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Taufkirchener Internet-Turbo gestartet (sitzend v.l.): Georg Selbertinger (Telekom), Bürgermeister Franz Hofstetter, Verena Scharf (ateneKOM), Baubegleiter Andreas Hausruckinger und Sachbearbeiter Georg Schmittner sowie (stehend, v. l.) Erhard Finger (Telekom), Franz Traßl (Amt für Digitalisierung), Vize-Landrat Jakob Schwimmer, Michael Himmelstoß (Planungsbüro IK-T ) und Vize-Wirtschaftsreferent Stefan Haberl. (Klicken Sie bitte auf das Zoom-Symbol oben rechts, um das ganze Foto zu sehen.)

Glasfaser bis in alle 150 Ortsteile

Flächendeckendes Breitband-Internet in Taufkirchen ab Ende 2020

Die Gemeinde Taufkirchen soll bis Ende 2020 komplett mit 50-Mbit-schnellem Internet versorgt sein.

TaufkirchenEnde 2020 soll die komplette Gemeinde Taufkirchen mit Breitband-Internet und Glasfaserkabeln versorgt sein. Die Mindestübertragsgeschwindigkeit liegt dann bei 50 Megabit pro Sekunde – wenn alles klappt. Der Startschuss für den Ausbau fiel offiziell im Rathaus. „Ein wichtiger Tag für uns“, sagte Bürgermeister Franz Hofstetter. Er machte aber auch seinen Frust über die vergangenen neun Jahre deutlich, in denen von Seiten der Politik viel versprochen und nur wenig gehalten worden sei. Dennoch stellte Hofstetter fest: „Wir sind nicht die allerletzten, sondern im Landkreis vorne dabei.“

4,4 Millionen Euro sollen aktuell investiert werden, für die Gemeinde bleibt ein Eigenanteil von knapp 800 000 Euro. Insgesamt wurden dann gut sechs Millionen Euro in den Internet-Ausbau für Taufkirchen gesteckt. Möglich sei dies nur wegen der vielen Förderungen gewesen, berichtete der Bürgermeister. „Jetzt kommen alle in der Flächengemeinde in den Genuss. Es war zwar ein langer und kein einfacher Weg.“

50 Mbit für alle – bis Ende 2020

Beim Ausbau setze man auf eine Kooperation mit der Telekom unterstützt von ateneKOM, dem vom Bund beauftragten Projektträger. Mit der Telekom habe man eine Vereinbarung, dass bis Ende 2020 alle Haushalte mit 50 Mbit versorgt werden.

Georg Schmittner, der zuständige Sachbearbeiter der Gemeinde, erinnerte an den bisherigen Ausbau in der Landgemeinde mit ihren 150 verstreuten Ortsteilen. 2010 habe sich Taufkirchen am ersten bayerischen Förderprogramm beteiligt, möglich war nur der Ausbau für Teile von Taufkirchen und Moosen. 2012 folgte der Ausbau des LTE-Funk-Netzes in Kooperation mit Vodafone. 2013 wurden mit einem weiteren bayerischen Förderprogramm größere Orte wie Taufkirchen, Moosen, Hubenstein, Babing, Hofkirchen, Hörgersdorf, Wambach, Geislbach, Jettenstetten, Gebensbach und Winkl mit VDSL Bandbreiten von 30 bis 50 Mbit versorgt.

Immer neue Förder-Bürokratie

Als 2016 ein Bundes-Förderprogramm aufgelegt wurde, habe Taufkirchen ein schlüssiges Konzept ausgearbeitet, „sich drei Jahre durch den Bürokratismus gekämpft“ und den Förderantrag bei ateneKom gestellt, berichtete Schmittner weiter. Dieses Mal soll eine flächendeckende Breitbandversorgung aller Weiler mit dem NGA-Standard (Next Generation Access) erreicht werden.

Dabei sollen 30 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt und damit 640 Haushalte und Gewerbebetriebe angebunden werden. Auch der direkte Anschluss der Schulen in Taufkirchen und Moosen ist geplant. Die Firma ISKA aus Holzkirchen beginne Ende Oktober mit den Tiefbauarbeiten. Dies werde häufig entlang von Wegen und Straßen geschehen, erklärte Hofstetter. Damit sei man nicht so wetterabhängig. „Ich gehe davon aus, dass die Baufirmen durcharbeiten können.“

Langsam surfen reicht vielen

Verena Scharf von ateneKOM erklärte, dies sei eines der ersten Projekte, für das ein „imaginärer Spaten in die Hand genommen wird, damit die Leute sehen, dass was passiert“. Es handele sich um ein großes Projekt, „bei der 50-prozentigen Förderung dürfen wir 1,9 Millionen Euro dazugeben“. Taufkirchen habe von „Anfang an eine Vorreiterrolle gespielt“ und die möglichen Fördermittel genutzt, erklärte Franz Traßl vom Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Erding. Die Kommune habe ein bayerisches Co-Finanzierungsprogramm optimal genutzt und sich so zusätzliche 200 000 Euro gesichert.

Seit 1. September gebe es erweiterte G-WLAN-Richtlinien, erläuterte Traßl, laut denen auch Rathäuser an Glasfaser angeschlossen werden können. Es sei ein ehrgeiziges Projekt, sagte Vize-Landrat Jakob Schwimmer. Er gab zu bedenken, dass die Bürger zwar immer die besten Standards möchten, wenn es aber zum Nutzungsvertrag komme, oft das billigste Angebot mit nur 16 Mbit Bandbreite nehmen würden. Telekom-Regionalmanager Erhard Finger bestätigte, dass sich die meisten Kunden für 50 Mbit entscheiden würden, auch wenn höhere Geschwindigkeiten möglich wären.

Aufwändige Vorarbeiten

Bei der fortschreitenden Digitalisierung werde aber eine größere Bandbreite nötig, „damit das Land nicht abgehängt wird“, sagte Traßl. Zu Verzögerungen komme es mitunter, weil es nur eine beschränkte Anzahl an lizensierten Tiefbauunternehmen gebe, die auch ihr Geld verlangen. In Taufkirchen werde man Vectoring-Technik einsetzen, die bis zu 100 Mbit ermöglicht.

Dass es seit 2016 bis heute gedauert habe, liege an den aufwändigen Vorarbeiten und der Planung, etwa für die Trasse, die teilweise auf Privatgrund liegt, sowie der Standortsuche für die 18 Verteiler, erklärte schließlich Telekom-Vertreter Georg Selbertinger.

Birgit Lang

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