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Am Kriegerdenkmal wurden der Tradition entsprechend Kränze niedergelegt. 

„Mahnung, dass so was Schreckliches nie mehr passieren möge“

Kriegerjahrtag und Volkstrauertag in Moosen – Tiefgründiger Gottesdienst

In der Moosener Kirche wurde ein tiefgründiger Gottesdienst zelebriert. Zum Kriegerjahrtag und Volkstrauertag gab es tiefe, pazifistische Worte.

Moosen – Erstmals wurden in Moosen Kriegerjahrtag und Volkstrauertag gemeinsam gefeiert. Dazu trafen sich viele Mitglieder der Krieger- und Soldatenkameradschaft mit den Fahnenabordnungen der Orts- und umliegender Vereine sowie den Gläubigen. Zuvor marschierten sie, begleitet von den Original Moosenern, vom Dorfplatz zur Kirche. Dort zelebrierte Pater Dominik einen tiefgründigen Gottesdienst.

„Früher als normal gedenkt ihr der Gefallenen und Vermissten der beiden Kriege“, aber auch der langen Friedenszeit, sagte er. Gemeinsam wolle man nun um Frieden und Gerechtigkeit beten. Der Pater bezeichnete es als eine „sehr dringende Einladung an uns alle, dankbar zu sein für all das, was wir in unserem Leben für so selbstverständlich halten“. Seit Jahrzehnten sei die Gesellschaft keiner Ideologie verfallen. Obwohl immer wieder welche kämen, seien die Menschen dagegen resistent.

Leben nach den Werten des Evangeliums

Er erinnerte an den vorbildhaften Korbinian Aigner, der bewiesen habe, wie man als gerader Mensch und Priester sein Leben meistern könne. Man müsse nicht bei jeder Mode und Idee mitschwimmen, sondern solle nach den Werten des Evangeliums leben. „Ich wünsche euch Aufmerksamkeit und Dankbarkeit in einer Zeit, in der sich wieder Ideologien einschleichen und Kriege präsent sind.“

Stephan Fellermayer, seit 25 Jahren Vorsitzender der Krieger- und Soldatenkameradschaft, verlas die sehr lange Liste der Vermissten und Verstorbenen beider Weltkriege aus dem Bereich Moosen. Auch aller Opfer von Gewalt und Hass, Vertreibung, Verfolgung, die wegen ihres Glaubens, ihrer Rasse, als Minderheit, wegen Krankheit oder Behinderung getötet wurden, sowie aller Widerstandskämpfer wurde gedacht.

Für Frieden beten und handeln

Danach zogen die Teilnehmer zum Kriegerdenkmal, wo Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter an alle Frauen und Männer erinnerte, die Opfer von Krieg und Terror geworden seien. Dieses Gedenken sei so wichtig, weil es eine „Mahnung sei, dass so was Schreckliches nie mehr passieren möge“. Er lobte die Krieger- und Soldatenkameradschaften, die die Kriegerdenkmäler pflegen und diesen Gedenktag stattfinden lassen.

Hofstetter bezog sich auf den ersten politischen Mord seit Weimar, dem an Walter Lübcke, und betonte: „Unsere Demokratie steht am Scheideweg. Es ist wichtig, dass die Mehrheit der Bevölkerung nicht den unsäglichen Worten mancher folgt, sondern aufsteht und für Frieden betet und dafür handelt.“

Die Moosener legten der Tradition entsprechend am Ehrenmahl zwei Kränze nieder. Fellermayer zitierte das Gedicht, das vor ihm schon sein Vater Lorenz als Vorsitzender des Vereins vorgetragen hatte. Danach wurden die Fahnen gesenkt und „Ich hatt’ einen Kameraden“ von der Blaskapelle angestimmt. Dazwischen schoss Anna Kuhn aus Gebensbach dreimal mit ihrer Kanone zu Ehren der Vermissten und Gefallenen, bevor die Kameraden und Vereinsabordnungen mit der Kapelle von John Schirmbeck zum Wirt marschierten.

Birgit Lang

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