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Provisorium: Derzeit ist die BRK-Rettungswache in Containern am Feuerwehrhausgerätehaus untergebracht.

Trotz massiver Kritik

Taufkirchen hält an Rettungswache fest

Die geplante BRK-Rettungswache an der Erdinger Straße stößt bei Anwohnern weiter auf Ablehnung. Die Gemeinde hält dennoch am Bau fest.

Von Tobi Fischbeck

Taufkirchen – Der Grundstücks- und Bauausschuss des Gemeinderats hat sich nach der öffentlichen Auslegung der 62. Änderung des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes Nr. 95 „Rettungswache“ mit einer ganzen Menge von Einwendungen beschäftigt. Vor allem einige direkte Anwohner wehren sich gegen den Bau der Rettungswache. So schickten diese teils seitenweise lange Schreiben mit vielfältigsten Gründe gegen den Standort an die Gemeinde. Der Bauausschuss aber ließ sich von seiner Linie nicht abbringen und nahm die Bedenken zwar zur Kenntnis, änderte aber auch mithilfe von Gutachten nichts an seinem Entschluss.

Doch nicht nur die Anwohner beschweren sich, auch die Gemeinden Hohenpolding, Steinkirchen und Kirchberg sowie die Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen (mit Ausnahme der Gemeinde Inning) laufen Sturm gegen den geplanten Standort. Vor allem die Argumentation, dass die Fichtenstraße nicht gut genug ausgebaut sei, um den Rettungsdienst schnell auch in nördliche Richtung gelangen zu lassen, ärgert hier Bürgermeister Franz Hofstetter mächtig. Einem Unternehmen aus dem Steinkirchener Ortsteil Eldering sei eine Sondergenehmigung zur Benutzung der Fichtenstraße erteilt worden, „weil diese so gut ausgebaut“, aber prinzipiell für Lkws gesperrt sei. „Insofern ist das Argument der Gemeinde Steinkirchen, die Fichtenstraße sei nicht geeignet, paradox“, sagte Hofstetter auf Nachfrage der Heimatzeitung.

Der Gemeindechef spekuliert, dass dies „mit einer bestimmten Person“ zu tun habe, die sich gegen die Pläne stelle. Um wen es geht, ließ er offen. Gemeint sein könnte Karlheinz Miksch, Anwohner in der Fichtenstraße in Taufkirchen und gleichzeitig Geschäftsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen, der eben auch die Gemeinden Steinkirchen, Hohenpolding und Kirchberg angehören. Miksch allein hat insgesamt sieben Einwendungen auf 42 Seiten verfasst. Weitere Einwände von Familienmitgliedern sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Die Argumente dabei sind vielfältig. So hat Miksch unter anderem Bedenken bei den Abstandsflächen wegen Lärm und der Entwässerung der neuen Rettungswache. Die Position des Gebäudes verletzte den Naturschutz, da das Landschaftsbild beeinträchtigt werde. Zudem sieht Miksch wegen eines Gefährdungspotentials im Einfahrtsbereich eine Wertminderung der Immobilien der Anwohner. Zu den Einwendungen von Miksch wolle sich Bürgermeister Hofstetter aber nicht äußern.

Von öffentlichen Stellen haben das Wasserwirtschaftsamt, die Kreisbrandinspektion, die Abteilung Denkmalschutz im Landratsamt (LRA), die Untere Immisionsschutzbehörde im LRA und die Polizeiinspektion Dorfen entweder Einwände vorgebracht oder Korrekturen gefordert. Diese Bedenken konnte der Bauausschuss jeweils ausräumen, teilweise auch mithilfe von einigen Gutachten. Die häufigste Forderung: Alternativen für den jetzigen Standort sollten ins Spiel gebracht werden. Die Verwaltung aber zeigte anhand von Beispielen verschiedener Stellen in Taufkirchen die Alternativlosigkeit des jetzigen Standortes auf und gab an, dass auch das Rote Kreuz den geplanten Standort favorisiere.

Auf einer Vernissage im Taufkirchener Rathaus zum Thema „Schwarzweiß“, keine 24 Stunden nach der Bauausschusssitzung, brachte Hofstetter seinen Unmut erneut zum Ausdruck. Auch bei der Rettungswache werde „schwarz-weiß“ gesehen. „Da habe ich dann ein Problem mit solchen Dingen. Es geht ganz einfach darum, dass man versucht, Menschenleben zu retten. Und da finde ich es schade, wenn man darüber diskutiert, ob wir das brauchen oder nicht“, konstatierte Hofstetter.

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