+
Feierten in Wambach den 80. Geburtstag (v. l.): Josef Mooshofer, Andrea Kordick, Christine Wimmer, Florian Kordick, Margarete Kordick, Walter Kordick, Daniela Kordick, Irmgard Kordick, Maria Kordick und Taufkirchens Vizebürgermeister Christoph Puschmann.

Margarete Kordick 80

Schicksalsschläge schweißen Familie fest zusammen

Es war nicht immer einfach für Margarete Kordick, doch Schicksalsschläge haben ihre Familie umso fester verbunden.

Wambach –An ihrem 80. Geburtstag ist der Tod ihres zweiten Sohnes Günther das erste, was ihr bei einem Rückblick auf ihr Leben in den Sinn kommt. 2004 starb dieser mit nur 35 Jahren.

Wie viel ihr an ihrer Familie liegt, beweist auch eine Erinnerung ihres ersten Sohnes Walter, den sie mit 25 Jahren gebar: „1978 hatte ich einen schweren Verkehrsunfall. Zweieinhalb Jahre lag ich im Krankenhaus. Damals hat es sich Mutter nicht nehmen lassen, mich jeden Tag zu besuchen. Es gab in dieser langen Zeit nur zwei Tage, an denen sie nicht zu mir kam.“ Erschwerend kam hinzu, das Margarete Kordick beim Getränkelieferanten Kratzer in ihrem Wohnort Wambach Limonaden abfüllte, den Haushalt für ihre Familie führte und dabei auf die Fahrdienste ihrer Nachbarn oder ihr Mofa angewiesen war. „Es war eine harte Zeit“, denkt sie heute zurück.

Margarete Kordick wurde 1937 in Baierbach geboren. Mit 14 beginnt sie als Magd zu arbeiten, mit 16 trifft sie auf ihren späteren Ehemann Walter, der sich in Waltersberg als Knecht verdingt. Er war aus dem Böhmerwald geflohen, um Arbeit zu finden. „Das war 1953. Ich bin mit dem Radl zur Landshuter Dult gefahren. Dort haben wir uns kennengelernt,“ erzählt die Jubilarin. Sechs Jahre später heiraten die beiden, standesamtlich in der damaligen Gemeinde Sulding, kirchlich in Wambach. „Der Standesbeamte war der Großvater des heutigen Landrats Martin Bayerstorfer“, erinnert sich Kordick. Die Ehe währte 34 Jahre, 1993 starb Walter Kordick an Leukämie.

Neben mehreren beruflichen Stationen war Margarete Kordick immer in der Gesellschaft aktiv. Für viele Wambacher pflegte sie die Gräber. „Mamas Leidenschaft war der Friedhof“, sagt Sohn Walter lachend. Bis sie aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste, hat sie geschmückt, gegossen und gepflegt. Daneben trug sie bis vor kurzem den Dorfener Anzeiger in Wambach aus. „Das fing manchmal schon vor vier Uhr in der Früh an, bei jedem Wetter. Das hat mir großen Spaß gemacht“, denkt Kordick zurück.

Seit vielen Jahren besucht sie mit ebenfalls verwitweten Frauen aus dem Dorf an jedem Wochenende ein Wirtshaus oder ein Grillfest. Den größten Wert hat aber noch immer die Familie. Ihre beiden Söhne schenkten ihr drei Enkelkinder. Der 27-jährige Florian ist Metzger und versorgte die Großfamilie zur Geburtstagsfeier mit einer ausgiebigen Brotzeit. Die 18-jährige Daniela schwärmte: „Legendär ist Omas Käsekuchen, der ist das Höchste an jedem Geburtstag.“

Ein jährlicher Höhepunkt für die Jubilarin ist der Ausflug mit Sohn Walter. Dieser dauert stets den ganzen Tag, dabei sind sie schon bis nach Italien gekommen. Auch anlässlich des 80. Geburtstag werden die zwei wieder eine solche Spazierfahrt unternehmen. Fabian Holzner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seine Hobbys sind Zeitung lesen und Autos zählen
Ein wahrlich rüstiger Rentner ist Wolfgang Heigl. Trotz seiner nun 90 Jahre fährt er noch Fahrrad und Auto.
Seine Hobbys sind Zeitung lesen und Autos zählen
Respekt für „Macher der Menschlichkeit“
Die Kreis-SPD hatte alle, die sich für andere ehrenamtlich einsetzen, in den Strasserwirt nach Eitting eingeladen. Neben Dank gab es auch ein Plädoyer für die …
Respekt für „Macher der Menschlichkeit“
St. Wolfgang dreht an der Preisschraube
Der Preis für Bauland in St. Wolfgang steigt. Auch die Gemeinde dreht an der Schraube.
St. Wolfgang dreht an der Preisschraube
Bild für Bild ein Sieg gegen den Brustkrebs
Eine Unternehmerin aus Isen gründet eine Stiftung zur Bekämpfung von Brustkrebs. Ein Kalender soll auf das Thema aufmerksam machen.
Bild für Bild ein Sieg gegen den Brustkrebs

Kommentare