News-Ticker: 13 Deutsche teils lebensgefährlich verletzt - Tote möglich

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Vor Gericht

„Scheiß Ausländer“: Polen prügeln Albaner

Zwei junge Polen haben einen albanischen Familienvater zusammengeschlagen. Das Erdinger Amtsgericht verurteilte beide zu Haftstrafen auf Bewährung.

Von Daniela Oldach

Taufkirchen – Der verschüchterte Eindruck der zwei jungen Polen vor dem Amtsgericht täuschte. Die beiden hatten bei ihrer Straftat ordentlich Fäuste sprechen lassen. Bekommt der 27-jährige Hauptangeklagte einen Pflichtverteidiger gestellt oder nicht? Das war die erste Entscheidung, die Richter Michael Lefkaditis treffen musste. „Er ist nicht unbedingt in der Lage, komplexe Sachverhalte zu verstehen“, sagte Verteidiger Olaf Groborz über seinen Mandanten aus dem östlichen Landkreis. Keine Skrupel hatte dieser hingegen am 16. Juli vergangenen Jahres gezeigt. Gegen 22.20 Uhr hatte er in Hilpolding eine im Auto sitzende albanische Familie mit Kindern als „Scheiß Ausländer“ beschimpft und ihnen den Mittelfinger gezeigt. Dabei hatte er 0,7 Promille Alkohol im Blut gehabt. Mit der Faust schlug er außerdem auf das Fahrzeug ein und richtete einen Schaden in Höhe von 1667 Euro an. Als der Familienvater dann aus dem Auto ausstieg, schlug der 23-jährige Bruder des Angeklagten das Opfer von hinten in den Nacken, so dass es zu Boden sank. Dann droschen die beiden jungen Männer mit den Fäusten auf den Albaner ein. Dieser erlitt unter anderem eine Schädelprellung, ein Halswirbelsäulensyndrom sowie Schürfwunden.

Vor Gericht sahen sich jetzt die Täter und die Opferfamilie wieder. Die Verhandlung selbst war schnell erledigt. Lefkaditis hatte den Pflichtverteidiger auch gewährt. Längere Zeit hatte zuvor der Täter-Opfer-Ausgleich in Anspruch genommen. Denn in einem Rechtsgespräch hatte Lefkaditis dem Haupttäter eine Freiheitsstrafe zwischen neun und zwölf Monaten sowie dem jüngeren Bruder eine Freiheitsstrafe zwischen sieben und zehn Monaten in Aussicht gestellt. Voraussetzung aber war, dass der Täter-Opfer-Ausgleich zustande kommt. Und das tat er. Die beiden Brüder zahlen an die Familie 2500 Euro in monatlichen Raten zu je 100 Euro. Die beiden haften gesamtschuldnerisch. Lefkaditis verurteilte den Haupttäter zu elf Monaten auf Bewährung. Er war 2015 bereits wegen Betrugs zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Der Jüngere, bisher nicht vorbestraft, kassierte acht Monate auf Bewährung. Die beiden entschuldigten sich auf Polnisch. Mehr sagten sie nicht, ließen sonst ihre Anwälte sprechen.

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