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Taufkirchen ist eine inklusive Gemeinde. Niemand soll mehr ausgegrenzt werden. Jeder soll die gleichen Chancen erhalten.

Inklusive Gemeinde

Taufkirchen erklärt alle Menschen für gleich

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Taufkirchen hat sich 2015 als eine der ersten Kommunen bundesweit zur inklusiven Gemeinde erklärt. Heute Abend soll der Gemeinderat dazu die Leitlinien beschließen. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Nur das Menschsein zählt.

Taufkirchen – Taufkirchen will eine soziale Mustergemeinde werden. Niemand mehr, ob behindert, krank, alt oder Asylbewerber, soll ausgegrenzt werden. Bei einem „Forum Inklusion“ wurden erste Weichen dazu gestellt. Heute Abend soll der Gemeinderat die Leitlinien für eine inklusive Gemeinde offiziell beschließen (19 Uhr, Sitzungssaal im Rathaus).

„Der Begriff ,Inklusion‘ (einschließen) beschreibt eine Gesellschaft, in der jeder Mensch gleichberechtigt und selbstbestimmt teilhaben kann am gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen Leben – unabhängig von Geschlecht, Lebensalter, Herkunft, Sprache, Hautfarbe, Religion, Bildungsstand, Behinderung, Krankheit oder sonstiger individueller Merkmale. Inklusion ist ein Grund- und Menschenrecht. In einer inklusiven Gesellschaft werden Vielfalt und Unterschiede als normal und bereichernd wertgeschätzt. Auf der Basis dieser Grundhaltung schaffen wir Rahmenbedingungen, die Inklusion in allen Lebensbereichen ermöglichen“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage für den Gemeinderat.

Ein Aspekt der Inklusion ist auch die Integration von Migranten und Geflüchteten, die als Integration in die Werte-Gemeinschaft und Rechteordnung (Grundgesetz, Bayerische Verfassung) sowie in die Lebens-, Kultur- und Arbeitsgemeinschaft verstanden wird. Durch „Fordern und Fördern“ soll die selbstverantwortete Teilhabe von Migranten am Leben in Deutschland ermöglicht werden.

Als Ziel wird definiert, dass sich Taufkirchen dadurch auszeichnet, „dass alle Bürgerinnen und Bürger davon überzeugt sind, dass Inklusion eine Grundhaltung des persönlichen Denkens und Handelns ist“. Prägend dabei sei die Einstellung, dass gemäß der UN-Menschenrechtscharte „alle Menschen die gleiche Würde und den gleichen Wert haben“. Deshalb erhielten alle Menschen gleichberechtigte Chanen für eine Teilhabe am Leben in der Gesellschaft.

Teilhabe durch Teil-Gabe

Für dieses Ziel sollen sich alle durch „Teil-Gabe“’ einsetzen – im persönlichen Lebensumfeld, in Behörden und Institutionen, in Unternehmen, in Vereinen und Verbänden. Geeignete Inklusions-Maßnahmen sollen entwickelt, vernetzt und von der Gemeinde unterstützt werden. Die Gemeinde will dabei Bewusstsein fördern, dass Teilhabe und Teil-Gabe die Leitmotive sind, damit Inklusion erfolgreich praktiziert werden kann.

Taufkirchen will dieses Ziel in sieben Handlungsfeldern konkretisieren, in denen Inklusions-Maßnahmen umgesetzt werden. Diese sind Bildung und Erziehung; Arbeitswelt; Verkehr, Bauen und Wohnen; Vereine, Freizeit und Sport; Kultur; Gesundheit und Soziales sowie öffentliches Leben und Mobilität.

Als Maßnahmen zur Förderung von Inklusion werden unter anderem die Förderung von Vernetzung, Inklusionsgruppen und -klassen in Kitas und Schulen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, etwa im Verkehrsbereich, in Geschäften, Banken Praxen und Lokalen sowie in öffentliche Gebäuden wie Rathaus, Schulen, Kirchen, Vereinsheime, Bürgersaal, Waldbad und Bücherei. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen und Festen wie Volksfest, Märkten und Konzerten soll auf Barrierefreiheit geachtet werden. Arbeitgeber sollen darin bestärkt werden, Menschen mit Behinderung anzustellen.

In den Lenkungskreis Inklusion sollen auch die Gremien Columbus Achter, die Arbeitskreis Umwelt, Kultur, Senioren sowie der Jugendbeirat unterstützend eingegliedert werden. Für das Erste sollen zur Umsetzung der Maßnahmen 5000 Euro im Haushalt angesetzt werden. Auch das soll der Gemeinderat beschließen. Bürgermeister Franz Hofstetter hat schon im November 2016 bei einem Forum Inklusion seine Meinung dazu gesagt: „Inklusion ist eine Sache, die uns allen nur guttun kann“.

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