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Bürgermeister Franz Hofstetter: „Das Straßenbauamt ist überfordert.“ 

Hofstetter rechnet mit Baubeginn „in Bälde“, kritisiert aber Straßenbauamt

Reichlich Nebel über Taufkirchener B 388-Umfahrung

„Die Grundstücksverhandlungen für die B 388-Umfahrung Taufkirchen sind auf einem guten Weg.“ Das sei zumindest sein Kenntnisstand, erklärt Bürgermeister Franz Hofstetter in einem Pressegespräch. Er rechnet mit einem Baubeginn „in Bälde“. Ein genaues Datum sei ihm vom Straßenbauamt München aber nicht genannt worden.

Taufkirchen – Betroffene der neuen Straße äußern sich indes anders. Einige Landwirte kritisieren, noch kein einziges Mal vom Straßenbauamt angesprochen worden zu sein. Es sei auch noch kein Ersatzgrund angeboten worden. Nur die Gerüchte brodelten, wer was bekommen soll.

Hofstetter kann und will zu diesen Beschwerden nicht Stellung nehmen. Die Gemeinde habe sich in den vergangenen Jahren mächtig ins Zeug gelegt, um Ersatzland für alle Betroffenen zu kaufen. 44 Hektar habe sie dem staatlichen Bauamt zur Verfügung gestellt. „Die haben für alle Ersatzland“, beteuert er. „Wir haben damit nicht nur Freundschaften gewonnen, weil wir Grund gekauft haben, den auch andere Landwirte gerne bekommen hätten. Wir haben als Gemeinde mehr getan, als wir müssen hätten.“ Auch die Lage des Ersatzgrundes scheint nicht schlecht zu sein.

Hofstetter: Wir haben unsere Aufgaben erledigt

Etliche Flächen, so Hofsetter, hätte der Bezirk Oberbayern in direkter Nähe zur Trasse erwerben können. Im Osten und Süden habe man größere Areale gekauft, wie sie für die Landwirtschaft nötig seien – mit Größen von vier bis sieben Hektar. „Die Verteilung sei aber Sache des Straßenbauamts, weil sie mit den Betroffenen den Kaufvertrag abschließen müssen“, betont der Bürgermeister und erzählt, die Münchner seien guter Dinger, hätten auch schon Bohrungen gemacht.

„Die Gespräche finden seit eineinhalb Jahren im Verborgenen statt“, fügt Herbert Mayerthaler vom Taufkirchener Bauamt an. „Sie sind jetzt schon am Pushen, aber es geht halt dezenter ab. Es passiert was.“ Konkreteres konnte auch er nicht sagen.

Wie viel schon abgewickelt sei, wisse die Gemeinde nicht, so Hofstetter. Er könne aber nachvollziehen, warum manche Betroffenen „sauer“ seien, weil die Münchner Behörde nur mit den Großen und Wichtigen rede, nicht aber mit allen Kleinen.

Es sei, meint Hofstetter, „ein Trauerspiel“, dass das Straßenbauamt einfach die Kapazität, die es bräuchte, nicht hat: „Die sind heillos überfordert.“

Der Planfeststellungsbeschluss liegt seit vier Jahren vor. Wäre die Gemeinde beim Ersatzgrunderwerb nicht aktiv geworden, hätte die Behörde heute noch keinen Quadratmeter Grund, ist der Rathauschef überzeugt.

Sorge um die Verkehrswende - ÖPNV verbessern

Er prophezeite, dass sich einiges in puncto Verkehr ändern werde. Man werde künftig überlegen, ob neue Straßen überhaupt noch gebaut würden oder nur der Bestand saniert werde. „Projekte wie in Taufkirchen stampft man aber nicht mehr ein. Wir haben ja das Problem, dass der Verkehr in den nächsten 20 Jahren nicht weniger wird, obwohl es sich alle wünschen würden.“

Hofstetter rät, beim ÖPNV anzusetzen, um die Verkehrswende herbeizuführen. Aber weder beim Buslinien- noch beim Bahnausbau komme man weiter. „Da tut sich nichts“, bedauerte Hofstetter. Anders sei das in seiner Heimatgemeinde. „Ich bin überzeugt, dass bei uns in den nächsten Jahren am Thema Mobilitätskonzept richtig gearbeitet und in Taufkirchen noch vieles auf die Füße gestellt wird.“ So sollen etwa die Buslinien im Ort ausgeweitet werden. Schwierig sei freilich, dass der ÖPNV vom Bürger dann auch angenommen werde. 

 BIRGIT LANG

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