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Engagiert bei mobb-ned sind (vorne, v. l.) Schriftführerin Tanja Skwara, 2. Vorsitzender Peter Murla, 1. Vorsitzende Gertraud Mesner, (Mitte, v. l.) Anneliese Weger, Kassierer Andreas Orthuber, Beate Welsch und Gabriele Kronseder sowie (hinten, v. l.) die Musiker Sylvie Seizinger und Tom T. Mayer, Simon Weinhuber und Brigitte Murla. 

Verein mobb ned

Mit singendem Glitzer-Fisch gegen Mobbing

Vor einem Jahr wurde der Verein Mobb-ned gegründet. Seither ist viel passiert – trotz Corona.

Von Birgit Lang

Jettenstetten – Die erste Jahreshauptversammlung fand beim Grillfest im Garten von Brigitte Murla, Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege Erding, in Jettenstetten statt. Hier berichteten Vorsitzende Gertraud Mesner, Initiatorin des Vereins, Puppenspielerin Beate Welsch sowie die Musiker Sylvie Seizinger und Tom T. Mayer von der Bockhorner Band „boomboombäng“ von ihren Aktivitäten in den vergangenen Monaten.

Mesner erinnerte an die einjährige Vorbereitungsphase bis zur Gründung des Vereins, der sich die Sensibilisierung für die Problematik Mobbing, die Förderung von Präventionsmaßnahmen und die Vermittlung von Hilfe für Mobbingopfern zur Aufgabe gemacht hat. Zudem informierte sie über ihre Idee des Präventivpuppentheaters „Miteinander – Füreinander – eine Unterwasser-Geschichte“ für Vor- und Grundschulkinder, dessen Gestaltung Welsch übernahm. Dies sei die erste Aktivität gewesen, mit der der Verein nach außen aufgetreten sei. Auch hätte ein Treffen mit Leiterinnen der kommunalen Kindertagesstätten stattgefunden, bei dem das Konzept vorgestellt wurde und man auf großes Interesse gestoßen sei. Bereits im Oktober hätten die ersten Aufführungen stattgefunden, auch außerhalb des Landkreises. Wegen Corona mussten allerdings weitere abgesagt werden.

Vorschulkinder reagieren aktiver

Bereits seit zwölf Jahren macht Beate Welsch, Kulturpreisträgerin des Landkreises, Präventionstheater. Beim neuen Mobbing-Theater geht es um den fröhlich-singenden Glitzer-Fisch, der von drei Fischen erst verbal und dann körperlich bedrängt werde, erzählte sie. Dabei. habe sie unterschiedliche Erfahrungen gemacht. „Je jünger die Kinder sind, desto weniger können sie die Übergriffe aushalten.“ Vorschulkinder würden aktiver reagieren, aufspringen, dem gemobbten Fisch Mut machen, ihn unterstützen und auffordern: „Glitzer, Glitzer, du musst dich wehren.“ Aber „wenn die Kinder eingreifen, muss man reagieren und versuchen, den roten Faden wieder aufzufangen“, betonte Welsch. Das sei für sie anstrengender und schwieriger.

Je älter die Kinder würden, desto mehr würden sie konsumieren. Ausschlaggebend sei zudem, wie die Kinder auf das Stück vorbereitet worden seien. So würden viele zum Schluss beim Refrain des Liedes „So wie du bist, bist zu richtig“ mitsingen. Kleine Gruppen, bis zu 20 Zuschauer, fand Welsch ideal.

Theater erscheint als Erzählgeschichte

Mobbing-Expertin Mesner erklärte, dass das Theater ab dem Vorschulalter geeignet sei. Kinder ab der 4. Klasse seien teils schon abgestumpfter und hätten die Thematik selber schon erlebt. Ein einfaches Lied mit Wiederhol-Charakter einzuflechten, sei ihnen beiden wichtig gewesen. Deshalb habe man Seizinger und Mayr gebeten, ein Lied zu komponieren. Sie hätten gute Arbeit geleistet, ihnen sei ein Ohrwurm gelungen. Peter Heger von der Kreismusikschule habe es bearbeitet. Mesners Traum ist nun, ein Musikvideo zu produzieren.

Durchgeführt wurde auch ein Vortrag zum Thema „Erste Hilfe bei Mobbing am Arbeitsplatz“, bei dem ein Jurist über das Arbeitsrecht informiert habe, „um alle Mitglieder auf einen gemeinsamen Stand zu bringen“, wie Mesner sagte. Ausgefallen seien geplante Veranstaltungen für ältere Kinder und für Erwachsene. Wenn möglich, wolle man im Spätherbst eine Buchvorstellung mit Autor und ein Weihnachtstreffen mit Impulsvortrag für die Mitglieder veranstalten.

Mesner hatte aber auch eine traurige Nachricht für die Anwesenden: Beate Welsch wird im Herbst 2021 nach Norddeutschland ziehen. „Ich bin nicht ganz aus der Welt“, versprach diese und, dass sie sich um eine gute Übergabe und Lösung kümmern werde, damit es mit dem Puppentheater weitergehe. So konnte mit dem Don-Bosco-Verlag ein Vertrag unterschrieben werden, bei dem das Theater als Erzählgeschichte in der Reihe „Mein Kamishibai“, einem Verkaufsschlager, erscheinen werde. Mesner wird dazu ein Beiheft zum Thema Mobbing schreiben.

Welsch hatte einen schmalen Holzkasten als Beispiel mitgebracht. Mit einem solchen könne quasi als kleines, mobiles Bilderbuch-Theater die Geschichte vom Glitzerfisch erzählt werden. 15 Bilder werde es dafür geben, die von Illustratorin Antje Bohnstedt gestaltet werden. Zu jedem Bild gebe es einen Text, der vorgelesen werden könne. So könne die Mobbing-Geschichte einfach und wirkungsvoll vermarktet und verbreitet werden. Eventuell könnte man auch das Lied auf CD dem Kastentheater beifügen, ebenso ein Vereinslogo. Der Verein würde pro verkauftes Bilderbuch-Theater 80 Cent verdienen, habe aber keine Unkosten. „Sie haben uns in Aussicht gestellt, das auch als Bilderbuch rauszubringen“, fügte Mesner noch an.

Nichts Spektakuläres hatte Kassier Andreas Orthuber zu berichten. Bei neun Mitgliedern habe man 218 Euro an Beiträgen eingenommen. Zwei neue konnten an diesem Abend begrüßt werden. Ausgaben waren nötig für den Notar zur Vereinsgründung und für den Eintrag ins Handelsregister. Auch Spendenquittungen könnten nun ausgestellt werden, so der Kassier.  

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