Freiluftbereich eröffnet

Die Saurier sind jetzt auch im Garten

Das Taufkirchener Urzeitmuseum hat einen Freiluftbereich, den so genannten Dino-Garten eröffnet.

Von Fabian Holzner

Taufkirchen – Genau genommen legte Peter Kapustin schon als Zehnjähriger mit einer kleinen Fossiliensammlung den Grundstein für das Urzeitmuseum in Taufkirchen, das überregional großes Interesse erfährt. Vor elf Jahren begann die Erfolgsgeschichte mit Unterstützung durch seinen Vater Prof. Dr. Peter Kapustin, die ganze Familie und den Trägerverein „Freunde des Urzeitmuseums“. An Pfingsten konnte nun der aufwendig gestaltete, detailreiche und nicht zuletzt lehrreiche neue Saurier-Garten eröffnet werden.

Ein weiterer großer Schritt, der auf einen Kindheitstraum von Peter Kapustin zurückgeht. Erst vor eineinhalb Jahren wuchs die Sammlung Kapustin um die Dino-Halle neben der Realschule. Mit dem dahinter anschließenden Ausstellungsgarten umfasst das Urzeitmuseum nun eine Fläche von mehr als 1800 Quadratmetern. 20 lebensgroße Modelle von Urzeittieren stehen bisher auf dem Gelände, wegen des Lockdowns warten noch ein paar Exemplare auf ihre Reise nach Taufkirchen.

Versteinerte Saurier-Fußspuren und ein großer Sandkasten, in dem das Skelett eines Mammuts vom Paläontologen-Nachwuchs ausgegraben werden kann, ergänzen das besonders auf die jüngsten Besucher zugeschnittene Erlebnis „Dino-Garten“. Während in den Museumsräumen viele Originalfossilien ausgestellt werden, sind die lebensgroßen Saurier im Freigelände meist aufwendig in Handarbeit geschaffene Repliken und realitätsnahe Modelle.

Der Parcours wurde chronologisch angelegt, beginnt noch vor der Zeit der Riesenechsen mit dem Amphibien-Vorfahr Ichthyostega und endet mit Arten, die nach einem Meteoriteneinschlag ausstarben. Dazwischen stehen echte Pflanzen, wie beispielsweise Farne, die sich seit Jahrmillionen nicht verändert haben. Wenn auch ein alter Geländewagen mit Camouflage-Musterung an einem von einer Allosaurus-Familie besetzten Hügel steht und diese Szenerie etwas an den Film Jurassic Park erinnert, betonte Prof. Kapustin: „Wir legen Wert darauf, kein Disney-World zu sein, sondern den Anspruch eines Museums zu halten.“

Zwei Monate lang war das Urzeitmuseum aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Dies war auch ein finanzielles Problem, wie Prof. Kapustin erwähnte, doch er konnte von einer sofortigen Erholung berichten. Am Tag der Eröffnung der Saurier-Gartenanlage lag die Besucherzahl mit weit über hundert wieder so hoch wie vor der Schließung.

Sein Dank ging an die Gemeinde und den Landkreis, die schon zu den „bescheidenen Anfängen“ vor elf Jahren dem Museumsteam ihre Hilfe zukommen ließen. Der neue Außenbereich wurde mit einem Pachtvertrag auf Landkreisgrund errichtet.

Begrüßen konnte die Familie Kapustin zur Eröffnung des Saurier-Gartens neben Vertretern der am Bau beteiligten Firmen auch stellvertretenden Landrat Franz Hofstetter, Bürgermeister Stefan Haberl, Vize-Bürgermeister Christoph Puschmann, Kreisheimatpfleger Hartwig Sattelmair und Gemeinderätin Anneliese Mayer.

Bürgermeister Haberl dankte dem Museums-Team mit einem „herzlichen Vergelt’s Gott“ für die geschaffene Möglichkeit eines Naturkundeunterrichts in direkter Nähe zu den Schulen. Das Projekt Saurier-Garten hat die Gemeinde finanziell bezuschusst. Für die Zukunft wünschte Haberl dem Urzeitmuseum „viele Besucher und viele strahlende Kinderaugen“. 

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