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Der Gemeindebus Taufkirchen ist künftig kostenlos im Innenbereich.

Testphase im Innenbereich

Taufkirchener Gemeindebus jetzt kostenlos

Der Gemeindebus ist im Innenbereich von Taufkirchen ab sofort kostenlos zu nutzen. Das beschloss der Gemeinderat mit 14:4 Stimmen.

Taufkirchen – Der Gemeindebus ist im Innenbereich von Taufkirchen ab sofort kostenlos zu nutzen. Das beschloss der Gemeinderat mit 14:4 Stimmen. Bürgermeister Franz Hofstetter hatte erklärt, dass die Mehrkosten auf 6000 bis 7000 Euro steigen würden, „wenn wir den Fahrpreis auf Null setzen“. Die Räte beschlossen, dies für eine Testphase auszuprobieren, bis das in Auftrag gegebene Mobilitätskonzept der Verwaltung vorliegt.

Nach Hofstetters Worten ist die Gemeinde gerade dabei, sich mit der Behinderteneinrichtung in Algasing zusammen zu tun, die an der Erdinger Straße Wohnungen errichten wolle. Hierfür sei der Gemeindebus ebenfalls eine sinnvolle Einrichtung. Mit dem Bustransfer innerhalb des 30-Minuten-Takts sei man gut dabei. Dies wolle man auch so belassen.

Zusätzliche Anbindungen?

Natürlich könne man ihn noch stärker bewerben und zusätzliche Anbindungen schaffen – etwa nach Moosen, in der Früh, mittags und abends. Das koste auch nicht viel mehr, meinte der Bürgermeister und betonte: „Wir sollten alles versuchen, dass mehr Bürger mitfahren und der Bus stärker genutzt wird.“ Hofstetters Blick richtet sich vor allem auf Senioren und Kinder, aber auch auf Erwachsene allgemein.

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) werde sich aufgrund der Diskussionen um Klimawandel und Mobilität erheblich verändern, es werde wesentliche Taktverdichtungen geben, prophezeite Hofstetter. Auch auf dem Land werde man in absehbarer Zeit eine bessere Anbindung erhalten. Dadurch werde die Attraktivität des ÖPNV für Berufstätige steigen.

Ausweitung auf alle Ortschaften möglich

„Wir geben so viel Geld für irgendwas aus. Die Frage ist, ob es uns das auch wert ist“, wollte Hofstetter von den Gemeinderäten wissen. Martin Huber (AfD) betonte, er habe den Gemeindebus schon immer befürwortet. Er hielt es aber für sinnvoller, das Mobilitätskonzept abzuwarten, bevor der Fahrpreis auf Null gesetzt werde. Zudem plädierte Huber dafür, dass alle Ortschaften im Außenbereich aufgenommen werden. „Wir müssen nichts übers Knie brachen. Wir haben keinen Druck.“ Er bat darum, das Vorhaben zurückzustellen.

„Ich gebe dir in der Sache recht“, antwortete ihm Christoph Puschmann (CSU). Aber er fände ein solches „Modell sehr reizvoll, das dem Augsburger Vorbild folgt“, die Menschen im 30-Minuten-Takt kostenlos fahren zu lassen, zumal in Taufkirchen viel im Geschosswohnungsbau generiert worden sei und dort auch viele Senioren wohnen würden, die das Busangebot nutzen könnten. „Es wäre eine Testphase mit der Option auf Ausweitung auf das ganze Gemeindegebiet. Wenn es funktioniert, hätten wir im Umkreis schon was gewonnen“, erklärte Puschmann. Josef Stummer (WGW) befand, dass dies gut sei für die angespannte Verkehrssituation in Taufkirchen.

Über Außenbereihe kann der neue Gemeinderat entscheiden

Das Vorhaben könnte in zwei Schritten durchzuführen sein, schlug Anneliese Mayer (CSU) vor. Der erste sei, diesen Vorschlag für den zentralen Ort zu beschließen. Der zweite müsste sein, dass der neue Gemeinderat über das Mobilitätskonzept nachdenke, wobei hier auch E-Bikes mit Lastfahrzeugen und Ähnliches eingebunden werden sollten. Damit würde die Kommune auch ein Zeichen für den Klimaschutz setzen.

Hofstetter schlug eine Testphase von fünf bis sechs Monaten vor. Dann sehe man, ob das Vorhaben Erfolg habe. Der finanzielle Aufwand sei verschwindend gering. Der neue Gemeinderat müsse dann darüber diskutieren, ob und wie die Außenbereiche Gebensbach, Hofkirchen oder Wambach angeschlossen werden können.

Überlegungen zu einem barrierefreien Bus

Peter Attenhauser (AfD) hielt zwei Euro für das Tagesticket für die Leistung nicht für zu viel. Er meinte, dass es keinen guten Eindruck mache, jetzt den Preis auf Null runter zu fahren und die freiwillige Leistung dann wieder aufzuheben, wenn es sich nicht rechne. „Beide Argumente haben etwas für sich“, gab Bürgermeister Hofstetter zu.

Hubers Antrag, das Vorhaben zu verschieben, wurde dennoch mit großer Mehrheit abgelehnt. Nur die beiden AfD-Räte, Josef Fanger und Stephan Bachmeier (beide Einigkeit Moosen) stimmten dafür. Dann wurde die kostenlose Nutzung des Gemeindebusses im Innenbereich von Taufkirchen beschlossen.

Hofstetter informierte auch, dass Unternehmer Rudi Nagl einen neuen Gemeindebus mit Einstiegshilfen auch für Rollstühle und Kinderwagen anschaffen wolle.

Birgit Lang

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