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Aufgrund des Starkregens konnte der Festakt nicht im Baugebiet stattfinden. Also zogen die Teilnehmer kurzerhand in die Volksfesthalle um.

Kinderhaus Taufkirchen

Spatenstich fällt ins Wasser

Taufkirchen - Spatenstich am neuen Baugebiet Vötting Nord. Alle beteiligten Firmen, Planer, Bürgermeister Franz Hofstetter und seine Mitarbeiter fanden sich gestern zum Festakt ein. Doch dann kam alles ganz anders.

Land unter: Das Baugebiet war überschwemmt.

Um 11 Uhr sollte es losgehen, doch genau in diesem Moment setzte ein lang anhaltender Platzregen ein und vertrieb die Gesellschaft in die Festhalle am Volksfestplatz. Dort wollte man eigentlich erst nach dem offiziellen Akt einkehren. Anfangs noch etwas angefressen von dem „Sauwetter“ begrüßte Hofstetter kurz darauf schon wieder bestens gelaunt die Anwesenden, die teilweise pitschnass bis zu den Knien waren. Ein Baugebiet sei zunächst nichts Besonderes, meinte er. Aber im Falle der Vöttinger Straße schon, weil hier neben den 15 Bauparzellen auch ein Kinderhaus entstehen werde. Die Erschließungsarbeiten sollen im Laufe des Sommers abgeschlossen sein, erklärte er und zeige sich durchaus zufrieden mit dem bisherigen Verlauf.

Die Baufirmen Hübl und Brandl seien in Kooperation für das Baumanagement zuständig. Straße, Kanal, Wasser, Telekommunikation, „alles läuft normal, außer, dass es furchtbar schüttet“. Bauleiter Gerhard Gramperl von der Firma Sommersberger manage alles vor Ort. „Er kümmert sich auch darum, dass das Bauwasser abläuft“, spaßte Hofstetter, um sich gleich den Ausgaben zuzuwenden. 528 000 Euro würden die Baukosten betragen. Für das Fundament, die Vermessung und Planung seien die Büros Bulhoes und Eisgruber aus der Vilsgemeinde zuständig. Er lobte alle Firmen und hoffe, dass alle Maßnahmen gut abgeschlossen werden und sie der Gemeinde nicht zu hohe Rechnungen ausstellen.

Auslöser für das Baugebiet sei eigentlich das Kinderhaus gewesen. Denn die Gemeinde habe den Anspruch, für jedes Kind im Alter von null bis sechs Jahren einen Kita-Platz zu garantieren. Dass es einmal Engpässe gebe und die Kinder vorübergehend in Containern untergebracht werden müssen, habe er sich vor ein paar Jahren nicht vorstellen können. Das neue Kinderhaus sei etwas Besonderes, denn es sei eine heilpädagogische Tagesstätte mit dabei. „Es freut uns schon, weil die Einrichtung für Kinder aus dem ganzen Landkreis ist“, sagte Hofstetter.

Er nannte die Macher des Kinderhauses: die Gemeinderäte, die die Entscheidung getroffen hätten, die Planer Anneros Rieger und Michael Weinbrunner vom Büro Haindl aus München, Elektroprojektant Hans-Markus Ossner aus Velden, Landschaftsarchitektin Barbara Brenner, sowie Volker Rellingshaus aus Weißenfeld, der für Heizung, Lüftung, Sanitär, sprich das Energiekonzept, verantwortlich ist. Mit diesen neuen Partnern habe man Glück gehabt: „Es passt alles.“ Er hoffe, dass es bei der Realisierung so weiter gehe.

Als Träger des Kinderhauses konnte der Einrichtungsverband Steinhöring gewonnen werden, sagte Hofstetter. Dieser war vertreten durch Gesamtleiterin Gertrud Hanslmeier-Prockl und Einrichtungsleiterin Gabriele Ros, die eigene Ideen schon bei der Planung hatten einbringen können. 70 Kinder sollen hier in zwei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern, einer Kitagruppe mit zwölf Kinder sowie einer heilpädagogischen Gruppe mit acht Kinder betreut werden. In der neuen Einrichtung werde es wohl wieder ein Pilotprojekt für Taufkirchen geben, kündigte der Bürgermeister an, verriet aber noch nicht was. Die Energie würden die Gemeindewerke liefern.

Das Zeitfenster für den Neubau betrage nur ein Jahr. Fertigstellung ist für August 2017 geplant, Inbetriebnahme für September 2017. Dafür werden „drei Millionen Euro verbaut“, sagte Hofstetter; 800 000 Euro gebe es an Zuschüssen.

Birgit Lang

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