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Kampfbetone Festansprache: Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Joachim Sommer (r.) lobte nicht nur den Neubau seines Instituts, sondern kündigte der benachbarten VR-Bank an: „Wir werden den Genossen einen harten Wettbewerb liefern, im Bereich Taufkirchen und im Holzland.“

Festakt

Sparkasse kehrt zu ihren Wurzeln zurück

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Mit einem Festakt ist das neue Sparkassenhaus in Taufkirchen offiziell eingeweiht worden. Doch beherbergt das Gebäude, das in Rekordzeit errichtet wurde, nicht nur das Geldinstitut, sondern noch andere wichtige Einrichtungen.

Taufkirchen – Erst im Juli 2015 hatte die AIP-GmbH den Wettbewerb gewonnen. Dass das Haus schon im Juli 2017 fertig geworden ist, bezeichnete der Erdinger Architekt Werner Rotter als „unglaublich“.

Im Erdgeschoss befindet sich neben den Schalter- und Beratungsräumen der Sparkasse eine Apotheke. Im ersten Stock wird eine Zahnarztpraxis eröffnen, im zweiten Stock so genannte Portalklinken des Klinikums Erding mit Gynäkologie und Gefäßchirurgie beziehungsweise Orthopädie; gegenüber zieht ein Allgemeinarzt ein. Im ersten Stock sind noch Räume frei, ebenso wie neben dem Westeingang der Sparkasse. Hier soll aber, wie zu hören war, eine Bäckerei einziehen.

Bestens aufgelegt war Joachim Sommer, der übers ganze Gesicht strahlte. „Wir glauben an die Sache, wir glauben an die persönliche Beratung in einer digitalisierten Welt“, meinte der Sparkassen-Vorstandschef. „Und wir glauben an die Gemeinde Taufkirchen.“ Die Sparkasse sei an ihren Ursprungsort zurückgekehrt, denn am Standort der neuen Sparkasse befand sich früher das so genannte Spießerhaus. Dort wurde am 15. Mai 1934 der erste Mietvertrag mit der Sparkasse geschlossen. „Das war ein Zimmer“, erklärte Sommer. 1951 folgte der Umzug ins Liebl-Haus, 1962 ging es an den Pfarrweg, wo die Sparkasse 55 Jahre lang daheim war. Zwei Wasserschäden 2012 und 2013 setzten dem Gebäude zu, das außerdem energetisch nicht mehr zeitgemäß war, berichtete Sommer. Auf der Suche nach einem neuen Grundstück habe Manfred Becker erklärt: „Fragt’s doch den Bäcker, ob er euch das Grundstück verkauft.“ Tatsächlich habe es geklappt, erzählte Sommer. „Und so könnte das Sparkassenhaus eigentlich auch Manfred-Becker-Haus heißen.“ Der Sparkassen-Chef dankte aber auch Landrat Martin Bayerstorfer, der als

„Ohne Landrat gäbees das Haus nicht“

Verwaltungsrats-Vorsitzender der Sparkasse „zielstrebig, hartnäckig und mit Leidenschaft für das Haus eingetreten ist“. Sommer ist sich sicher: „Ohne Landrat gäbe es das Haus so nicht.“

Ein Lob für die Gemeinde Taufkirchen stimmte Architekt Rotter ein. „Ich habe noch nie erlebt, dass eine Gemeinde sofort mit dem Bebauungsplan beginnt“, sagte er. „Und dass wir fünfeinhalb Monate nach dem Wettbewerb schon die Genehmigung hatten, war unglaublich.“ Es sei eng gewesen, in letztlich 16 Monaten ab Baubeginn dieses Gebäude hinzustellen. Sparkassen-Chef Sommer habe Termine gesetzt, „die eigentlich nicht haltbar gewesen sind“. Aber: „Wir haben es geschafft.“

Bis zu 60 Handwerker hätten sieben Tage die Woche gearbeitet, berichtete Sommer uns gab zu: „Das war eine enorme Belastung für die Nachbarn.“ Er sei stolz auf das Gebäude und lobte den Architekten: „Er hat einen städtebaulichen Akzent erster Klasse gesetzt.“ Gleichzeitig schickt er eine „Kampfansage“ an die VR-Bank gegenüber. „Wir werden den Genossen einen harten Wettbewerb liefern, im Bereich Taufkirchen und im Holzland“, kündigte Sommer an.

Von einem „starken Zeichen für den östlichen Landkreis und das Holzland“ sprach Landrat Bayerstorfer. „Es ist wichtig, dass wir starke Banken haben.“ Auch die

„Freudiger Tag“für die Gemeinde

Wichtigkeit der Portalpraxis stellte der Landrat noch einmal heraus. „Das gibt einen zusätzlichen Schub fürs Klinikum“, ist er sich sicher. Den Bau beschrieb Bayerstorfer schließlich als „städtebaulich wuchtig, nicht überheblich, aber selbstbewusst“.

Bürgermeister Franz Hofstetter sprach von einem „freudigen Tag für die Gemeinde Taufkirchen“. Die Sparkasse käme nach 83 Jahren „wieder zurück zu den Wurzeln“. Gleichzeitig kündigte er an: „Wir werden die städtebauliche Entwicklung fortsetzen.“ Beim Thema Ärzte „haben mich in den letzten Jahren gewisse Enttäuschungen begleitet“. Die Versorgung sei nicht so gewesen, wie er sich das gewünscht habe. Jetzt werde das Klinikum Erding gestärkt. „Das ist ein kleiner Quantensprung für Taufkirchen“.

Der offizielle Teil endete mit dem Auftritt von Kabarettist Wolfgang Krebs, der in den Rollen als Horst Seehofer, Markus Söder und Edmund Stoiber brillierte. Immer wieder streute er auch Geschichten aus Taufkirchen und von der Sparkasse ein, so dass sich das Publikum köstlich amüsierte.

Umzug und offene Tür.

Die Sparkasse in Taufkirchen zieht am heutigen Freitag um. Am Sonntag gibt es von 11 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür. Der Geschäftsbetrieb wird am Montag aufgenommen.

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