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Abstand halten wird kontrolliert: Bademeister Ralf Alscher hat die Badegäste im Wasser im Blick. 

Waldbad wieder offen

Dem Corona-Virus davongeschwommen

Das Wetter war am Montag alles andere als verlockend für einen Badetag. Dennoch standen die ersten 15 Schwimmer pünktlich um 9 Uhr vor dem Eingang des Taufkirchener Waldbades.

Von Birgit Lang

Taufkirchen – Dabei handelte es sich um Dauerschwimmer, die alle Jahre schon in der Früh kommen, um Gesundheitssport zu betreiben, berichtet Bademeister Ralf Alscher. Das Durchschnittsalter der Besucher schätzt der Meister für Badebetriebe auf 60 Jahre. Für die meisten von ihnen war es auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Eine der fleißigen Schwimmerinnen ist Jutta Metzger. Im vergangenen Jahr war sie 135 Mal da. „Ich habe schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass das Waldbad heuer öffnen darf. Ich habe es richtig vermisst“, sagt die 86-Jährige, die sogar mit dem Rad zum Freibad gestrampelt ist. Zehn Runden ist sie geschwommen, dann wurde es ihr zu kalt. Denn das Nichtschwimmerbecken hat derzeit nur 24 Grad und das Schwimmerbecken erst 21 Grad. „Es tut mir gut, nachher geht es mir immer besser“, erklärt Metzger und packt sich warm mit Mütze und Outdoorjacke für den Heimweg ein.

Um in der Corona-Zeit allen Vorschriften gerecht zu werden, hat Alscher mit seinem Team frühzeitig mit den Vorkehrungen begonnen. Schon am Eingang vor dem Drehkreuz muss Abstand gehalten und eine Schutzmaske getragen werden. Dies gilt nicht nur für den ganzen Eingangsbereich, sondern auch für die Toiletten und den Kiosk.

Jeder Badegast muss zudem einen Zettel ausfüllen –mit Name, Adresse, Telefon oder E-Mail. Auch Ein- und Ausgangszeit sind darauf vermerkt. „Wir müssen jeden Badegast namentlich und zeitlich erfassen“, sagt Alscher. Dieser Zettel kann a, besten vor einem Besuch im Bad auf der Homepage der Gemeinde heruntergeladen werden.

Bei schlechtem Wetter, wie am Montag, reicht der Haupteingang zum Ein- und Austritt, bei schönem Wetter dient er nur als Eingang. Dann geht’s durch das große Drehkreuz im Kinderbecken-Bereich hinaus. In den Schwimmbecken sind ebenfalls Abstände einzuhalten. So sind im Schwimmerbecken immer bei zwei Bahnen eine Leine gezogen, im Nichtschwimmerbecken sind die Bahnen fünf Meter breit abgesteckt. Die Gäste halten sich an die Vorschriften und finden noch Zeit, um auch bei mehr Abstand miteinander ratschen zu können.

Im Innenbereich sind die Warmduschen und Wärmekabine gesperrt. Draußen können die Umkleiden und Schränke mit vorgeschriebenem Abstand genutzt werden. Auch bei Rutsche und Springturm gibt es Beschränkungen: Es darf immer nur eine Person hinauf. Eine Kette ist als Absperrung angebracht, die bei viel Betrieb auch vom Personal kontrolliert wird. Volleyball-, Fußball- und Minigolfplatz sind ebenso geschlossen wie der Grill.

Die Zahl der Badegäste ist beschränkt, maximal 1164 Personen dürfen gleichzeitig im Waldbad sein. Der Eintritt für Kinder unter 14 Jahre ist nur in Begleitung eines Erwachsenen erlaubt, listet der Bademeister weitere Einschränkungen auf. Trotz all der Vorschriften freut sich Alscher, dass er mit seinem Team so gut durchgekommen sei. „Wir hatten vieles vorbereitet und haben nicht bis zum Schluss damit gewartet.“ 

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