Schulsanierung

Taufkirchen muss bis 2045 zahlen

Eine Investition von knapp 34 Millionen Euro Gesamtkosten in Schulbaumaßnahmen hat den Taufkirchener Gemeinderat geschockt (wir berichteten). Jetzt wurde die Finanzierung dazu beraten.

Taufkirchen – Das ist das bislang finanziell aufwändigste Bauprojekt der Gemeinde Taufkirchen: die Schulbaumaßnahme samt Umfeldgestaltung. Ein Teilbau der Mittelschule (C-Bau) wurde bereits ersetzt. Geplant wird nun seit 15 Monaten auch der weitere Ersatzbau für A- und B-Bau sowie die marode Dreifach-Turnhalle und die Gestaltung des Schulumfelds.

Mit dem Projekt geht die Kommune „an die Grenzen“, sagte Kämmerer Fritz Krieg. Entsprechend der gewaltigen Summe, fast 34 Millionen Euro finanzieren zu müssen, waren die Minen im Gemeinderat angespannt. Einig war man sich, dass im Bereich der Mittelschule etwas gemacht werden muss und die Planungen daher weitergeführt werden sollen. Gefordert wurde, dass nach Einsparmöglichkeiten gesucht wird.

Krieg stellte seinen Finanzierungsplan vor und machte deutlich, dass dieses Projekt den Gemeindehaushalt voraussichtlich bis 2045 belasten werde. Nach aktuellem Stand soll die Planung 2018 abgeschlossen sein, 2019 ist Baubeginn, Fertigstellung bis 2022. Die Gesamtkosten schätzt die Finanzverwaltung derzeit auf 33,5 Millionen Euro. Krieg betonte, da seien alle Kosten inklusive Gestaltung des Schulfeldes mit Brückenbau am Schulweg über die Vils mit eingeschlossen. Bei erwarteten staatlichen Zuschüssen von rund 10,5 Millionen und Eigenmitteln von 7,5 Millionen sollen rund 16 Millionen Euro langfristig über verschiedene Darlehen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Konditionen finanziert werden. Spätestens 2045 sollen alle Kredite abbezahlt sein. Die Kommune werde ihre Pflichtaufgaben weiter erfüllen können, es sei aber mit Einsparungen in anderen Haushaltsbereichen zu rechnen.

Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) sagte, es gebe „noch keine endgültige Entscheidung, solange nicht ausgeschrieben ist“. Man habe „viele Stellschrauben“, um zu sparen. Man könne etwa statt einer Mehrzweckhalle wieder eine Dreifach-Turnhalle bauen, nicht förderfähige Flächen wie größere Klassenzimmer reduzieren, die Fassade einfacher gestalten, eine mögliche Grundschulerweiterung weglassen – oder das Projekt ganz stoppen.

Letzteres wollte niemand im Gemeinderat. Es soll gespart werden, wobei man die ganz großen Einsparmöglichkeiten in Millionenhöhe noch nicht gesehen hat. Da seien die Planer jetzt gefordert. Christoph Puschmann (CSU) sagte, dass man aufgrund der Haushaltsbelastungen in allen Haushaltssparten nach Einsparungen werde suchen müssen. Er warnte aber, künftig bei der Kultur den Schlossbetrieb gegen die Schule auszuspielen. Er war auch der Ansicht, Taufkirchen brauche eine Mehrzweckhalle.

Beschlossen wurde gegen die Stimmen von Huber und Peter Attenhauser (beide REP), die Planungen bei einer Gesamtsumme von 33,5 Millionen Euro weiterzuführen. Die Finanzierung nach dem Vorschlag von Korbinian Empl (FW) mit einer 500 000 Euro höheren Tilgung über die ersten fünf Jahre soll überarbeitet und im nächsten Gemeinderat erneut vorgestellt werden. Huber und Attenhauser machten vor allem die lange Haushaltsbelastung für spätere Generationen Sorgen.

Hermann Weingartner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Radlständer sollen keine Autos verdrängen
Die Stadt will am Dorfener Bahnhof erneut zusätzliche Autoparkplätze und Fahrradständer schaffen. Weit über 100 000 Euro werdendafür ausgegeben.
Radlständer sollen keine Autos verdrängen
Bienensterben: Imker und Bauer diskutieren
Die Bauern könnten das Bienensterben reduzieren, so die Meinung der Erdinger Imker. Sie trafen sich mit BBV-Kreisobmann Jakob Mayer am abgemähten Kleefeld zu einem …
Bienensterben: Imker und Bauer diskutieren
Sieg durch „Doping mit Weihwasser“
Die Bitte um schönes Wetter beim Gottesdienst vor dem 41. Hunderennen in Großköchlham hat geholfen. Ob Pater Paul auch um den Sieg seiner Labrador-Hündin gebeten hat – …
Sieg durch „Doping mit Weihwasser“
Seit 50 Jahren eine Wasserwacht-Familie
1967 passierte ein tödlicher Badeunfall im Wörther Weiher. Deshalb kam die Gründung für eine Wasserwacht auf –eine Idee, die damals im Bauwagen entstand.
Seit 50 Jahren eine Wasserwacht-Familie

Kommentare