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Diskussionswürdig: Beim Baugebiet Vötting-Nord muss die Gemeinde in einigen Punkten nachbessern.

Baugebiet Vötting-Nord

Streit ums Wunschdach

Der erste Rohbau im Baugebiet Vötting-Nord steht gerade – und schon kommen die ersten Änderungswünsche der Bauwerber daher. Zentrale Diskussionspunkte waren Dächer und Dachterrassen.

Taufkirchen – Mit vier gewünschten Änderungen im Baugebiet Vötting-Nord musste sich der Bau- und Grundstücksausschuss auseinandersetzen.

Bei einem Fall geht es um ein Doppelhaus, bei dem die Bauherren sich unterschiedliche Dächer wünschen. Der eine plant ein Pultdach, das nach Süden abfallen soll, damit er eine Fotovoltaikanlage anbringen kann, erklärte Sachbearbeiter Hans Baumgartner. Der andere möchte gern ein Satteldach bauen. Frage sei nun, ob ein profilgleicher Bau vorgeschrieben werden sollte und wenn ja, ob der erste Bau die Form vorgeben sollte. Im Bebauungsplan seien beide Dachformen zulässig, ein entsprechender Passus für profilgleiche Dächer fehle.

Bei einem Treffen konnten sich beide Bauherren nicht einigen. Einer der beiden wollte sogar vom Kauf des Grundstücks zurücktreten, falls er sein Wunschdach nicht realisieren dürfe. Gemeinderat Martin Huber (REP) meinte: „Es muss profilgleich sein, auf jeden Fall. Das schaut ja katastrophal aus, wenn es zwei verschiedene Dächer sind.“ Die Form des Daches sei Geschmacksache, gab er zu, betonte aber: „Pultdächer haben mir noch nie gefallen. Das schaut grauenhaft aus. Trotzdem müssen wir es profilgleich machen.“ Baumgartner warf ein, dass es sich nur um vier Häuser handle, aber unterschiedlichste Dächer in der neuen Siedlung von den Hauseigentümer gewünscht werden. Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) stellte klar, dass es immer wieder vorkomme, dass keine Einigung möglich sei und dass manche Häuser erst später gebaut würden. Auch für diesen Fall gelte es eine Vorkehrung zu schaffen. Das Gremium entschied sich schließlich für die profilgleiche Ausführung und dafür, dass der Erstbauende vorgebe, welches Dach errichtet wird.

Auch die vorgegebene Größe der Häuser reicht einem dieser beiden Bauherren nicht aus. Die zulässige Grundfläche von 9,50 Meter Länge auf acht Meter Breite möchte er um einen Meter nach Süden und um 1,5 Meter nach Osten vergrößern, um den Raumbedarf für seine Familie mit zwei Kindern erfüllen zu können. Den Dachraum möchte er für seine Kinder nutzen.

Außerdem wurde gefragt, ob für die im Bebauungsplan zulässigen, erdgeschossigen Anbauten mit einer Breite von 50 Prozent der Fassadenlänge, bei der die Außenwand um maximal drei Meter vorspringen darf, auch Dachterrassen zulässig seien. Diesbezüglich habe es schon die ersten Anfragen gegeben. Die Gemeinde schlug vor, Dachterrassen nur dann zuzulassen, wenn zur benachbarten Grundstücksgrenze mindestens drei Meter Abstand eingehalten beziehungsweise die Anbauten mit Dachterrasse drei Meter von der Grenze abgerückt werden.

Auch die steile Hangsituation des Baugebiets führt zu Problemen und Änderungswünschen. „Die Grundstücke fallen nach unten“, erklärte Baumgartner. Bei einer der betreffenden Parzellen gebe es ein Gefälle von einem bis eineinhalb Meter. Wenn er die geforderten fünf Meter Stauraum einhalte, müsse er mit der Garage nach Osten rücken und eine Böschung aufschütten, die ihm den ganzen Garten wegnehme. Deshalb habe Planer Alexander Groh nachträglich vorgeschlagen, Stützmauern mit maximal einem Meter Höhe zuzulassen, damit die Bauherren mit der Geländesituation besser zurechtkommen. Insbesondere für die Parzellen mit Doppelhaushälfte gebe es hier bei der Platzierung der Garagen Schwierigkeiten, sagte Baumgartner. Gemeinderat Valentin Bitzer (FW) stellte die unbeantwortete Frage: „Hätten wir das bei der Aufstellung des Planes nicht aus schon wissen können?“

Textlich nachgebessert werden müsse zudem, dass die dem ursprünglichen Grundstückseigentümer der landwirtschaftlichen Fläche zugesicherten vier Wohneinheiten auf seiner Parzelle auch im Bebauungsplan festgesetzt werden. Aktuell sind dort nur zwei Wohneinheiten eingetragen. All diese Änderungen sollen laut Wunsch des Gremiums im vereinfachten Verfahren durchgeführt und die entsprechende Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung in die Wege geleitet werden.

Birgit Lang

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