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Neuer Erzpriester mit „olympischen Genen“: Georgios Vletsis tritt seinen Dienst in Taufkirchen an

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Ein herzliches Willkommen erhielt Erzpriester Georgios Vletsis (2. v. l.) von Landrat Martin Bayerstorfer, Erzpriester Apostolos Malamoussis, Gemeinderätin Sosa Balderanou und Bürgermeister Stefan Haberl (v. l.).
Ein herzliches Willkommen erhielt Erzpriester Georgios Vletsis (2. v. l.) von Landrat Martin Bayerstorfer, Erzpriester Apostolos Malamoussis, Gemeinderätin Sosa Balderanou und Bürgermeister Stefan Haberl (v. l.). © Fabian Holzner

Mit einem Gottesdienst wurde Georgios Vletsis als griechisch-orthodoxer Geistlicher in Taufkirchen eingeführt. Wegen der  Corona-Beschränkungen konnten nur 40  Gläubige mitfeiern.

Taufkirchen – Die seit fast 50 Jahren bestehende griechisch-orthodoxe Gemeinde in Taufkirchen konnte mit Georgios Vletsis ihren neuen Erzpriester begrüßen. Er folgt dem 91-jährigen Erzpriester Ploutarchos Kostandinidis nach, der bisher die orthodoxen Gottesdienste in der evangelischen Johanneskirche abhielt.

Geleitet wurde die Einführung von Erzpriester Apostolos Malamoussis, „Bischöflicher Beauftragter für die staatlichen Belange im Freistaat Bayern“. Er stellte das künftige Gemeindeoberhaupt vor. Der 55-jährige Priester Vletsis stammt aus dem Dorf Skotina im griechischen Olymp-Gebirge, „von dort hat er olympische Gene geerbt, sowohl körperlich als auch stimmlich“, wie Malamoussis den Taufkirchener Griechen versicherte. Vletsis bringt langjährige Erfahrung als Gemeindepfarrer, Liturg und Beichtvater mit, er war bisher in München tätig.

Da die Abstandsregelungen strikt eingehalten wurden, konnten die Geistlichen nur etwa 40 der mehr als 300 Gläubige umfassenden Gemeinde begrüßen, mit dabei waren auch Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl und Landrat Martin Bayerstorfer. In seinem Grußwort begrüßte der Bürgermeister Erzpriester Georgios Vletsis „herzlich und mit offenen Armen willkommen“.

Haberl erinnerte an die Anfänge der orthodoxen Gemeinde. 1962 kamen die ersten vier Griechen als „Gastarbeiter“ nach Taufkirchen. Seither werde Integration in Taufkirchen gelebt, was man unschwer am bayerischen Dialekt der in den folgenden Jahren Zugewanderten und deren Kinder festmachen könne. Als neuer Bürgermeister bot er der Kirchengemeinde seine stete Hilfsbereitschaft, persönlich und als Amtsträger, an. Nicht nur an die Versammelten gerichtet, appellierte Haberl: „Wir leben nicht in einer heilen Welt, aber wir können alle einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass unser irdisches Dasein ein gutes Stück humaner und friedvoller wird.“

Vater Malamoussis betonte die Verbundenheit von Landrat Bayerstorfer mit der griechischen Gemeinde: „Ihr heutiger Besuch gibt uns die Zuversicht, dass wir auch in Zukunft bei gemeinsamen Themen und Anliegen, der Migration und erfolgreichen Integration der Griechen weiterhin zusammenarbeiten werden“.

Bayerstorfer sprach in seinem Grußwort von einer „Bereicherung für die Gemeinde Taufkirchen und den ganzen Landkreis“, die die griechische Gemeinde darstelle. Einen besonderen Dank sprach er Gemeinde- und Kreisrätin Sosa Balderanou aus, „die für die Interessen der griechisch-orthodoxen Gemeinde und für alle wirkt“. Die Geistlichen würden „Orientierung und Perspektive in einer ganz schwierigen Zeit“ bieten, lobte der Landrat

Erzpriester Apostolos Malamoussis dankte beiden Politikern mit Wein und einem Ikonenbild. Er versicherte, dass die Kirchengemeinde das Leben in Taufkirchen „aktiv bereichern und einen harmonischen und schöpferischen Beitrag zum Wohle der bayerischen Gesellschaft“ leisten werde. Im Anschluss hielt Vater Georgios seinen ersten Gottesdienst in Taufkirchen. 

Fabian Holzner

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