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„99 Prozent eine gute Zeit“: Das waren seine 24 Amtsjahre für Bürgermeister Franz Hofstetter. 

Rückblick im Bürgersaal

Franz Hofstetters letzter Neujahrsempfang: „Ich werde mich weiter einbringen“

Fast 24 Jahre lang ist Franz Hofstetter jetzt Bürgermeister von Taudfkirchen. Meistens eine schöne Zeit für ihn - beim Neujahrsempfang verriet der 65-Jährige aber auch, was die schwersten Zeiten waren.

Taufkirchen – „Uns geht’s so gut“ – so begann Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter seine Ansprache beim Neujahrsempfang im Bürgersaal. Nach 24 Jahren im Amt steht er 2020 nicht wieder zur Wahl. Doch der 65-Jährige versprach: „Ich werde mich weiter einbringen“ – als BRK-Vorsitzender, Bezirksrat und, wenn er gewählt werde, als Kreisrat. „Aber an einem so schönen Tag wie heute, werde ich wahrscheinlich eine Skitour machen“, schloss er seine Rede schelmisch grinsend und erntete am Ende lang anhaltenden Applaus.

„Ich bin dankbar, dass 99 Prozent eine gute Zeit für mich waren“, sagte der Bürgermeister über seine Amtszeit. „Es war wunderschön.“ Hofstettern sprach aber auch schlechte Zeiten an, nannte das Wasserwerk oder die Frauenforensik, als er sogar Morddrohungen erhielt, unter denen vor allem seine Familie sehr gelitten habe.

Hofstetter erinnerte daran, dass der Neujahrsempfang 2003 vom Kulturellen Arbeitskreis ins Leben gerufen worden sei. Dies sei nur ein Produkt des „einzigartigen Kommunalmarketing-Projekts“ gewesen, das Ende der 90er Jahre startete.

Das Ärztehaus, die Dorferneuerung Moosen, das neue Ortszentrum Taufkirchen, der Erwerb des Wasserschlosses als neuer kultureller Mittelpunkt, die Schulen und Kitas waren weitere Herzensangelegenheiten. Damit wurden viele Angebote und Chancen für alle Generationen geschaffen, sagte er.

Stolz sei er zudem darauf, über 3500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Gemeinde zu haben. Um dies alles weiterhin am Laufen zu halten, brauche es Männer und Frauen, die anpacken, Entscheidungen treffen und nicht endlos diskutieren. „Wir brauchen eine Bürgerschaft, die sich einbringt.“

Viele Leute würden dazu beitragen und den Grundstein für eine Wertegesellschaft legen. Die Kommune begleite sie und habe sich wieder viel vorgenommen und ein hohes Investitionsvolumen aufgestellt. Hofstetter nannte die Klimaanlage im Rathaus, neue Feuerwehrfahrzeuge für Taufkirchen und Moosen oder das neue Feuerwehrhaus in Unterhofkirchen. Mit dem lang geplanten Neubau eines Teils der Mittelschule und der Mehrzweckhalle solle Mitte Juli begonnen werden.

Hohen Zuzugs- und den damit verbundenen Geburtenraten begegne man mit entsprechenden Einrichtungen. So seien heuer zwei neue Gruppen im Kinderhaus Pauli-Bekehr eingerichtet worden, zwei weitere sollen im Moosener Kinderhaus noch folgen. Außerdem arbeite man an einem „ganz neuen Konzept“ für einen Waldkindergarten.

Das Waldbad soll um ein Lehrschwimmbecken erweitert werden, wenn es die Finanzen erlauben, erklärte er weiter. Außerdem arbeite die Gemeinde an einem Mobilitätskonzept, um den Individual-, Rad- und Fußverkehr besser zu steuern und aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Dabei lote man sogar aus, ob es möglich wäre, wie in Augsburg, die Bürger im Gemeindebereich kostenlos im Gemeindebus fahren zu lassen. „Wir könnten auch wieder den Zug fahren lassen“, sagte der Bürgermeister. Denn die Gemeinde sei Eigentümer des Geh- und Radwegs, also der ehemaligen Bahntrasse. „Wer weiß“, meinte er vielsagend.

Das neue Gewerbegebiet in Solching werde gerade erschlossen, fuhr er fort, damit eine Firma aus dem Ortsbereich Taufkirchen dorthin aussiedeln und expandieren könne. Bis Ende des Jahres wolle man das gesamte Gemeindegebiet mit Glasfaserkabeln versorgt haben.

Auch an der Gemeindeentwicklung in den verschiedenen Ortsteilen werde weitergearbeitet. Dies alles und noch viel mehr, werde in der neu aufgelegten Broschüre „Gut aufgestellt“ dargestellt.

Landrat Martin Bayerstorfer betonte in seinem Grußwort, wie „unglaublich aktiv die Menschen im Landkreis Erding“ seien und dankte allen, die ihren Beitrag leisten würden, damit die Gemeinschaft funktioniere.

Den Rahmen für diesen Nachmittag bildeten die Begrüßung von Vize-Bürgermeister Christoph Puschmann und schwungvolle Musik des Akkordeonorchesters unter Leitung von Michael Riedmaier am Anfang sowie am Ende genügend Zeit für den Austausch. Auffallend war, dass trotz Wahlkampf im Bürgersaal nur relativ wenige Gemeinderatskandidaten und auch nicht alle Bürgermeisterkandidaten gesichtet wurden.

Birgit Lang

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