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Begeistert vom neuen Kinderhaus (v.l.): Sachbearbeiterin Christine Empl, Hausleiterin Gabriele Ros, Gesamtleiterin Gertrud Hanslmeier-Prockl, Bürgermeister Franz Hofstetter, designierter neuer Geschäftsleiter Martin Bauer und Geschäftsleiter Konrad Karbaumer, Sozialreferentin des Gemeinderates Sosa Balderanou-Menexes, Valentin Waxenberger (Bauamt) und Architektin Anneros Rieger.

„Vilstalkinder“

Taufkirchen setzt mit Kinderhaus Maßstäbe

Die Gemeinde Taufkirchen war und ist in Sachen Inklusion in vielen Bereichen Vorreiter, wie etwa beim Mehrgenerationenhaus. Mit dem neuen Kinderhaus „Vilstalkinder“ startet nun im September ein landesweit wohl einmaliges Projekt.

Von Hermann Weingartner

Taufkirchen – Das Besondere: In dem neuen Haus am westlichen Ortsrand sind unter einem Dach zwei Kindergartenregelgruppen, eine Krippen-Gruppe und eine Gruppe für heilpädagogischen Bedarf untergebracht. Und das Ganze unter einer Verantwortung und Trägerschaft des Einrichtungsverbunds Steinhöring, wie die Gesamtleiterin Gertrud Hanslmeier-Prockl, bei der Vorstellung des Konzepts und Gebäudes betonte.

Nicht nur die Gemeindevertreter sind restlos begeistert, sondern auch die neuen Nutzer. „Es hat eine super Zusammenarbeit von allen Seiten gegeben“, betonte die Architektin Anneros Rieger (Architekturbüro Haindl). Die Nutzfläche im Erdgeschoss und Obergeschoss von 940 Quadratmetern biete viel Platz für die Kinder der drei Einrichtungen. Die großen Räume seien nicht stur nach Förderfähigkeit geplant, sondern am Bedarf der Kinder. Im Erdgeschoss sind die Krippe (zwölf Plätze), große Gemeinschaftsräume, wie die „Piazza“, und die Heilpädagogische Gruppe (acht Plätze) untergebracht. Im Obergeschoss befinden sich die beiden Regelgruppen (insgesamt 48 Kinder) und ein Mehrzweckbereich. Es gibt eine große Mensa, wo alle gemeinsam kochen können, aber auch kleine Küchen und Sanitärräume in den Gruppen. Das Freigelände ist von allen Gruppenzimmern erreichbar und von der umliegenden Bebauung abgewandt.

Das Materialkonzept sei „zurückhalten“ gewählt, da die Räume später von Kindern mit Farbe erfüllt werden sollen. Bei den Gesamtkosten gab es eine Punktlandung. Bei berechneten 3,24 Millionen Euro, sagte Rieger, seien derzeit „elf Euro mehr“ zu erwarten. In einer „sportlichen Bauzeit“ von knapp 15 Monaten kann das Haus im September seinen Betrieb aufnehmen.

Bürgermeister Franz Hofstetter sagte, für die Regeleinrichtungen gebe es 800 000 Euro Staatszuschuss, die heilpädagogische Gruppe werde über Miete finanziert, die der Bezirk Oberbayern trägt. Einmalig sei die „zentrale Piazza“ im Erdgeschoss. Dort werden sich künftig alle Kinder mischen. Gelebte Inklusion ist Hofstetter äußerst wichtig.

„Das wird ein spannendes Projekt mit zwei verschiedenen Kostenträgern und Richtlinien“ sagte die neue Leiterin Gabriele Ros. Das sei „eine ganz neue Herausforderung, dass wir ein Haus werden“. Toll sei, dass in dem Gebäude eine „Piazza“ realisiert wurde. In dem Bereich könnten inklusive Spielsituationen gemeinsam mit allen Kindern begleitet werden.

„Ein großes Kompliment“ gab es von Gesamtleiterin Hanlsmeier-Prockl für die Gemeinde. Die habe „sich auf den Weg gemacht, die Räume so zur Verfügung zu stellen, dass man pädagogisch sehr gut arbeiten kann“. So könnten die Kinder der Gruppen in beide Richtungen gehen. Das sei ein „ganz innovatives Konzept“, dass es vergleichbar wohl noch nirgendwo sonst gebe.

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