Viele Fragen galt es zu klären (v.l.): Der frühere Vorsitzende Josef Niedermeier, Ludwig Keilhacker und Theo Unterreitmeier, Vermögensberater Johannes Maier, Gemeinderat Christian Aigner, Bürgermeister Franz Hofsetter sowie Peter Kapustin, Adi Kröll und Anton Schweiger. Foto: Birgit Lang

Förderverein

Stiftung soll Wasserschloss beleben

Es war eine schwierige Geburt. Viele Fragen galt es zu klären. Letztlich entschieden die Mitglieder des Fördervereins Wasserschloss eine „Förderstiftung Wasserschloss“ zu gründen.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – Die Idee hatte die Sparkasse nach dem Bau des Ärztehauses bei Bürgermeister Franz Hofstetter vorgebracht. Die Sparkasse wollte etwas „Gutes“, machen, erklärte Johannes Maier, Vermögensberater der Bank, den Anwesenden bei der Mitgliederversammlung im Festsaal des Wasserschlosses. Auch welche unterschiedlichen Stiftungsmöglichkeiten, deren Vor- und Nachteile sowie das Prozedere zur Gründung erörterte er detailliert. Sein Fazit: Eine Förderstiftung, wie sie die Sparkasse schon für die Freunde des Dorfener Jakobmayers erfolgreich eingerichtet hat, sei auch das Beste für Taufkirchen. Sie sei eine Finanzierungssäule, mit der der Förderverein dauerhaft planen könne. Es müsste ein Stiftungsrat installiert werden, der sich aus dem Bürgermeister, dem Vorsitzenden des Kommunalunternehmens (KU) Wasserschloss sowie dem Vorsitzenden und weiteren Vertretern des Fördervereins zusammen setzen soll. Risiken und Haftung gebe es für das Gremium keine, aber Gestaltungsmöglichkeiten. Maximal 20 000 Euro des aktuellen Vereinsvermögens könne in die Stiftung eingezahlt werden, sagte Maier. Weitere Zustifter könnten und sollten diese Summe beliebig erhöhen, wobei die Sparkasse die Gelder bis maximal 50 000 Euro aufdopple.

Der Vorstand, der sich schon seit einigen Monaten intensiv mit dem Thema befasst hatte, sieht darin eine gute Möglichkeit, die relativ hohen Rücklagen des Vereins von fast 40 000 Euro durch dieses Konstrukt zu halbieren. Damit gehe man dem Finanzamt aus dem Weg und das in die Stiftung eingebrachte Geld könne sogar noch vermehrt werden.

Nicht alle Mitglieder waren von der Idee sofort begeistert. Ex-VR-Bank-Chef Adi Kröll wollte wissen, was die Sparkasse auf einmal veranlasse, dieses Modell zu machen. „Uns gibt es schon seit 20 Jahren und keinen hat es interessiert. Ich hab ein bisserl Bauchweh dabei.“ Das Vereinsvermögen hätte schon jetzt für das Schloss investiert werden können, meinte Kröll und fragte: „Wenn es jetzt eine Stiftung gibt, haben wir dann plötzlich eine Verwendung fürs Geld?“ Zudem befürchtete er, dass man die Entscheidung aus der Hand gebe und keinen Zugriff mehr auf das Geld habe.

Maier antwortete, dass die Sparkasse 2,5 Prozent von 50 000 Euro für ihren Aufwand erhalte. „Der Verein darf in zehn Jahren maximal zehn Prozent des Gesamtvermögens pro Jahr rausnehmen.“ Zielsetzung ist es laut Beirat Peter Murla, aus den 20 000 Euro des Vereins 100 000 Euro für das Schloss zu machen. Seine Kollegin Conny Aigner ergänzte, es sei auch schon „ein nettes Angebot, wenn die 20 000 Euro nur verdoppelt“ würden.

Ex-Vorsitzender Josef Niedermaier sah in einer Stiftung den Vorteil, leichter an Spendengelder von größeren Firmen zu kommen. Vorsitzender Uli Wolter erinnerte an die Kosten für den Festsaal, das Kino Open Air oder den Sommernachtstanz. All das wurde vom Förderverein schon finanziell unterstützt. Außerdem stehe der Verein ja auch nach der Stiftungsgründung nicht mittellos da. Zudem könnten Ausgaben künftig aus der Stiftung und den Vereinsrücklagen finanziert werden. „Den Handlungsspielraum nehmen wir uns nicht. Wir entscheiden, wie die Gelder verwendet werden“, so Wolter.

Die Gelder sinnvoll einzusetzen, sei ein wichtiger Punkt, betonte auch Georg Schmittner, Vorsitzender des Kommunalunternehmens Wasserschloss. Sie für Baumaßnahmen zu verwenden würde nur in Abzug gebracht. Besser sei es, das Geld für den Unterhalt, kleinere Dinge oder in Kultur zu investieren.

Es sei ein mühsamer Weg gewesen, dass Schloss zu erwerben, meinte Bürgermeister Hofstetter. Nun müsse es auf Dauer mit Leben erfüllt werden. „Wir werden genügend Verwendungszwecke haben.“ Schließlich stimmten alle Anwesenden für die Gründung einer Stiftung und die dazu nötige Satzungsänderung. Nun sollen die Vereinsmitglieder sich auf die Suche nach Zustiftern machen, die ihr eingebrachtes Geld auch steuerlich absetzen können. 

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