Gemeindewerke Taufkirchen

Schwarze Zahlen bis 2020

Die noch jungen Gemeindewerke Taufkirchen wollen bis 2020 Schwarze Zahlen schreiben und weiter wachsen. Dieses Ziel formulierten der Aufsichtsratsvorsitzende, Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU), und Geschäftsführer Christopher Ruthner. Im Gemeinderat stellten die beiden den Beteiligungsbericht für das Geschäftsjahr 2017 vor.

Taufkirchen – Die Kommune hält 51 Prozent des 2010 gegründeten Energieversorgers, die Stadtwerke Erding 49 Prozent. Die Gemeindewerke bieten mittlerweile Fernwärme, Strom und Erdgas an. Für 2017 nannte Ruthner eine Bilanzsumme von 5,45 Millionen Euro (2016: 5,93) und ein Anlagevermögen von 4,6 Millionen Euro. Die Umsatzerlöse seien auf 2,7 Millionen Euro (2016: 2,4) gestiegen.

Auf der anderen Seite habe man die Kreditverbindlichkeiten insgesamt von rund 2,8 auf 2,2 Millionen Euro „deutlich reduziert“. Sie sollen weiter abgebaut werden. Für heuer rechnet Geschäftsführer Ruthner mit Umsatzerlösen von gut 2,9 Millionen Euro. Zudem geht er 2018 von einem Jahresverlust von rund 30 000 Euro aus. Realistisch sei es, so Ruthner, bis Ende des Jahrzehnts in die Schwarzen Zahlen zu kommen.

Was den Geschäftsführer besonders freut: Die Zahl der Stromkunden ist um 27 Prozent auf 1963 angestiegen. Hilfreich sei dafür eine „massive“ Preiserhöhung des Stromversorgers Eon gewesen. Inzwischen seien 2100 Haushalte, Landwirtschafts- und Gewerbebetriebe Stromkunden der Gemeindewerke. Sie liefern seit 2017 auch ins Holzland sowie die umliegenden Gemeinden Strom.

Die Stromabnahme ist dem Bericht zufolge leicht auf 10 241 Megawatt-Stunden (MW/h) gestiegen. 101 Fernwärmekunden haben am 7,2 Kilometer langen, „gut ausgebauten Netz“ fast 6600 MW/h Wärme bezogen.

Die Erschließung neuer Kunden müsse „ökologisch, ökonomisch sinnvoll“ sein, betonte Ruthner. In Neubaugebieten seien die Häuser heute so stark wärmegedämmt, dass Fernwärmeanschlüsse genau überlegt werden müssten. Aktuell sei deshalb kein weiterer Netzausbau geplant.

Gut entwickelt hat sich laut Ruthner auch die 2016 eingeführte Erdgas-Sparte. Hier sei die Kundenzahl von 38 auf 68 gestiegen, die Gaslieferung selbst sogar um das Achtfache auf fast 2100 MW/h. „Die Gemeindewerke liefern auch Ökostrom“ – aus Wasserkraft, berichtete der Geschäftsführer weiter. Die Fernwärme komme weitgehend aus der Abwärme zur Stromerzeugung in Biogasanlagen vor Ort. So würden keine zusätzlichen Ressourcen verbraucht und keine zusätzlichen Emissionen entstehen.

Heuer im Frühjahr hat das Unternehmen der Gemeinde eine Ladesäule für E-Autos und E-Bikes am Waldbad zur Verfügung gestellt.

Ruthner wies darauf hin, dass die Gemeindewerke seit Anfang 2018 auch Abrechnungen für Wasser und Abwasser im Auftrag der Gemeinde durchführen. Dadurch könne das Unternehmen einen „höheren Bekanntheitsgrad“ im Versorgungsgebiet erreichen. Gleichzeitig stehe den Bürgern im Gemeindegebiet damit ein zentraler Ansprechpartner für die Sparten Strom, Erdgas, Fernwärme, Wasser und Abwasser zur Verfügung.

Für heuer erwartet Ruthner eine Jahresabgabe bei der Fernwärme von rund 6400 Megawatt-Stunden, beim Strom von 10 500 MW/h und beim Gas von 2400 MW/h.

Hermann Weingartner

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