Erste Adresse Mobilheim: Eva Sand entschied sich (oberes Bild, l.) sich: „I bleib ganz do.“ Das freut die Betreiber des Camplingplatzes am Lainer See, Georg und Martina Heider, sehr.
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Erste Adresse Mobilheim: Eva Sand entschied sich (oberes Bild, l.) sich: „I bleib ganz do.“ Das freut die Betreiber des Camplingplatzes am Lainer See, Georg und Martina Heider, sehr.

Einschränkungen gelockert

Campingplatz wieder offen: Freudiges Wiedersehen im Lainer Ferien-Paradies

  • vonCIF.H. Weingartner
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Nach dem Corona-Lockdown: Der Campingplatz am Lainer See ist wieder offen, und die Gäste freuen sich auf Entspannung im Grünen.

Lain am See – Der Corona-Lockdown vor Ostern war für viele Camping-Fans und Platzbetreiber ein Schock. Das Campen wurde verboten – in ganz Bayern und damit auch im Ferienparadies der Familie Heider in Lain am See. Nur die Dauercamper mit Erstwohnsitz durften in der weitläufigen Camping-Anlage in ihren Vollholz-Mobilheimen bleiben. Seit Pfingsten ist wieder jede Menge Leben auf dem Freizeit- und Camping-Areal im östlichen Gemeindebereich von Taufkirchen an der Grenze zu Buchbach.

„Für die Dauercamper ohne Erstwohnsitz war das schon ein schwerer Schock, dass sie heuer nicht raus konnten“, erzählt Georg Heider, der gemeinsam mit Tochter Martina Heider Betreiber und Besitzer der Anlage ist, beim Besuch der Heimatzeitung.

Pure Freude, große Erleichterung und ein „Riesen-Hallo“ habe es am Wochenende vor Pfingsten gegeben, als die Gäste endlich wieder anreisen durften. Zeitweise habe sich eine Schlange vor der Anlage gebildet. „Etwa 450 Dauercamper und 50 Urlauber – alle sind angerollt“, beschreibt Georg Heider das Wiedersehen. „Die Leute waren so gut drauf.“

Die Urlauber sind direkt am See untergebracht. „Zelten ist wieder gefragt“, manche haben ein Wohnmobil oder können seit einiger Zeit in „Hobbit“-Häusern übernachten, die wie große Bierfässer aussehen. „Spartanisch, aber sehr begehrt“, sagt der Chef.

Seine Besucher, darunter viele Stammgäste, kommen aus ganz Europa – Schweden, England, Italien, Frankreich oder Rumänien. Beliebt bei den Holländern sei eine Rast in Lain auf dem Weg in den Urlaub im Süden. Die Dauercamper kommen überwiegend aus der Region, aus der Stadt München und Umfeld.

Der Kiosk dient als gemütlicher Treffpunkt. Die Urlauber sitzen korrekt mit Abstand an den Tischen und machen einen entspannten Eindruck. Dass sie ihren geliebten Campingplatz nicht anfahren durften, sei schon ein Schock gewesen, ist sich die Runde einig – auch wenn hier die Einschränkungen nicht so gravierend waren wie in anderen Ländern. Umso schöner, dass man jetzt „endlich wieder raus kann“.

Alle halten sich an Hygienekonzept und Abstandsregeln, versichern die Heiders. Auf dem Weg mit ihnen durch die großzügige Anlage mit mehreren Bereichen treffen wir die Familie von Emina Katiz in ihren „Haus am See“ beim Sonnenbaden im großem Vorgarten. Sie ist Dauercamperin aus München und meint: „Saugeil, dass wir wieder kommen können.“ In Lain, „das ist was ganz anderes hier – ein Herzensgefühl. Die Umgebung am See, unbeschreiblich. Ein schöner Spielplatz, ein tolles Wirtshaus, die netten Leute und alles sehr familiär“, sagt sie begeistert. Seit fast vier Jahren kommt die Camper-Familie „jedes Wochenende, wenn’s Wetter mitmacht“. In der Großstadt sei einfach „der Platz abgegangen“, und der Spielplatz dort mit nur einem Wipp-Tier war auch noch gesperrt.

In einem eigenen Areal hat Heider seit einigen Jahren eine urgemütliche Besonderheit geschaffen: Dort steht eine ganze Reihe selbst entwickelter Mobilheime auf eigenen Parzellen. Die Häuser, etwas größer als Wohnmobile, sind aus Vollholzstämmen in Blockbauweise errichtet und eingerichtet wie eine komplette Wohnung.

In den kleinen Vorgärten wird gewerkelt – oder der Müßiggang genossen. Besonders etwas ältere Dauercamper mieten oder kaufen sich so ein Mobilheim anstatt eines neuen Wohnwagens, erklärt Heider. Der Vorteil: Das könnte man auch jederzeit auf einen Transporter laden und anderswo aufstellen.

Eva Sand schwingt sich vor ihrem Mobilheim gerade auf den E-Roller. Die Corona-Krise macht der Rentnerin keine großen Sorgen. Seit vier Jahren hat sie in Lain am See ihren Erstwohnsitz und durfte daher auch während des Lockdowns dort wohnen bleiben. „Das Mobilheim ist super“, schwärmt sie. „So zu campen, ist perfekt. Jeder hat Strom, Wasser und seine eigene Parzelle.“ Früher habe sie in der Passauer Gegend ein Haus gehabt, es aber verkauft. In Lain hat die Rentnerin früher schon Urlaub gemacht – und „jetzt bleib i ganz do“, auch weil’s eine so schöne Gemeinschaft sei.

Familie Heider betreibt die Freizeit-Camping-Anlage seit Jahrzehnten sehr erfolgreich – mittlerweile auf rund 40 Hektar. Sie waren eine der ersten im Landkreis, die „Urlaub auf dem Bauernhof“ anboten. Früher war das Anwesen ein Vierseithof, dessen Geschichte bis ins Jahr 1830 zurückreicht. Den Loaner See gab’s früher übrigens so noch nicht, auch ihn haben die Heiders angelegt. Der öffentliche Naturbadesee mit Quellwasserzufluss hat zwar trübes Wasser – aber das sei von geprüfter Topqualität, versichert Heider. Deswegen würden sogar „bekannte Damen aus dem Fernsehen“ zum Loaner See kommen. Namen dürfe er aber nicht nennen.

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