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Für mehr Gefahr in der Musik: Sänger Rito Danger startet durch

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Von: Patrick Staar, Timo Aichele

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Bereit für die Bühne: Rito Danger aus Taufkirchen. Internationale Konkurrenz Europa-Tournee bis nach England
Bereit für die Bühne: Rito Danger aus Taufkirchen. Internationale Konkurrenz Europa-Tournee bis nach England © privat

Rito Danger aus Taufkirchen setzt mit seinem Künstlernamen ein Zeichen. Er ist der neue Sänger von „The Heimatdamisch“.

Taufkirchen/Bad Tölz – „Bekannter Musiker aus Taufkirchen an der Vils, zehn Buchstaben“. Bis er seinen Namen als Kreuzworträtselfrage in den Zeitungen lesen darf, hat Rito Danger noch einen Weg vor sich. Doch der 31-Jährige steigt mit seinem ersten Vollzeit-Bühnenengagement gleich in der Profi-Liga ein.

Er ist der neue Sänger der Tölzer Band „The Heimatdamisch“ rund um Banafishbones-Schlagzeuger Florian Rein. Mit Cover-Songs im Oberkrainer Stil tourt „The Heimatdamisch“ weltweit, Youtube-Videos haben Klick-Zahlen im sechs- bis siebenstelligen Bereich.

Auch in Taufkirchen selbst könnte aber kaum jemand diese Kreuzworträtselfrage beantworten. „Rito Danger, früher bekannt als Dominik Faltlhauser“, sagt der Sänger, durchaus mit gewissem Rockstar-Ernst und vor allem in Anlehnung an sein großes Vorbild Prince. Da passt auch das Urteil von Bandleader Rein: „Ein super Typ, ein schräger Vogel und ein sehr guter Musiker“, sagt er über den Neuzugang. Gemeinsam proben sie schon für die große Europatournee.

Rito, ist das eine männliche Rita? „Ja, damit wollte ich an meine Oma Rita erinnern“, antwortet der 31-Jährige. Und als der Taufkirchener herausfand, dass das Wort im Japanischen für „Bedrohung“ steht, war zusammen mit „Danger“ der perfekt Künstlername gefunden. „Die Musikindustrie ist so glatt, ich will das alles ein bisschen gefährlicher machen“, meint der Sänger. Da passe „The Heimatdamisch“ ganz gut, denn mit diesem Crossover zwischen Bairisch und Rock sei man ja auch keine reine Stimmungsband, findet er.

„Mit Rito wird die Bühnenshow ganz anders und bestimmt sehr witzig“, glaubt Rein. „Ich freue mich schon sehr darauf. Ich kannte ihn bislang nicht, aber er hat eine enorme Ausstrahlung.“ An seiner Seite singt Conny Kreitmeier, die in der Region auch eine bekannte Jazz- und Rock-Sängerin mit Comedy-Faktor ist.

Danger sagt, er habe den Werdegang der Band schon seit längerer Zeit mitverfolgt: „Die Coversongs in Oberkrainer-Variante – das ist genau meine Musik.“ Als er den Casting-Aufruf gesehen hat, habe er sich einfach mal beworben. „Und dann hat es tatsächlich geklappt – Wahnsinn.“

An Bewerbern auf den frei gewordenen Posten habe es nicht gemangelt, sagt Rein. Unter anderem seien Anfragen aus Norddeutschland und Holland eingegangen. Am meisten hätten ihn jedoch Dangers Videos und Hörbeispiele überzeugt. „Und dann haben wir uns im Studio getroffen, haben ein paar Lieder ausprobiert – und dann hats’s gefunkt“, sagt Danger lachend.

Der Taufkirchener widerspricht nicht, wenn man ihn als „schrägen Vogel“ bezeichnet. Er selbst beschreibt sich als „bunt, laut und witzig“. Mit Stillsitzen tue er sich schwer: „Ich bin wie ein Hupfball, wenn ich mich nicht gerade zu Hause von meinen anstrengenden Sparifankerln ausruhe.“

Der 31-Jährige ist eigentlich gelernter Tontechniker und betreute in dieser Funktion Konferenzen und Bands. Seit einem Jahr widmet er sich hauptberuflich der Musik, gründete ein eigenes Label, produzierte und veröffentlichte elektronische Musik. „Eigentlich arbeite ich also auf der anderen Seite des Mikrofons“, sagt Danger.

Wenn alles nach Plan läuft, haben „The Heimatdamisch“ bereits im März ihren ersten Auftritt in Frankreich. Weitergehen soll es in Tschechien, Luxemburg, Holland und Österreich. Auch die schon zweimal verschobene Tour durch Großbritannien soll im Herbst nachgeholt werden. „Aus England kommen die Beatles und die Rolling Stones“, schwärmt Danger. „Das ist das Mekka für jeden Rockmusiker – da will jeder mal gespielt haben.“

Ein weiterer Höhepunkt des Konzertjahres dürfte das Festival „Woodstock der Blasmusik“ in Österreich sein, bei dem 40 000 Besucher erwartet werden. „Unser Kalender ist sehr voll“, sagt Rein. „Ich gehe davon aus, dass heuer alle Konzerte wie geplant stattfinden werden.“ Er glaubt, dass es heuer ein „Konzert- und Kulturangebot wie noch nie“ geben wird: „Jetzt wird alles nachgeholt, was in den letzten Jahren ausgefallen ist. Zugleich kommt noch Neues hinzu.“

Man müsse abwarten, ob die Veranstaltungen angesichts dieses Überangebots gut besucht sind: „Die Leute können ja nicht fünfmal pro Woche auf ein Konzert gehen.“ Kein Auftritt ist allerdings in der näheren Umgebung geplant: „Wir sind von Mai bis Oktober jedes Wochenende unterwegs – es ist Zufall, dass sich da nichts ergeben hat.“

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