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Mindestens fünf Diebstähle hat ein Italiener innerhalb von ein paar Stunden begangen. Symbolbild

Ein Leben zwischen Knast und Koks

Italiener nach Beutezug wieder im Gefängnis

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Etwa 15 Jahre seines 41-jährigen Lebens hat er im Gefängnis verbracht. Vor dem Amtsgericht Erding stand jetzt ein Italiener, der binnen eines Tages mindestens fünf Diebstähle begangen hat.

Taufkirchen/Erding – Etwa 15 Jahre seines 41-jährigen Lebens hat er im Gefängnis verbracht. Noch viel länger ist er von schweren Drogen abhängig. Vor dem Amtsgericht Erding stand jetzt ein Italiener, der im Oktober vergangenen Jahres binnen eines Tages mindestens fünf Diebstähle begangen hat. Die Opfer leiden bis heute. Das Schöffengericht unter dem Vorsitz von Richter Björn Schindler verurteilte den Neapolitaner zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis.

Der Pizzabäcker aus Süditalien, der eigenen Angaben zufolge noch nie einer regulären Beschäftigung nachgegangen ist, war erst zehn Tage vor seinem Beutezug nach Deutschland gekommen, angeblich, um endlich legal in der Gastronomie zu arbeiten. Wegen mindestens 15 Delikten hatte er in Italien jahrelang im Gefängnis gesessen – immer wegen Diebstählen, um seine Sucht zu finanzieren. Zweimal war dem Vater dreier Kinder im Alter von 6, 11 und 19 Jahren sogar die Flucht gelungen.

Knapp sechs Stunden auf Beutezug

In seiner neuen Wahlheimat ging dem schmächtigen Mann das Methadon aus, das er seit über 20 Jahren als Ersatz zu Kokain, Heroin und anderem Rauschgift bekommt. „Ich habe in München deshalb wieder Drogen gekauft“, gab er kleinlaut zu. Als der Entzug zu schlimm wurde, erschien er am 4. Oktober in der Notaufnahme des Erdinger Klinikums. Von dort ging es im Rettungswagen umgehend in die Psychiatrie nach Taufkirchen. Dort hatte er vier Tage später mit Leidensgenossen Ausgang. Er verlor den Anschluss.

Was danach passierte, könne er sich selbst nicht erklären, räumte er ein. Staatsanwältin Romina Rodde war da besser informiert. Der Beutezug des Italieners begann um 11 Uhr und endete gegen 16.45 Uhr. In dieser Zeit klaute er eine Jacke, Zigaretten, zwei Handys, ein Mountainbike und einen Geldbeutel. Mit dem Rad fuhr er dann von Moosen nach Taufkirchen – und der Polizei direkt in die Arme.

Opfer sind traumatisiert

Zwei Fälle nahm ihm das Gericht besonders übel: Er fuhr auf das Grundstück einer Familie, setzte sich ins unversperrte Auto in der Garage, um den Geldbeutel einer 41-Jährigen zu entwenden. Doch die wusste sich zu wehren. „Ich hab’ ihn in den Schwitzkasten genommen“, sagte sie im Zeugenstand. Beim Versuch sich zu entwinden, schubste er die Frau an die Wand. Sie erklärte, nicht nur sie habe ihr Sicherheitsgefühl verloren, sondern vor allem ihre beiden Kinder. Sie litten nach wie vor unter dem Erlebten.

Ebenso die Tante eines weiteren Opfers, eine 63-jährige Frührentnerin, der beim Entladen des Autos das Handy gestohlen war. Auch die Tante sei nach wie vor traumatisiert. Der Neapolitaner entschuldigte sich wortreich bei den Zeugen.

Weitere eineinhalb Jahre Knast

Schindler verlas ein psychiatrisches Gutachten, demzufolge der 41-Jährige aufgrund seiner langen Drogenabhängigkeit in seiner Steuerungsfähigkeit eingeschränkt gewesen sein könnte. Staatsanwältin Rodde plädierte dennoch auf ein gewerbsmäßiges Vorgehen. Sie wertete die Taten mit Blick auf die Opfer als „besonders schweren Diebstahl“ und forderte zwei Jahre und sechs Monate Gefängnis – trotz Entschuldigung und Reue.

Pflichtverteidiger Andreas Martin war der Auffassung, es seien einfache Diebstähle mit relativ geringem Schaden gewesen. Alle Gegenstände seien zurückgegeben worden. Eine Geldstrafe sei ausreichend. Das Schöffengericht verhängte (weitere) 18 Monate Gefängnis. Seit Oktober sitzt der Mann in Untersuchungshaft. Ausschlaggebend für das Urteil seien nicht zuletzt die schlimmen Folgen für die Opfer gewesen.

Hans Moritz

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