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Seltener Geburtstag: Ruth Czauderna (vorne, M.) feierte mit Familie und Freunden 100. Geburtstag. Dazu gratulierten auch Bürgermeister Franz Hofstetter Landrat Martin Bayerstorfer (hinten, v. l.).

Ruth Czauderna 100

Schlesisches Brauchtum am Leben erhalten

Großer Auflauf im Senioren-Service-Zentrum Taufkirchen: Bewohnerin Rut Czauderna wurde 100 Jahre alt.

Taufkirchen – Noch während des Ersten Weltkriegs erblickte Ruth Czauderna 1917 in Oppeln (Niederschlesien) das Licht Welt. Jetzt feierte sie ein besonders Jubiläum: 100 Geburtstag. Seit 2011 wohnt die Erdingerin im Senioren-Service-Zentrum Taufkirchen, wo sie im Kreise der Familie Geburtstag feierte. Herzlich gratulierten auch Landrat Martin Bayerstorfer und Bürgermeister Franz Hofstetter.

Ruth Czauderna ist in Breslau aufgewachsen, wo der Vater eine Buchbinderwerkstatt betrieb. Vom Sport begeistert wurde sie vom Großvater, Mitbegründeter des „Turnerbund Eichenlaub“, wo auch ihr Vater aktiv war. Ausflüge ins Riesengebirge hatten es ihr sehr angetan. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Sepp Czauderna kennen, den sie 1938 heiratete. Das Paar zog dann nach Görlitz, wo vier ihrer fünf Kinder geboren wurden. Im Februar 1945 floh die Jubilarin mit Kindern und Mutter nach Erding. Dort wurde die Familie wieder vereint und fand zunächst Unterkunft in Klesham bei Hohenpolding.

1952 zogen sie nach Klettham. Die Familie schloss sich dem „Schlesierverein“ an, wo die Kinder in der schlesischen Jugendgruppe Gleichgesinnte fanden. Die Jubilarin übernahm die Gruppe. Das Brauchtum der verlorenen Heimat an die Jugend weiterzuvermitteln war ihr stets ein großes Anliegen. Die Jubilarin war sehr aktiv, betreute als Pflegemutter Kinder, war in der Jugendarbeit tätig, kümmerte sich um ältere Landsleute und war Schöffin am Landgericht München.

Nach dem Tod ihres Mannes 1979 übernahm die Jubilarin viele Tätigkeiten in der Landsmannschaft Schlesien, etwa als Kulturreferentin. Ihr Engagement wurde mit der Goldenen Ehrennadel gewürdigt. Früher ging sie gerne wandern, war aktiv in ihrer Kirchengemeinde und Gymnastikgruppe von Rot-Weiß Klettham. Sportlich war sie bis ins hohe Alter, wo sie noch das Goldene Sportabzeichen machte. Und sie besuchte öfters ihre alte Heimat. Besonders wichtig ist ihr aber ihre „Großfamilie“, die sie mit Liebe zusammenhält.  prä

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