Erklärten das Projekt: Architekt Sven Wiebe (l.) und Ingenieur Michael Hopf. Foto: Lang

Sanierung Waldbadgebäude

Gemeinde Taufkirchen investiert 2,3 Millionen Euro

Taufkirchen - Das Waldbadgebäude soll saniert, umgebaut und erweitert werden. Architekt Sven Wiebe, vom Architekturbüro Florian Nagler aus München, hat den Plan den Taufkirchener Gemeinderäten vorgestellt. Die Kosten bezifferte er auf über 2,3 Millionen Euro.

Auf der West- und Ostseite soll angebaut werden, um das Volumen zu vergrößern. Das komplette Dach werde entfernt und erneuert, die Dachneigung nach Süden ausgerichtet, erklärte Wiebe: „Im Osten und Westen werden jeweils fünf Meter drangebaut.“ Im Westen werde ein neuer großer Zugang für die Badegäste mit Kasse und Drehkreuz errichtet. Der Aufenthaltsraum für den Bademeister werde ebenfalls an die Westseite verlegt, damit er von oben die Becken gut einsehen und über eine Stegtreppe schnell in den Freibadbereich gelangen kann.

Neu sei auch ein Laubengang im Erdgeschoss, über den die Umkleiden mit Spinden und Schließfächern, der Sanitärbereich, die Werkstatt und Technikräume für das Waldbad sowie der DLRG- Raum erreichbar seien. Es gebe auch ein paar große Umkleiden für Familien und vier warme, eingehauste Umkleiden „für die Übergangszeit“, sagte der Architekt. Der bereits vor zehn Jahren sanierte Sanitärbereich bleibe erhalten.

Der Eingang für alle Vereine entsteht im Osten, mit Treppenhaus und Hebeplattform. Im östlichen Gebäudeteil sind der DAV, im Obergeschoss darüber die Schützen mit Waffenkammer, Garderobe sowie Schießstand untergebracht, im Westen die Eisenbahner. Schützen und Eisenbahner erhalten jeweils eigene Aufenthaltsräume, die durch das Öffnen einer Schiebetür zu einem großen Raum verbunden werden können. Zwei behindertengerechte Toiletten, die gemeinsam genutzt werden können, sind ebenfalls vorgesehen. Die Gebäudetiefe umfasse rund zwölf Meter, sagte der Architekt und betonte, dass die Vereine viel Eigenleistung einbringen wollen. Angesetzt wurden dafür über 70 000 Euro, die man einspare, erklärte er. Im Süden und Norden seien große Fenster für alle Vereinsräume vorgesehen. Die Nord-, Ost- und Westseite sollen mit sägerauher Lärchenschalung verkleidet werden, der zurückgesetzte Bereich der Südseite mit Laubengang, Umkleiden und großem überdachten Freibadzugang mit Holztafeln.

Die Baukosten für das Gebäude belaufen sich auf rund 1,2 Millionen Euro, die Honorare für alle Fachbereiche auf 327 000 Euro, die Mehrwertsteuer auf rund 368 500 Euro. Die technische Ausstattung wurde mit 282 000 Euro kalkuliert, die Erschließung mit 84 000 Euro und die Außenanlagen mit 45 000 Euro, erläuterte der Architekt weiter.

Ingenieur Michael Hopf erklärte die haustechnischen Anlagen. So soll das Gebäude weiterhin mit Fernwärme geheizt, der Kreislauf aber neu aufgebaut werden: „Jeder Verein kriegt einen separaten Wasser- und Wärmezähler.“ Verschiedene Lüftungen sollen für gutes Klima in allen Räumen, auch in den Umkleiden, der Werkstatt und den Schießplätzen sorgen.

Ein enger Kostenrahmen von 100 Euro pro Quadratmeter steht Elektrotechniker Hans Ossner aus Landshut für die Elektrik zur Verfügung. „Eng, aber machbar“, meinte er und erörterte kurz sein Konzept.

Gemeinderat Peter Attenhauser (REP) fragte, warum das Gebäude nicht mit einem Vordach versehen werde. Das schütze den Baukörper und koste nicht viel mehr. Außerdem fragte er: „Wer braucht den Hebelift?“ Wiebe antwortete, das Gebäude sei als „einfacher Kasten“ konzipiert und greife die Gestalt des Altbaus auf, auch ohne Dachüberstand. Durch den gleichmäßigen Holzverlauf soll das Gebäude über die Jahre einen einheitlichen Charakter erhalten. Ein Vordach würde sehr wohl die Kosten erhöhen. Was den Hebelift betreffe, so sei dieser per Gesetz bei öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben. „Wir bauen nichts mehr, was nicht barrierefrei ist. Jeder hat gleiches Recht“, echauffierte sich Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) in Richtung Attenhauser. Dieser konterte:. „Mit Ausgrenzen hat das überhaupt nichts zu tun.“

Valentin Bitzer (FW) und Kurt Empl (Einigkeit Moosen) wollten wissen, wie der Lift aussieht, ob dort auch Lebensmittel und Getränke transportiert werden könnten. Wiebe erklärte, im Schacht gebe es drei Haltestellen, Plattformen, die auf einer Scherenkonstruktion oder einer Spindel hochgezogen werden. Es sei kein klassischer Aufzug, da die Kosten so gering wie möglich gehalten werden sollen. Die Plattform ohne Kabine sei 1,44 auf 1,10 Meter groß, also groß genug für eine Europalette. Schließlich beschloss das Gremium einstimmig, die Ausführungen der Planer für gut befunden zu haben und den Bauantrag ans Landratsamt zur Genehmigung weiterzuleiten. Hofstetter erklärte schmunzelnd, dass auch noch die Verträge mit den Vereinen „wasserdicht gemacht werden müssen. Das ist wichtig, weil wir haben viel Wasser da draußen.“

Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Logistikhalle: Freie Wähler bleiben skeptisch
Der politische Frühschoppen, den die FW als Dialogforum regelmäßig anbieten wollen, stieß auf reges Interesse.
Logistikhalle: Freie Wähler bleiben skeptisch
Trotz Umbau: Neues Gerätehaus nötig
Die Freiwillige Feuerwehr Erding bezog im vergangenen Jahr neue Räume für Verwaltung und Mannschaft. Die Sanierung oder der Neubau eines Gerätehauses steht trotzdem …
Trotz Umbau: Neues Gerätehaus nötig
Nur der Nachwuchs macht Sorgen
Lediglich acht Jugendfeuerwehrler engagieren sich in Finsing und nur einer in Eicherloh.
Nur der Nachwuchs macht Sorgen
Die Tagesalarmsicherheit ist kein Problem
Auf einem hohen Ausbildungsstand befindet sich die Feuerwehr Reichenkirchen. Kommandant Rudi Pfeil konnte in der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Forsterhof in …
Die Tagesalarmsicherheit ist kein Problem

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare