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Eine Gebärde für Inklusion...

Leitlinien-Beschluss

Puschmann: Inklusion ist Mammutaufgabe

Der Gemeinderat hat die Leitlinien für eine inklusive Gemeinde beschlossen. Niemand mehr, ob behindert, krank, alt oder Asylbewerber, soll ausgegrenzt werden,

Von Birgit Lang

Taufkirchen – „Die Gemeinde Taufkirchen ist schon weit voran bei der Inklusion, nicht bloß beim Erarbeiten von diversen Broschüren, sondern auch beim Handeln.“ Dieses Fazit hat CSU-Gemeinderätin Anneliese Mayer bei der Sitzung am Dienstagabend gezogen. Fraktionskollege, Vizebürgermeister Christoph Puschmann, betonte, jeder Taufkirchener müsse sich ein stückweit mit der Inklusion identifizieren, sie verinnerlichen und leben. „Das ist eine Mammutaufgabe.“

Treibende Kraft bei der Inklusion ist Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU). Ihm ist es persönlich ein großes Anliegen, die Inklusion in den Köpfen zu verankern. Hofstetter plädierte dafür, den Columbus Achter und die Arbeitskreise Kultur, Umwelt, 50plus und den Jugendbeirat in das Forum Inklusion einzubinden. Dies wurde vom Gemeinderat ebenfalls einstimmig beschlossen.

Zuvor hatten die Verantwortlichen der sieben Handlungsfelder über den Fortschritt ihrer Gruppen berichtet. Im Bereich Bildung und Erziehung sei schon viel initiiert worden, sagte Mittelschulrektor Adi Geier. Entwicklungspotential sieht er vor allem beim Vernetzen verschiedenster Einrichtungen. In der Mittelschule gebe es schon viele Kontakte, eine Übergangsklasse für Migranten und Förderlehrer, Berufsberater oder Legasthenietrainer. Sie würden Migranten und Schülern mit Defiziten zur Verfügung stehen.

Im Handlungsfeld Arbeitswelt habe man sich mehrmals mit diversen Unternehmen getroffen, erklärte Katharina Gaigl. Um den Einstieg ins Berufsleben zu verbessern, seien Bezugspersonen, Patenschaften, aber auch Fahrdienste oder sogar das Bezahlen des Führerscheins angedacht. Bewerbungstrainings und Beratungen gebe es bereits. SPD-Gemeinderätin Sosa Balderanou-Menexes forderte nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch für Migranten Deutschkurse. Gaigl konterte, dass die Deutschkurse oft „mager“ besucht seien.

Im Bereich Bauen, Wohnen, Verkehr wurde die Barrierefreiheit aller 31 öffentlichen Gebäude und im Verkehr geprüft, erklärte Günter Mayr. Es sei eine Prioritätenliste erstellt worden. Für Sehbehinderte sollen Bodenindikatoren eingerichtet und fünf Ampelanlagen mit akustischen und Lichtsignalen ausgestattet werden. FW-Rat Korbinian Empl regte an, die gepflasterten Gehwege mit einen anderen Belag zu versehen.

Fachkraft gegen die Vereinsamung

Wenig Rücklauf habe es bei einem Fragebogen zum Handlungsfeld Freizeit und Sport von den Vereinen gegeben, bedauerte Tanja Kroker. Dennoch werde es erstmals in Moosen ein inklusives Sportfest und inklusive Angebote beim Ferienprogramm geben. Bodo Gsedl sagte zum Bereich Kultur, dass er eine Kreativ-Veranstaltung Inklusion plane. Eine fahrende Gemeindeschwester sei im Bereich Gesundheit und Soziales angedacht, erklärte Martin Bauer. Diese Fachkraft sei auch Ansprechpartnerin, damit niemand daheim vereinsamen müssen.

Christian Aigner verwies im Handlungsfeld Öffentliches Leben und Mobilität auf die Ehrenamtskoordinatorin. Auch sollten Piktogramme installiert werden, die Menschen mit wenig oder keinen Deutschkenntnissen helfen würden. Einstiegshilfen im Nichtschwimmerbecken im Waldbad sowie einen Gemeindebus gebe es schon.

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