Berühmt ist Ariane Roths leiblicher Vater Ron Williams. Dieses Foto entstand 2011, als die beiden auf einer Promi-Party in München auftraten.
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Berühmt ist Ariane Roths leiblicher Vater Ron Williams. Dieses Foto entstand 2011, als die beiden auf einer Promi-Party in München auftraten.

Online Sing Flash Mob am Sonntag

Singen macht glücklich: Ariane Roth macht es mit ihrem Online-Chor vor

  • vonTimo Aichele
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Die Musikerin Ariane Roth gründet einen Online-Chor. Aus einer Corona-Notlösung wurde eine beglückende Erfahrung - für die Profi-Sängerin wie auch für die Teilnehmer. Als Coach ist die Tochter von Ron Williams auch mit Workshops erfolgreich.

Taufkirchen – „Schockstarre“ – so fühlte sich Ariane Roth zu Beginn der Corona-Pandemie. Bis dahin war sie als Sängerin, Stimmtrainerin und Business Coach gut beschäftigt. „Mir ist alles weggebrochen.“ Dieses Gefühl habe sie zu Beginn der Pandemie nicht nur bei sich als Musikerin gespürt, erzählt die 47-Jährige, die seit einem Jahr in Taufkirchen wohnt.

So viele andere seien durch Corona verunsichert worden. Roths Rezept: „Singen macht glücklich.“ Also gründete sie einen Online-Chor. Am Sonntag kann jeder mitsingen. Gut 160 Anmeldungen habe sie schon zu ihrem „Online Sing Flash Mob“, erzählt die leibliche Tochter des berühmten Entertainers Ron Williams.

Eine Freundin habe sie auf die Idee gebracht, diese musikalische Medizin mit anderen Menschen zu teilen. Ein Aufruf bei Facebook, und schon waren Dutzende Mitsänger gefunden. „Wow, ich habe einen richtigen Online-Chor gegründet“, habe sie sich damals gesagt.

Wie für viele andere war ihr das Internet für diese Zwecke zunächst fremd. „Da habe ich mich dann richtig reingefuchst.“ Die Lösung waren Zoom-Konferenzen. Man kann zwar wegen der Zeitverzögerungen nicht wirklich miteinander musizieren. Was zunächst wie ein Nachteil klingt, ist aber auch der große Pluspunkt für die Menschen, an die sich die Profi-Musikerin richtet: „Die Dusch-Sänger, die Auto- und die Karaoke-Sängerinnen.“ Niemand müsse Angst haben sich zu blamieren.

Bereit zum Online-Stream ist Ariane Roth. In ihrem Büro zuhause in Taufkirchen sei die Internet-Verbindung zum Glück sehr gut, erzählt die Musikerin. 

Denn die diplomierte Musikpädagogin hat am Anfang jeder Stunde eine beruhigende Botschaft für die Teilnehmer: „Damit du dich traust, ist das Mikro stummgeschaltet.“ Als erfahrene Stimmtrainerin könne sie aber auch so Tipps geben. „Ich sehe schon an der Körperhaltung, wenn jemand die Schultern hochzieht und verspannt ist.“

Nur Ariane Roth mit ihren professionell vorproduzierten Playbacks ist zu hören. Jeder kann ohne Hemmungen mitschmettern und -tanzen. „Mir geht es darum, dass die Leute Spaß haben und sich spüren.“ Und das haben schon viele: Bei Roths Online-Flashmob vor Weihnachten seien 250 Menschen dabei gewesen. Über die Neuauflage am Sonntag sagt die Mama eines siebenjährigen Sohnes: „Kinder sind ausdrücklich erwünscht.“ Die entsprechenden Lieder hat sie schon vorbereitet.

Das erste halbe Jahr hat Roth ihren Online-Chor gratis angeboten. Mittlerweile kostet eine einmalige Teilnahme 20 Euro oder das Monatsabo für wöchentlich zwei Termine 49,99 Euro. Als Profi-Coach ist die Sängerin aber noch weitergegangen: „Ich habe daraus ein Produkt entwickelt und singe in Workshops mit Führungskräften von DAX-Konzernen.“

Gebucht wurde die Neu-Taufkirchenerin bereits von SAP, Mastercard oder der Münchner Rück. „Es war unglaublich“, erzählt Roth über das Engagement für die Weihnachtsfeier des großen Rückversicherers. „Die Leute sind mitgegangen und rumgesprungen mit roten Mützen auf dem Kopf.“ Bei den Workshops gehe es aber nicht nur um Spaß. Beim „musikalischen Stimmtraining“ schult Roth Business-Kompetenzen, die in all den Videokonferenzen in Corona-Zeiten wertvoll sein können.

„Ich bin so dankbar“, sagt die Musikerin über den coronabedingten Neustart. Sie bekomme so viele schöne Rückmeldungen auf den Online-Chor, und das Singen gebe ihr selbst auch so viel: „Ich tue mir selbst etwas Gutes. Man singt die Sorgen weg.“

Vor Corona habe sie auch viele Live-Jobs gehabt, bei Galas oder zuletzt bei ihrer regelmäßigen Show im Theater Drehleier „The Soul Queens und der Zacken aus der Krone.“ Als Mutter sei das intensive Tour-Leben früherer Jahre aber schwierig geworden, sagt die 47-Jährige.

Ihren leiblichen Vater Ron Williams kenne sie erst, seitdem sie Mitte 20 ist. Da hatte sie ihr klassisches Studium der Musikpädagogik am Mozarteum in Salzburg schon abgeschlossen – mit Auszeichnung. Ob sie das musikalische Talent von ihm geerbt hat? „Auf jeden Fall bin ich von meinen Adoptiveltern in allem sehr gefördert worden und durfte mehrere Instrumente lernen.“

Einen Namen als Musikerin machte sich Roth ab 1999 nach dem Studium in München. Sie arbeitete mit Lou Bega, zehn Jahre lange mit Ralph Siegel, mit Leslie Mandoki und Hans Söllner – im Studio und auf der Bühne. Erst später tourte sie mit Ron Williams. In „I Have a Dream“ spielte er Martin Luther-King, in „Ray Charles“ den großen Soul-Musiker – Ariane Roth sang im Chor.

Vor einem Jahr ist sie mit Sohn und Partner in die Gemeinde Taufkirchen gezogen – und fühlt sich dort sauwohl. „Ich bin ja ein Landei“, sagt die Entertainerin in gestochenem Hochdeutsch. Aufgewachsen sei sie als Adoptivtochter mit drei Geschwistern bei Passau. Dafür sei sie so dankbar. „Die Wurzeln, die mir meine Adoptiveltern geschenkt haben, tragen mich durch die Krise.“

Anmeldung

zum kostenlosen Online Frühlings Sing Flashmob am Sonntag, 2. Mai, von 16 bis 17 Uhr auf www.sing-mit-arianeroth.com/frühlings-event

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