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90 Jahre Alois Zieringer: Vom Lausbuben zum Weltreisenden

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Von: Fabian Holzner

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Familienfeier mit Ehrengästen zum 90. Geburtstag (v. l.): Viola Brand, Zweiter Bürgermeister Christoph Puschmann, Enkel Andreas Brand, Tochter Roswitha Brand, Schwiegersohn Hans Brand, Ehefrau Theresia Zieringer, Seniorenbeiratsvorsitzender Heinz Schreiner, Isolde Bahr, Jubilar Alois Zieringer, Landrat Martin Bayerstorfer, stellvertretende Seniorenbeiratsvorsitzende Helga Mühlenbeck, Nina Schreiner und Gerhard Mühlenbeck.
Familienfeier mit Ehrengästen zum 90. Geburtstag (v. l.): Viola Brand, Zweiter Bürgermeister Christoph Puschmann, Enkel Andreas Brand, Tochter Roswitha Brand, Schwiegersohn Hans Brand, Ehefrau Theresia Zieringer, Seniorenbeiratsvorsitzender Heinz Schreiner, Isolde Bahr, Jubilar Alois Zieringer, Landrat Martin Bayerstorfer, stellvertretende Seniorenbeiratsvorsitzende Helga Mühlenbeck, Nina Schreiner und Gerhard Mühlenbeck. © Fabian Holzner

Alois Zieringer aus Taufkirchen blickt an seinem 90. Geburtstag auf ein aktives Leben zurück. Erst war er Kaufmann, im Ruhestand dann Krippenbauer und Herbergsvater.

Taufkirchen – Über mehrere Tage kamen Gratulanten aus verschiedensten Vereinen an die Taufkirchener Veilchenstraße zu Alois Zieringer, der seinen 90. Geburtstag feiern konnte. Zur Feier im Familienkreis traf man sich im Restaurant Kulinaria, wo auch Landrat Martin Bayerstorfer, Taufkirchens zweiter Bürgermeister Christoph Puschmann und Vertreter des Seniorenbeirats auf den Jubilar anstießen.

Zieringer kam am 24. Juli 1932 in Taufkirchen, im alten „Spieß-Haus“ an der Landshuter Straße zur Welt. Heute steht dort das neue Sparkassengebäude, damals war darin ein Schlosser ansässig, später die Bäckerei Mautner. Alois’ Vater war Mesner in der gegenüberliegenden Pfarrkirche, er war als Postangestellter aus dem Bayerischen Wald hergezogen.

Mit seinen drei Brüdern, von denen der Älteste im Krieg fiel, wuchs Alois auf dem Land auf, denn Taufkirchen war damals noch ein überschaubares Dorf. Nach der Schule wurde in den Sommermonaten im Stephansbrünnlbach gebadet und mancher Lausbubenstreich mit den Nachbarskindern ausgeheckt, erinnerte sich der Jubilar bei seinem Fest.

In der Nachkriegszeit wurde eine große Zahl Geflüchteter und Vertriebener einquartiert, auch in Alois Elternhaus. Später brachte eine Geflüchtete ihm heimlich Klavier spielen bei, ein Hobby, dem Alois noch lange Zeit nachging. Unter der damaligen Not wurde zu Weihnachten den umliegenden Bauern noch Getreide abgebettelt, das man dann „schwarz“ zu Mehl mahlen lies, erzählte der Jubilar.

Doch es kamen bessere Zeiten, für Alois und ganz Taufkirchen eng mit dem Namen Carl Hierl verbunden. Nach dem Besuch der Oberrealschule in Erding ging Alois bei Hierl, der damals noch Blumen und Matratzen verkaufte, in die Lehre. Auch noch spätabends musste er manchmal verfügbar sein, denkt er an die Ausbildungszeit zurück. Als das Unternehmen wuchs und zur Möbelfabrik Himolla wurde, fand man für den schlauen jungen Mann gut Verwendung, zuletzt war er kaufmännischer Angestellter in der Prüfabteilung.

Im Privaten fand Zieringer sein Glück im Jakobmayer in Dorfen. Dort tanzte die damals 20-jährige Theresia Eichner in den Reihen der Prinzengarde. Die beiden verliebten sich und heirateten 1956, bald darauf kam Tochter Roswitha zu Welt. Nachdem man sich ein Haus an der Veilchenstraße gebaut hatte, bereiste das Ehepaar die Welt. Sibirien, den Baikalsee, China haben die beiden gesehen und vier große Schiffsreisen mitgemacht.

Ende der 1990er war Alois Gründungsmitglied des Fördervereins Wasserschloss Taufkirchen und bereiste mit Bürgermeister Franz Hofstetter die USA, um die Städtepartnerschaft mit West Chicago zu knüpfen. Schon zuvor war er auch Mitglied der Kolpingsfamilie und im TSV aktiv.

Im Ruhestand wurden Alois und Theresia zu Kunsthandwerkern. Sie verkauften Krippen und bemalte Glaskugeln auf Weihnachtsmärkten. In der Heimat seiner Eltern, dem Bayerischen Wald, erwarben sie ein altes Schulhaus und bauten darin Ferienwohnungen aus. „Wir wurden sehr gut aufgenommen“, denkt Alois Zieringer an diese zehn Jahre zurück. Bis heute bleiben dem Jubilar viele Bilder aus einem weltoffenen, erfüllten Leben in Erinnerung.

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