Einweihung Feuerwehrhaus Wambach

Segen von Pater Paul und vom Heiligen Florian

Brechend voll war am Sonntag die Kirche zum Gottesdienst vor und beim Mittagessen nach der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses in Wambach. Gut 300 Gäste freuten sich über die gut organisierte Feier.

Wambach – „Der Heilige Florian meint es gut mit euch, denn der Segen sollte auch von oben kommen“, meinte Pater Paul in der Kirche zum Nieselregen. Häuser besäßen ein Eigenleben, erklärte er in seiner Predigt. Schon beim Betreten sei davon was spürbar. Einrichtung, Atmosphäre, Gerüche seien Zeugnis vom Leben der Menschen, denen es gehöre, die dort gelebt und gedient hätten.

„Wir feiern heute die Einweihung eines Neubaus.“ Er gebe ein ganz besonders Zeugnis ab, offenbare die Kräfte menschlicher Arbeit und menschlichen Geistes. Die vielen freiwilligen Stunden, die hier von allen Kräften geleistet wurden, beweisen dies. „Jeder, der hier angepackt hat, hat sich mit seinen Begabungen und Fähigkeiten eingebracht“, ob bei der Planung oder mit Muskelkraft, erklärte Pater Paul. Der ein oder andere sei dabei über sich hinaus gewachsen, haben neue Fähigkeiten erkannt. „Das ist Grund zufrieden und stolz zu sein.“

Der Geist des Hauses sei von Kameradschaft, Dienstbereitschaft, Freundschaft, Treue und Erinnerung geprägt. Erinnerung auch an die verstorbenen Kameraden, die beim Bau geholfen haben, dabei denke er besonders an Günther Hilger. Das neue Feuerwehrhaus soll auch ein Haus des Glaubens und Gottvertrauens sein. Ohne dies wäre die Feuerwehrarbeit nicht möglich, weil sie festen Halt gäben, gerade in schlimmen Situationen, sagte der Pater: „Halt, den wir brauchen.“

Die Nachbarfeuerwehren und Ortsvereine zogen mit Bürgermeister Franz Hofstetter, Landrat Martin Bayerstorfer und Kreisbrandrat Willi Vogl, begleitet von der Blasmusik des „Blechtraum“, wieder zurück zum Feuerwehrhaus. Dort begrüßte Kommandant Robert Tristl die Gäste und erinnerte in einem kurzen Rückblicke an die Entstehung des Gebäudes. Unter seinem Vorgänger Herbert Attenberger seien 2008 die ersten Gedanken, Besichtigungen, Planungen und Kostenüberlegungen erfolgt. Wichtig sei es den Feuerwehrlern gewesen, die Meinung der Ortsvereine einzuholen, die das Haus auch nutzen dürfen und sollen. Im Juni 2013 wurde der Bau genehmigt, im August war Spatenstich, und im gleichen Jahr wurde der Rohbau erstellt. Rund 2900 freiwillige Helferstunden wurden überwiegend von den Feuerwehrleuten, aber auch von Nicht-Mitglieder eingebracht. „Nach gut zwei Jahren Bauzeit können wir ein neues, bedarfsgerechtes und modernes Feuerwehrhaus einweihen“, sagte Tristl. Er dankte allen Beteiligen für die tatkräftige Hilfe, hervorragende Zusammenarbeit und Ausdauer, den Baufirmen für die saubere Ausführung und Bauleiter Valentin Vorbuchner für sein „immer offenes Ohr“. Einige von seinen Kameraden, die älteren, hätten schon ein zweites Mal ein Feuerwehrhaus gebaut. Dafür zollte er ihnen „großen Respekt“.

Bürgermeister Hofstetter erzählte von schlimmen Unfällen, die er als Junge vor der Haustür auf der B 388 miterlebt hatte. Einen Rettungsdienst wie heute habe es früher nicht gegeben. Darum sei es auch so wichtig, die Menschen, die Hilfe leisten mit „entsprechendem Wissen, Geräten und solchen Gebäuden auszustatten“, um Menschen, die in Not geraten sind, eine Chance zu geben, wieder zu gesunden. Ein neues Grundstück in Wambach zu finden, sei nicht einfach gewesen. „Viel Geld hat es gekostet“, meinte Hofstetter. Die genaue Bausumme nannte er allerdings nicht. Die entscheidende Frage sei gewesen, dass das Feuerwehrhaus gebraucht werde. Der Bürgermeister wünschte, dass es eine Stätte der Begegnung, der Fortbildung und der Kameradschaft werde.

Auch Landrat Martin Bayerstorfer und Kreisbrandrat Willi Vogl ergriffen noch das Wort, lobten 68 Feuerwehren mit ihren 1000 Kameraden, die im Landkreis im Einsatz seien. Berufsfeuerwehren seien nicht bezahlbar, sagte der Landrat. Und Vogl argumentierte, dass flächendeckend Feuerwehren nötig seien, um die Hilfsfristen von 15 Minuten im Umkreis von fünf Kilometern einzuhalten.

Pater Paul weihte das Gebäude, sein Kreuz und seine Floriansfigur ein und Hofstetter überreichte den symbolischen Haustürschlüssel in Form von geflochtenem Laugengebäck an Kommandant Tristl. Im Zelt wurde dann weiter gefeiert. Wer Lust hatte, konnte noch mit dem Feuerwehrfahrzeug eine Spritztour unternehmen oder mit der Taufkirchener Drehleiter einen Blick aus schwindelnder Höhe wagen.

Birgit Lang

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