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Zeigen Flagge für Toleranz: Mia Eibl, Maximilian Hänle und Katja Wägner (vorne, v. r.) mit Pate Julian Wittmann und weiteren stolzen Schülern.

„Jeder Mensch ist unendlich wertvoll“

Auszeichung für Integrationsprojekte der Realschule Taufkirchen

Die Realschule Taufkirchen wurde für ihre verschiedenen Integrationsprojekte ausgezeichnet. Sie ist nun eine „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage.“

Taufkirchen – Die Realschule Taufkirchen ist nun auch Teil des bundesweiten Netzwerks „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Diese Auszeichnung überreichte Michael Schneider-Velho, Leiter des Bereiches politische Bildung der Landeshauptstadt München, am Freitag.

Mit zwei Projekten haben die Realschüler ein Signal gegen Ausgrenzung und für Akzeptanz von Menschen gesetzt, die anders sind und am Rande der Gesellschaft stehen – sei es, weil sie andere Wurzeln, eine dunklere Hautfarbe oder eine Behinderung haben.

„Die tun niemandem etwas“

Die Initiative zur Teilnahme am größten europäischen Schulnetzwerk gegen Rassismus geht auf die Schülermitverantwortung (SMV) zurück. „Schüler, die eine andere Muttersprache haben, können zurecht stolz auf ihre Wurzeln sein – egal, woher sie kommen, welche Hautfarbe oder Religion sie haben“, sagte die Achtklässlerin Mia Eibl auch im Namen ihrer Schülersprecher-Kollegen Katja Wänger und Maximilian Hänle.

Bei der ersten Aktion wurden im vergangenen Schuljahr junge Flüchtlinge zu Projekttagen eingeladen. „Schließlich ist es wichtig, die Menschen erst einmal kennenzulernen, bevor man über sie urteilt“, meinte Schülerin Antonia Castriciano. Sie hätten zwei schöne Tage miteinander verbracht. Und: „Angst braucht man vor den denen nicht haben“, fasste die Schülerin, die selbst italienische Wurzeln hat, die Erfahrungen zusammen: „Die tun niemandem etwas“, meinte sie.

„Nehmt alle, die anders sind, in der Gruppe auf“

Beim zweiten Projekt ging es um die fotografische Selbstdarstellung von Schülern, die anders sind: „Die einen anderen kulturellen Hintergrund haben oder gehandicapt sind“, erklärten Ria Singh und Barbara Kronseder. Um ihr Leben authentisch in Szene zu setzen, brachten die Teilnehmer landestypische Kleidung, Flaggen oder Instrumente mit. Dabei entstand eine Collage, ebenso heterogen, wie die Schulfamilie.

„Manche Schüler sind zu klein oder zu groß. Andere sind ärmer, nicht so klug oder gehandicapt – kein Grund für Ausgrenzung“, erklärte der Lengdorfer Kabarettist Julian Wittmann, der Pate der Aktion ist. „Nehmt alle, die anders sind, in der Gruppe auf, statt sie zu ignorieren oder gar zu mobben“.

130 Schulen ohne Rassismus

Egal ob religiös ausgedrückt, „Vor Gott sind alle Menschen gleich“, oder als Artikel 1 unserer Verfassung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – wichtig sei es, sich gegen Rassismus zu engagieren, erklärte Vize-Landrat Jakob Schwimmer. Immerhin hätten im Landkreis mittlerweile 25 Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. „Menschen aus 48 Nationen leben hier miteinander, die allesamt zum Wohlstand beitragen und zu uns gehören“, ergänzte Schwimmer.

„In Oberbayern gibt es mittlerweile 130 Schulen, die sich gegen Rassismus formiert haben“, sagte Schneider-Velho bei der Schildübergabe. „Jeder Mensch ist unendlich wertvoll.“ Dabei gehe es bei diesem Netzwerk nicht nur um Schüler mit Migrationshintergrund, sondern um „alle marginalisierten Jungen und Mädchen“.

Stolz auf die Realschüler zeigten sich Direktor Josef Hanslmaier und Bürgermeister Franz Hofstetter: „Weiter so“, meinten Schul- und Rathauschef schlicht. Und: „Steht auf, engagiert euch.“

Michaele Heske

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