Tote Fische mit aufgeblähtem Bauch hingen in der Vils in Moosen in den Teichrosen fest.
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Tote Fische mit aufgeblähtem Bauch hingen in der Vils in Moosen in den Teichrosen fest.

„Alles noch Spekulation“

Mysteriöser Vorfall in der Vils: Tote Fische geben Rätsel auf - Experten tappen im Dunkeln

Das Wasserwirtschaftsamt wertet Proben aus - und kann bisher über die Ursachen des Fischsterbens in der Vils nur spekulieren.

Moosen – Ein Spaziergang entlang der Vils bei Moosen ist sehr beliebt. Aber in den vergangenen fünf Tagen bot sich den Spaziergängern und Freizeitsportlern ein schrecklicher Anblick: Viele tote Fische mit aufgeblähtem Bauch hingen in den Teichrosen fest. Über die Tage verbreitete sich auch ein unangenehmer Geruch. Mehrfach wurden die Polizei Dorfen und das Wasserwirtschaftsamt (WWA) München angerufen. „Wir wissen noch nichts Genaues. Es ist alles noch Spekulation“, sagt Thomas Schiesl von der Gewässeraufsicht des WWA.

Mysteriöses Fischsterben in der Vils: Tiere mit aufgeblähten Bäuchen hängen in Teichrosen - Krankheit nicht ausgeschlossen

Er hat vor Ort den mysteriösen Vorfall vom Einlauf des Mühlmoosbaches auf Höhe Bogensdorf bis zum Wehr bei Siebmühle inspiziert, Wasser- und Fischproben entnommen. Diese seien gerade im Landesamt für Umwelt in Augsburg. Dort würden sie von Spezialisten untersucht, die die Todesursache ermitteln würden. Die Fische würden relativ schnell im Gewässer verwesen, deshalb der Geruch. Es seien aber augenscheinlich noch gesunde Fische in der Vils, sagt er.

Es könne sich durchaus um eine Krankheit handeln, meint er, zum Beispiel um die Fleckenseuche des Süßwasserfisches. Denn es seien nur Weißfische wie Brachsen, Rotaugen oder Nasen vom Tod betroffen, das sei ein Hinweis auf eine Krankheit. Schwächere würden zuerst sterben, so der Experte.

Es würden alle möglichen Ursachen untersucht, auch ob Schadstoffe wie Gülle, Silage oder häusliche Abfälle eingeleitet worden seien. Aber darauf konnte bis dato noch kein Hinweis gefunden werden.

Tote Fische in der Vils: Alle möglichen Ursachen untersucht - Bisher keine Hinweise gefunden

Auch die Untersuchungen des Landratsamtes Erding in diese Richtung seien ergebnislos geblieben. Bei Einleitung etwa von Gülle würden die Fische an Sauerstoffmangel den Erstickungstod sterben, die empfindlichen Fische als erste, das wären beispielsweise Forellen, erklärt Schiesl. Wäre dies der Fall, würden sie auch alle plötzlich sterben. So wie sich der Fall gestalte, ziehe sich das Fischsterben aber über einen längeren Zeitraum hin. In Isen werde aktuell ein ähnlicher Vorgang untersucht, so Schiesl. Er hofft auf Ergebnisse für den Moosener Vorfall noch in dieser Woche.

Vom Fischsterben sind auch die Bezirksfischer Dorfen betroffen. Denn dieser Bereich der Vils zählt zu ihren Fischgewässern. Den Schaden kann Vorsitzender Sebastian Maier noch nicht beziffern. Hinzu kommt, dass die Vereinsmitglieder auch in der Pflicht seien, die toten Fische rauszuholen, sagt Harald Kratzel, Chef der Polizeiinspektion Dorfen. Auch seine Mitarbeiter seien vor Ort gewesen, um zu ermitteln. Sie hätten Fische für die Untersuchung sichergestellt. BIRGIT LANG

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