Startschuss für das Gemeinde-Entwicklungskonzept (vorne, v. l.): Verwaltungsleiter Konrad Karbaumer, Bürgermeister Franz Hofstetter, Leitender Baudirektor Andreas Hennemann (AFLE) und Bauamtschef Günter Mayr; (hinten, v. l.): Bauamtsmitarbeiter Herbert Mayerthaler und die Architekten Andreas Raab und Otto Kurz. Foto: Weingartner

Taufkirchen plant Zukunft in den Dörfern

Taufkirchen plant Zukunft in den Dörfern

Taufkirchen – „Lust auf mehr“. Das hat in der Gemeinde Taufkirchen das gut gelaufene staatliche Dorferneuerungsprogramm in Moosen gemacht.

Das sagte der Abteilungsleiter im Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern (AFLE), Andreas Hennemann, gestern bei einem Pressegespräch. Jetzt folgt ein Entwicklungskonzept für den ganzen Gemeindebereich. Im Rathaus unterzeichnete Bürgermeister Franz Hofstetter einen Vertrag für ein Gemeindeentwicklungskonzept.

Hintergrund ist ein bereits länger gestellter Antrag beim AFLE für ein Dorferneuerungsprogramm in Gebensbach und Hofkirchen, erklärte Hennemann. Bei der Prüfung sei man sich jetzt einig gewesen, dass es nicht einfach nur mehr um reine Dorfverschönerungsmaßnahmen gehe. Heute müsse man sich auch Gedanken machen, etwa zur demografischen Entwicklung oder wie veränderte Dorfgemeinschaften künftig funktionieren könnten. Auch das Wirtshaussterben müsse thematisiert werden. Dazu müsse man „immer alles im gesamten Gemeindegebiet anschauen und nicht nur zwei Ortsteile“, sagte Henneman. Er stimmte dem Vorschlag Hofstetters zu, deshalb ein Gemeindeentwicklungskonzept zu erstellen.

Den Auftrag dazu hat die Münchner Planungsgemeinschaft Andreas Raab (Stadt- Landschaftsplaner) und Otto Kurz (Stadtplaner) erhalten. Bis zum Jahresende sollen sie ein Gesamtkonzept fertig haben. Dies dient dann als eine Art Leitfaden für den Gemeinderat. Für die Konzeptumsetzung wurden bis zu zehn Jahren als realistisch gesehen.

Den verstärkten Siedlungsdruck aus dem Raum München aber auch aus der Stadt Erding spürt auch die Gemeinde Taufkirchen. Neben dem ländlichen Strukturwandel führt auch das zu Veränderungen in den Dorfgemeinschaften. „Die Dörfer stehen vor einem Umbruch oder sind schon mitten drin, weil die Landwirtschaft als wesentlicher Träger der Dörfer wegfällt“, erklärten Raab und Kurz. Was in den nächsten Jahren vor uns liege, was die Dorfgemeinschaften zusammenhalte und trage in den nächsten Jahrzehnten, sei zu klären. Das sei „eine richtige Hausausforderung“. Da werde es sehr viel um gemeinwohlbedingte Fragen gehen, wie man sich als Gemeinschaft strukturiere und was man dazu brauche. Rein individuelles Wohnen in den Ortskernen sollte es nicht geben, weil sonst die Strukturen zerbrechen.

Raab und Kurz setzten auf eine „Wertehaltung“. Das sei was Dörfer bisher in ihren baulichen Strukturen ausgezeichnet habe. Man wolle aber „nicht nur bewahren, sondern auch weiterentwickeln“. Eine wesentliche Frage sei, wie funktioniere in der Gemeinde die Vernetzung, wie seien die Dörfer eingebunden, wie stehe es mit der Versorgung und Mobilität oder wie könne man in den Dörfern alt werden und wo seien die Grenzen. Als Erstes wird eine Bestandsaufnahme in den acht zu untersuchenden Dorfbereichen gemacht.

Hermann Weingartner

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