Singend und spielend haben die Mädchen und Buben des Kinderhauses Vilstalkinder die offizielle Einweihung mitgestaltet. Viele geladene Gäste machten sich ein Bild von der inklusiven Einrichtung, die Vorbildcharakter hat.
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Singend und spielend haben die Mädchen und Buben des Kinderhauses Vilstalkinder die offizielle Einweihung mitgestaltet. Viele geladene Gäste machten sich ein Bild von der inklusiven Einrichtung, die Vorbildcharakter hat.

Vilstalkinder Taufkirchen

Ein ganz besonderes Kinderhaus

  • VonCIF.H. Weingartner
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Taufkirchen - Seit einem Dreivierteljahr ist das inklusive Kinderhaus Vilstalkinder in Betrieb. Jetzt wurde das Taufkirchener Vorzeigeprojekt – ein Ort der Vielfalt – auch offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Was Kinder- und Jugendeinrichtungen – auch im Bereich Inklusion – anbelangt, nimmt die Gemeinde Taufkirchen nicht nur im Landkreis eine Vorreiterrolle ein. Das beweist das neue Kinderhaus Vilstalkinder am westlichen Ortsrand seit September. Unter einem Dach gibt es dort zwei Kindergarten-Regelgruppen, eine Krippen-Gruppe und eine Gruppe für Kinder mit heilpädagogischem Bedarf. Die Trägerschaft liegt in der Verantwortung des Einrichtungsverbunds Steinhöring, zu dem beispielsweise im Landkreis auch der Fendsbacher Hof gehört.

„Warum ein neues Kinderhaus?“, fragte Bürgermeister Franz Hofstetter eingangs der Veranstaltung und blickte zurück: „Es fehlten ganz einfach Kinderbetreuungsplätze.“ Teilweise habe man sogar Container als Zwischenlösung anbieten müssen. Es sei aber der Anspruch von Bürgermeister und Gemeinderat, dass die Kommune für alle Familien Betreuungsangebote bieten könne.

Jetzt sei es schön zu sehen, dass sich die ganz unterschiedlichen Mädchen und Buben und das Personal im Kinderhaus alle wohl fühlen. Die Gemeinde habe in die neue Einrichtung rund 3,2 Millionen Euro investiert, berichtete Hofstetter, bei einem Staatszuschuss von 823 000 Euro. Es gebe insgesamt sieben Kitas, sechs Krippen, das Mehrgenerationenhaus sowie weitere Kinder- und Jugendbetreuungseinrichtungen.

Mit dem anhaltenden Kinderboom werde es schon wieder eng – und die Gemeinde sei erneut gefordert. Das sei eine Riesenherausforderung, sagte Hofstetter, bei der es um „innovatives Denken“ gehe.

Ein dickes Lob sprach Gertrud Hanslmeier-Prockl, Gesamtleiterin der Einrichtung und des Einrichtungsverbunds Steinhöring, Hofstetter und dem Gemeinderat aus – für die Offenheit, Neues zu wagen und entschlossen zu handeln: „Es ist wichtig, einen Partner zu finden, um Inklusion erst zu ermöglichen.“

Ein Extralob gab’s auch für die planende Architektin Anneros Rieger vom Münchner Architekturbüro Haindl. Die Wünsche für die besonderen Anforderungen des inklusiven Hauses mit dem ganz unterschiedlichen Förderbedarf der Kindergartenkinder, Kita und der heilpädagogischen Gruppe seien „in Perfektion umgesetzt worden“.

Toll sei auch, dass eine Piazza (großer Raum) realisiert wurde. Dort seien inklusive Spielsituationen für alle Kinder möglich, und die Kinder der Gruppen könnten so in beide Richtungen gehen. Dieses „ganz innovative Konzept“ gebe es vergleichbar so wohl kaum. Hanslmeier-Prockl betonte: „Wir gehen in eine gute Zukunft mit einem tollen Team.“

Architektin Rieger erklärte, es sei ein spannendes Projekt gewesen, bei dem eine Architektur umgesetzt wurde, um das in Taufkirchen angewandte Reggio-Konzept (Kooperation und Gemeinschaft im Mittelpunkt) zu ermöglichen. Herzstück sei die große Piazza im Erdgeschoss. Es gibt auch eine Mensa, wo alle gemeinsam kochen können, sowie kleine Küchen und Sanitärräume in den Gruppen.

Taufkirchen sei „wieder mal Spitze“ mit dem Bau des inklusiven Kinderhauses, schwärmte Landrat Martin Bayerstorfer. Das Vorzeigeprojekt könne als Paradebeispiel dienen. Pater Paul segnete abschließend das Kinderhaus. (Hermann Weingartner)

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