Gemeinderat Taufkirchen

Ein Stall für knapp 40 000 Hühner

Taufkirchen - Mit nur einer Gegenstimme ist der Neubau eines Masthähnchenstalls in Abholz vom Gemeinderat Taufkirchen genehmigt worden. 39 900 Tiere sollen in dem 102,20 Meter langen und 21,84 Meter breiten Stall in Bodenhaltung im Einstreuverfahren Platz finden.

Die einzige Gegenstimme kam von Alois Maier (WGW). Er argumentierte, dass er ein Problem mit Massentierhaltung habe und dies auch in seinem Bekanntenkreis thematisiert habe. Viele würden seine Meinung teilen, betonte er. Sein Ratskollege Martin Huber (REP) entgegnete: „Massentierhaltung hört sich furchtbar an.“ Jeder kenne die Horrorbilder aus dem Fernsehen. Aber bevor er seine Hähnchen aus Osteuropa beziehe, habe er sie lieber vor Ort. „Sonst dürfen wir im Volksfest kein Hendl mehr essen. Lieber weiß ich, wo es produziert wird.“ Es handle sich bei dem beantragten Neubau um eine Standardgröße für einen Hähnchenstall, warf Peter Attenhauser (REP) ein. Biogasanlage und Hähnchenmast sei „super miteinander“ zu kombinieren, erklärte er und betonte: „Ich sehe überhaupt kein Problem.“ Außerdem werde Taufkirchen mit diesem Betrieb ein Stückchen autarker.

Bei Maier handle es sich um eine grundsätzliche Haltung, sagte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU). Rein gesetzlich könne der Gemeinderat nicht bestimmen, welche Größen es zu geben habe. Wenn ein solcher Masthähnchenstall gebaut werden dürfe, dann am besten in einem Einödhof, wie es in Abholz der Fall sei, meinte er. Denn hier würden keine Nachbarn durch mögliche Immissionen belästigt. „Ich denke, wir sollten zustimmen“, empfahl er dem Gremium.

Bereits in der vorangegangenen Sitzung des Bauausschusses war das Thema ausführlich behandelt worden. Verwaltungsleiter Konrad Karbaumer erklärte dem Gemeinderat nochmal die Größe des Betriebes und die technischen Daten. Es handelt sich um einen einstöckigen, geschlossenen, beheizbaren Warmstall mit einer Zwangsbelüftungsanlage. Die Frischluftzufuhr erfolgt über die Seitenwandzuluftventile, die entlang der Nord- und Südfassaden angeordnet werden. Die Abluft wird durch zehn Firstkamine abgeführt, die rund drei Meter über den Dachfirst herausragen.

Durch den Stall werde eine Fläche von rund 2540 Quadratmeter versiegelt. Die Traufwandhöhe betrage knapp vier Meter, die Firsthöhe fast acht Meter. Die Nutzfläche mit allen Nebenräumen, also Futterwaage, Heizraum, Schleuse, Technik oder Abstellraum umfasse knapp 2140 Quadratmeter, der umbaute Raum fast 13 000 Kubikmeter. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2017 geplant.

Für den Masthähnchenstall werde der bestehende Rinderstall abgebrochen, führte Karbaumer weiter aus. Was die immissionsrechtliche Beurteilung anbelange, so seien die nächstgelegenen Wohnbauten in Elsenberg und Frauenvils 450 bis 500 Meter entfernt. Ein entsprechendes Gutachten der Firma Hoock Farny Ingenieure in Landshut habe ergeben, dass mit keinen schädlichen Umwelteinwirkungen zu rechnen sei. Dies wurde hinsichtlich Ammoniak, Bioaerosol, Staub und Lärm berechnet. Die Tiere werden als Küken eingestallt und bis zur Schlachtreife gemästet. Die Mast erfolgt im so genannten Splittingverfahren, auch Rausfang-Mast genannt. Dabei werde ein Drittel der Tiere nach etwa 30 Masttagen mit einem Endgewicht von rund 1,7 Kilo, der Rest nach 39 Tagen mit rund 2,4 Kilo entnommen. Die zulässige Belegdichte beträgt für die Tiere mit mehr als 1,6 Kilo Lebendgewicht maximal 39 Kilo pro Quadratmeter Stallnutzfläche. Jährlich werden sieben bis acht Mastzyklen durchgeführt.

Birgit Lang

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Flüchtlinge fördern und fordern“
„Integration ist die alles entscheidende Frage der nächsten Jahre“, stellte Kerstin Schreyer fest. Bayerns Integrationsbeauftragte war auf Einladung der Frauen Union …
„Flüchtlinge fördern und fordern“
Fahranfänger mit Alkohol am Steuer
Die Dorfener Polizei hat am Sonntagmorgen einen 18-jährigen Dorfener mit Alkohol am Steuer erwischt. 
Fahranfänger mit Alkohol am Steuer
Holztransporter demoliert Bahnbrücke
Einen Greifarm nicht ganz eingefahren - und schon kracht‘s. Das musste der Fahrer eines Rückezugs erleben. Den Schaden an einer Bahnbrücke hat vorerst die Feuerwehr …
Holztransporter demoliert Bahnbrücke
Auto angefahren und geflüchtet
Nach einer Unfallflucht am Dorfener Friedhofsparkplatz sucht die Polizei Zeugen.
Auto angefahren und geflüchtet

Kommentare