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Der Stolz Hofkirchens war 1950 die neue Glocke, die feierlich geweiht werden konnte. Die Bürger – ob arm, ob reich – spendeten freudig, und die Männer arbeiteten in zwei Tagschichten in der Gießerei.  

Ein Ort, der zusammenhält

Seit 1200 Jahren Dorfleben in Unterhofkirchen

Die Unterhofkirchener sind Stolza uf ihren Zusammenhalt. Nun wird die erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren gefeiert.

UnterhofkirchenSeit mindestens 1200 Jahren leben Menschen im Tal der großen Vils – dort, wo der Bach so schmal ist, dass jedes Mädchen und jeder Bub mit einem Sprung die Ufer wechseln kann. Erstmals belegt ist die Erwähnung Hofkirchens 819 nach Christus. Das wird am Sonntag, 10. November, gefeiert. Um 10 Uhr findet ein Dankgottesdienst statt. Anschließend sind alle Bürger der Gemeinde Taufkirchen zum Suppenessen ins Bürgerhaus „Alte Schule Unterhofkirchen“ eingeladen.

Thomas Maier, Vorsitzender der Pfarrgemeinderates, hat zum Jubiläum die Geschichte des Ortes zusammengetragen. Demnach sind die ältesten Zeugnisse einer Besiedlung eine keltische Viereckschanze im Wald nördlich von Oberhofkirchen und der nicht mehr erhaltene, ehemalige Burgstall in Unterhofkirchen selbst.

Pfarrer Kirmair prägt den Ort

Maier schreibt: „In der Regierungszeit des Freisinger Bischofs Hitto wurde dem Isener Abt Salomon und seiner Schwester Engilsuind eine Kirche in Sindbaldeshusun übergeben, was so viel wie ,bei den Häusern des Sindbald‘ bedeutet. Aber schon 1065 tritt nachweislich ein Zeuge ,Uvezil de Hovech(i)rchen‘ in einer Urkunde auf. Unter Bischof Otto I. (1138-1158) existiert eine ,capella Hovechirichen‘, und ab dem 14. Jahrhundert kennt man die Namen vieler hier wirkender katholischer Geistlicher. Noch bis zur Jahrhundertwende fand man von den Edlen aus Hofkirchen den Sitz in der Nähe der Kirche und hinter dem ehemaligen Wirtsgebäude.“

Einer der bedeutendsten Geistlichen vor Ort war laut Maier Johann Georg Kirmair. Er trat 1722 sein Amt an und schmückte die drei Kirchen mit einer neuen Innenausstattung aus, baute 1940 den heutigen Pfarrhof, stiftete 1728 die erste Orgel für die Pfarrkirche und gründete 1753 die erste Schule. Auf ihn geht auch die 1737 konfirmierte Isidor-Bruderschaft zurück. In der Spätgotik um 1500 entstand in Hofkirchen ein Kirchenbau, der um 1700 und 1900 erweitert wurde. Die Weihe des heutigen Gotteshauses erfolgte am 19. Juni 1708 durch den Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Lichteneck. Seitdem wurde die Pfarrkirche stetig ergänzt und restauriert.

Gebietsreform und Namensänderung

1818 wurde Hofkirchen Sitz einer eigenständigen Gemeinde. Mitte des 20. Jahrhunderts lebten hier 824 Menschen, nach dem Zweiten Weltkrieg waren es aufgrund der vielen Flüchtlinge sogar mehr als 1000. Schwer traf es die Hofkirchener 1942, als man die Glocken aus dem Kirchturm holte, die in den Kriegswirren verschwunden waren. Aber bereits 1950 konnte durch die Spendenfreude der Bürger eine neue Glocke geweiht werden. „Arm und Reich der spendenfreudigen Pfarrkinder opferte ein Scherflein, und in zwei Tagschichten arbeiteten Männer in der Gießerei…“ – so stand es am 16. Januar 1950 in der Zeitung.

Mit der Gebietsreform wurde die Gemeinde Hofkirchen am 1. Januar 1972 Teil der Großkommune Taufkirchen. Ins 20. Jahrhundert fiel auch die Umbenennung der Ortschaft von Hofkirchen zu Unterhofkirchen. „Hintergrund waren wohl die vielen Orte gleichen Namens und deren häufige Verwechslung“, vermutet Maier. Und bald wussten die Hofkirchener, dass sie sich mit der Pfarrei Taufkirchen zum Pfarrverband Taufkirchen/Vils zusammenschließen mussten. Das fiel anfangs nicht leicht. „Inzwischen sind die Hofkirchener fest in der Gemeinde und Pfarrgemeinde Taufkirchen verwurzelt“, betont Maier.

Der Zuzug und der Wunsch der Jugend, in der Heimat nicht nur zu arbeiten, sondern auch leben zu können, hat Unterhofkirchen wachsen lassen. Zahlreiche Vereine bereichern das Dorfleben. Nur die örtliche Bankfiliale wurde zum Leidwesen gerade der älteren Bevölkerung vor einigen Jahren geschlossen.

Durch die Unterstützung vieler und eine hohe Arbeitsleistung konnte zudem unter Federführung des Schützenvereins mit dem Bürgerhaus „Alte Schule Unterhofkirchen“ ein zentraler Ort für das Dorfleben geschaffen werden. Die Einweihung fand 2017 statt. Im Bürgerhaus findet man Theateraufführungen, Kabarett, aber auch das aktive Vereinsleben und die Möglichkeit zum Feiern – „alles unter den rührigen Augen von Pächterin Martina Deliano“, so Maier.

Und es geht weiter: Im Rahmen der Bürgerbeteiligung hat man bereits eine vereinfachte Dorferneuerungsmaßnahme entwickelt. So möchte man den alten Schulweg zwischen Kreisstraße und Bürgerhaus reaktivieren, ein neues Feuerwehrhaus bauen und einen Dorfplatz schaffen, der zum Verweilen einlädt. Auch ein Spielplatz ist angedacht.  

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