt, wird sie weiter in der Psychiatrie bleiben müssen.

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