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Tagelang neben der Leiche seines Vaters lebte Stefan K. (55) in dessen Wohnhaus an der Tulpenstraße in Taufkirchen. 

Zwei tote Männer gefunden

Schaurige Vermutung: Polizei hat neue Theorie zum Familiendrama von Taufkirchen

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Die Ermittlungen im Fall zweier toter Männer in Taufkirchen sind so gut wie abgeschlossen. War es das böse Ende einer sehr dominanten Familienbeziehung?

Taufkirchen – Tagelang war Horst K. nicht mehr vor seinem Haus an der Tulpenstraße in Taufkirchen gesehen worden. Als dann auch noch Verwesungsgeruch aus dem Anwesen strömte, alarmierten Nachbarn am Donnerstagabend voriger Woche die Polizei.

Als die Kripo das Haus betrat, stieß sie kurz nach 21 Uhr auf zwei Leichen – die von Horst K. und die seines Sohnes Stefan K. (55). Was die Ermittler stutzig machte: Der Leichnam des Vaters war bereits so stark verwest, dass erst die Obduktion ergab, dass es sich tatsächlich um den Maler handelte. Der Sohn hingegen muss erst kurz vor dem Eintreffen der Polizei zu Tode gekommen sein. Er hatte sich selbst gerichtet – aus Verzweiflung?

Abschiedsbrief gibt Aufschluss

Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, berichtet auf Anfrage unserer Zeitung: „Wir haben einen Abschiedsbrief gefunden, aus dem klar hervorgeht, dass Stefan K. der Täter war und er danach selbst aus dem Leben geschieden ist.“

Was das Motiv betrifft, hält sich die Polizei zurück. Kammerer bestätigt aber Recherchen unserer Zeitung, wonach der 81-Jährige sehr dominant aufgetreten sein soll. Aus dem Umfeld der Familie beziehungsweise des Tatorts klingt das drastischer. Die Rede ist von einem Senior, der seine Familie nicht gerade zimperlich befehligt haben soll.

Als seine Frau im Mai vergangenen Jahres starb, zog Stefan K., der in Taufkirchen wohnte, wieder bei seinem Vater ein – nach Recherchen unserer Zeitung auf dessen Druck. Es ist daher möglich, dass bei dem 55-Jährigen, der weder verheiratet ist noch Kinder hat, die Sicherungen durchgebrannt sind – aus welchem Grund auch immer. Horst K. starb, wie berichtet, infolge dumpfer Gewalteinwirkung gegen den Kopf. Sprich: Er wurde erschlagen.

Lebte Stefan K. tagelang neben der verwesten Leiche?

Kammerer: „Zum Auslöser können wir nichts sagen. Den Sohn können wir nicht befragen, da er nicht mehr lebt.“ Es gibt noch einen zweiten Sohn, der ebenfalls Horst heißt und mit seiner Familie in einer kleinen Gemeinde im Landkreis Weilheim-Schongau lebt. Er hat mit der Tat aber nichts zu tun.

Nicht mehr zu klären ist auch, ob Stefan K. wirklich tagelang neben der verwesenden Leiche gelebt hat, oder ob er zeitweise in seine eigene Wohnung in Taufkirchen zurückgekehrt ist. Ein Nachbar will Stefan K. einmal beim Einkaufen gesehen haben. Vor einer Woche wurde er dann tot im Keller des Elternhauses gefunden.

Bei der Kripo wird der Fall als Tötung und Selbsttötung geführt. „Wir werden die Akte demnächst schließen“, kündigt Kammerer an. Auch die Staatsanwaltschaft Landshut hält die beiden Todesfälle für ausermittelt. Juristisch gibt es nichts mehr zu klären. Tote können nicht verurteilt werden. In den nächsten Tagen können Horst und Stefan K. beigesetzt werden – vermutlich in dem Familiengrab, in dem bereits Adelheid K. liegt. Sie war im Mai 2017 im Alter von 81 Jahren verstorben.

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