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Kunsthistorisch einmalig: Versilberte Objekte am Altar in der Kapelle im Wasserschloss.

Geplantes Museum im Wasserschloss Taufkirchen

Silberschatz soll aus dem Keller ans Licht

Unbemerkt und unbeachtet schlummert seit vielen Jahren im Keller des Taufkirchener Wasserschlosses ein Silberschatz. Er soll bald museal präsentiert werden – wenn es finanziell machbar ist.

Taufkirchen – Um welche Seltenheit es dich dabei handelt, hat Dr. Christoph Kürzeder, Direktor des Diözesanmuseums in Freising, im Gemeinderat berichtet. „Es war sehr überraschend für mich, was hier im Keller ruht.“

Es handelt sich laut Kürzeder um eine Seltenheit innerhalb der Frömmigkeits- und Kulturgeschichte. Solche Altarausstattungen aus dem 18. Jahrhundert gebe es kaum noch. Das Meiste sei der Säkularisation zum Opfer gefallen. Es gebe fast nur noch verkupferte oder versilberte Objekte. Der „erstaunliche Bestand an Silberobjekten und anderen Gegenständen im original historischen Ort, der Schlosskapelle, die hohen Denkmalwert hat“, sei etwas ganz Besonderes. Auch das Tafelgemälde aus dem frühen 16. Jahrhundert, das die Golgatha-Szene darstellt, sei einmalig und museumswürdig: „Es ist unglaublich, so erzählerisch sind religiöse Bilder selten.“

Schon lange schwebt Bürgermeister Franz Hofstetter und dem Gemeinderat ein Museum im Wasserschloss vor. Es gebe schon viele Museen, gab Kürzeder zu Bedenken. Aber den Silberschatz im Keller zu belassen, sei der „worst case“. Eine Präsentation in den historischen Räumen sei möglich, vor allem weil die Gemeinde auch ein „hohes, kulturelles Verständnis“ habe. Das Diözesanmuseum würde die Planung finanzieren, die Machbarkeit prüfen und bei der Visualisierung helfen.

Wie der kulturhistorische Schatz künftig gezeigt werden könnte, veranschaulichte Kürzeder mit Bildern – in nicht sehr großen Räumen, aber groß genug, um die wichtigsten Objekte im Verbund mit der Schlosskirche zu präsentieren. „Die Originalausstattung am originalen Ort wirkt noch authentischer“, eine Art geschlossene Architektur, die die „Schatzkammeridee“ aufgreife. Es gebe auch noch vier „wunderbare Reliquienbüsten, in unglaublich schöner Weise erhalten, Meisterwerke Münchener Silberschmiede“, erläuterte er weiter. Sie seien Zeugnisse der lokalen Wallfahrt des heiligen Viktor. So könnten fünf Themen auf sehr engem Raum und an sehr wertigen Objekten klein und fein präsentiert werden. Kürzeder war sich sicher, dass diese „Entdeckung im medialen Bereich große Aufmerksamkeit“ erfahren werde.

Bürgermeister Hofstetter erklärte, dass auch von Peter Keilhacker von der Stiftung Kommunitas eine Zusage über eine 25 000-Euro-Spende vorliege. Gemeinderätin Anneliese Mayer stellte einen Zuschuss für das Oratorium vom Förderverein Wasserschloss in Aussicht. Nun muss die Finanzierbarkeit geprüft werden, bevor der Gemeinderat das endgültige Ja für das Museum gibt.

Birgit Lang

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