Das Jubelpaar Maria und Alex Bleisch mit Familie, Landrat Martin Bayerstorfer (M.) und Bürgermeister Franz Hofstetter (l.). Foto: Lang

diamantene Hochzeit Maria und Alex Bleisch

Sport und Helfen als Lebenselixier

Taufkirchen - Seit 60 Jahren sind sie ein Paar. Jetzt haben Maria und Alex Bleisch ihre Diamantene Hochzeit gefeiert. Der Jubilar ist eher ein sportlicher Typ, seine Frau „irgendwie ein Engel“, sagen ihre Kinder. Sie hilft gern anderen Menschen.

Von Birgit Lang

Bei der Feier war die ganze Familie da: alle fünf Kinder, die fünf Schwiegerkinder, die elf Enkelkinder und die sechs Urenkel. Auch Landrat Martin Bayerstorfer und Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter gratulierten den Eheleuten.

Kennengelernt haben sich die beiden im früheren Bezirkskrankenhaus, dem damaligen Fürsorgeheim. Alex war dort für seinen kranken Vater als Gärtner eingesprungen, da dieser sonst seinen Arbeitsplatz verloren hätte. Im „G’schloss“, wie es alle nannten, hat er seine Maria kennengelernt. Sie ist eine geboren Müller und stammt aus Zeilhofen. Sie war im Fürsorgeheim als Hausmädchen beschäftigt. Die beiden verschauten sich sofort ineinander, zwei Jahre später wurde am 22. Dezember 1956 im engsten Familienkreis geheiratet.

Dann zogen sie nach Kiefersfelden, wo Alex eine Anstellung als Gärtner bekam. Neun Jahre lebten sie dort. „Diese neun Jahre waren die schönsten in meinem Leben“, schwärmt die 83-Jährige heute noch. Dort kamen auch die drei Kinder Gitti, Christl und Lilli in ihrem kleinen Häuschen auf die Welt. Als sich die Gärtnerei dort auflöste und Alex Vater, der immer noch Gärtner im „G’schloss“ war, in Pension ging, kehrten sie nach Taufkirchen zurück. Hier konnte der Jubilar wieder seinen alten Job übernehmen und blieb dort 27 Jahre als Gärtnermeister tätig.

In Taufkirchen erblickte das vierte Mädl, Sigrid, das Licht der Welt. Weil die Mama unbedingt noch einen Sohn wollte, starteten die beiden zehn Jahre später noch einen Versuch, und so kam endlich der lang ersehnte Stammhalter Alex. Maria kümmerte sich daheim um die Familie und ging nebenbei als Bedienung Geld verdienen. Im Bräustüberl beim Esendorfer fing sie an. Später wechselte sie zum Wagnerwirt, dann ins Gasthaus zur Post und schließlich wieder ins Bräustüberl. So schloss sich der Kreis. Mit Mitte 60 hörte sie mit dieser Leidenschaft auf. Die Jubilarin mag gerne unter Leuten sein und war immer sehr beliebt. Noch heute grüßen die Leute schon von Weitem, wenn sie sie in Taufkirchen treffen.

In Rente fing Alex Bleisch mit dem Radfahren an. Mit 72 Jahren fuhr er einmal sogar bis nach Wuppertal zu seiner Tochter Sigrid. Vorher trainierte er und fuhr täglich rund 100 Kilometer, um die Distanz zu meistern. Von seinen Kindern bekam er zum Geburtstag noch ein Handy geschenkt, bevor er die Tour antrat. In fünf Tagen schaffte er die über 700 Kilometer lange Strecke ohne Probleme. Nur jeden Tag sei er ein bisschen nass geworden, aber das störte ihn nicht weiter. Bis zu seinem 80. Lebensjahr ging er noch gerne zum Bergsteigen und Skifahren. Heute, mit 84 Jahren, träumt er nur noch vom Skifahren, seine Beine halten nicht mehr recht her.

Seine Frau hat sich im Ruhestand sehr im sozialen Bereich engagiert. „Das ist unsere Mama. Sie muss immer helfen“, sagen ihre Kinder. So besucht sie in den umliegenden Altenheimen in Dorfen, Hohenpolding und Taufkirchen die Bewohner, hilft auch mal beim Essen eingeben und unterhält sich liebend gern mit den alten Leuten, die es ihr mit einem strahlenden Gesicht danken: „Unsre Mama ist irgendwie ein Engel.“ Maria Bleisch sieht, wenn es jemand nicht gut geht, wenn jemand krank wird, und kümmert sich dann. Auch ihren Töchtern und Enkeln hat sie diese Gabe teilweise vererbt.

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