Arbeiten am Mobilitätskonzept (v. l.): Anton Fürmetz, Anton Rosenberger, Alisa Picha-Rank, Bürgermeister Stefan Haberl, Günter Mayr, Verwaltungsleiter Martin Bauer. 
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Arbeiten am Mobilitätskonzept (v. l.): Anton Fürmetz, Anton Rosenberger, Alisa Picha-Rank, Bürgermeister Stefan Haberl, Günter Mayr, Verwaltungsleiter Martin Bauer. 

Mobilitätskonzept

Corona macht‘s möglich: Taufkirchen ohne Verkehrschaos

Noch bis 29. Mai läuft die Bürgerbefragung zum Taufkirchener Mobilitätskonzept. Durch die zeitweilige Ruhe in Corona-Zeiten wurde  deutlich, wie stark die Verkehrsbelastung im Ort sonst ist.

Taufkirchen – Corona macht’s möglich: Mit weniger Fahrzeugen auf der Straße kann man sich Taufkirchen jetzt auch ohne Verkehrschaos vorstellen. Diese Erfahrungen werden auch in das Mobilitätskonzept einfließen, das die Gemeinde derzeit mit dem Planungsbüro Obermeyer und dem Team Read Deutschland erstellt. Einen Zwischenstand lieferten jetzt Bürgermeister Stefan Haberl mit Verkehrsplanerin Alisa Picha-Rank bei einem Pressegespräch im Rathaus. Noch bis 29. Mai können sich die Taufkirchener an einer Bürgerbefragung beteiligen.

2400 Bürger seien zufällig ausgewählt und angeschrieben worden, informierte Picha-Rank über die seit 8. Mai laufende Online-Befragung. Über einen Code könnten sie sich einmalig einwählen. Abgefragt werde das Mobilitätsverhalten, früher und zu Corona-Zeiten, um herauszufinden, wie sich ihr Alltag beispielsweise durch Home-Office geändert habe.

Wer nicht online antworten könne, solle sich im Rathaus melden und bekomme einen Fragebogen zugeschickt. 360 Probanden hätten ihre Antworten schon in der ersten Woche abgeben, 400 Rückmeldungen seien nötig, um bei der Größe der Gemeinde eine repräsentative Stichprobe zu erhalten. Alle, die nicht angeschrieben wurden, könnten auf der Homepage der Gemeinde unter www.taufkirchen.de/mobilitätskonzept drei Fragen beantworten und dort ihre Meinung, Sorgen und Wünsche kundtun.

Geplant seien zudem Workshops mit Schulen, Seniorenbeirat, Gewerbe, Ortsverkehrswacht und dem Forum Inklusion sowie Interviews mit Einzelpersonen. Dies sollte ab Juni/Juli erfolgen, je nachdem, wie sich die Situation bis dahin entspannt habe. Vielleicht könne man dies dann nur in kleineren Gruppen realisieren.

Unabhängig von der Akteursbeteiligung sei das Planungsbüro mit der Bestandsaufnahme in der Endphase. „Wir bringen das Fachwissen ein und können es von außen beurteilen. Wir brauchen nur noch die Bürgerdaten, dann werden die Auswertung und die Analyse durchgeführt“, erklärte Picha-Rank. So werde man Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten erkennen. Darauf aufbauend werden zusammen mit dem Gemeinderat Leitlinien erarbeitet, wie es mit der Mobilität und dem Verkehr weitergehen soll. „Ich hoffe, dass wir umsetzbare Maßnahmen entwickeln, wo sich jeder wiederfindet, der mitgemacht hat.“ Haberl fügte an, dass nicht nur große Probleme wie die Umfahrung, sondern auch kleinere Anregungen wichtig seien. Und Bauamtsleiter Günter Mayr beteuerte: „Sämtliche Antworten sind anonym, jeder kann sich von der Seele schreiben, was ihn bewegt. Es sind keine Rückschlüsse möglich, wir können auf den Zugangscode nicht zugreifen.“

Der Startschuss für das Konzept fiel im Juni 2019 mit dem Beschluss des Gemeinderats, berichtete der Bürgermeister. Die Kosten belaufen sich auf 90 000 Euro, abzüglich 60 Prozent Zuschuss von der Städtebauförderung.

In Corona-Zeiten könne man komplett neue Aspekte erleben, wie der Verkehr fast komplett stillgestanden oder wie wichtig ein vernünftig ausgebautes Radwegenetz sei. Auch die Parkplatzsituation in der Ortsmitte oder alternative Antriebsmöglichkeiten sollen erörtert werden. „Je mehr man auf alternative Wege bringen kann, desto besser ist es auch für unsere Umwelt und den Klimaschutz“, meinte der CSU-Bürgermeister. Deshalb sei auch das neue Referat für Mobilität und Klimaschutz eingerichtet worden.

Birgit Lang

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