Mit ausreichend Abstand trafen sich die Vertreter der VR-Bank in der Turnhalle.

Vertreterversammlung

VR-Mitglieder müssen auf Dividende verzichten

Diese Nachricht löst in der Vertreterversammlung der VR-Bank Taufkirchen-Dorfen Unmut aus. Die BaFin fordert einen Verzicht auf die Dividende 2019.

Taufkirchen – Die Mitglieder der VR-Bank Taufkirchen-Dorfen verzichten auf ihre Dividende für 2019. Damit folgte die ordentliche Vertreterversammlung einer „verbindlichen Empfehlung“ der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die diese als „Vorbeugung von gegebenenfalls entstehenden Risiken aus der Corona-Pandemie“ ausgesprochen hatte. Bei der Zusammenkunft in der Taufkirchener Realschulturnhalle zeigten sich manche Vertreter unzufrieden mit dem staatlichen Eingriff.

Aus ihren Reihen kamen mehrere Fragen an den Vorstand, unter anderem, ob im nächsten Jahr die Dividendenausschüttung nachgeholt werden könne. Dies beantwortete Vorstandsmitglied Josef Schmid damit, dass man künftige Ergebnisse abwarten müsse und die Genossenschaftsbank in Zukunft ihre Mitglieder wieder am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen möchte. Ein genereller Dividendenverzicht sei in keiner Weise vorgesehen.

Diese Anordnung der Aufsichtsbehörde nicht zu beachten, könne „regulatorische Maßnahmen“ nach sich ziehen, erklärte Schmid. Nach einer intensiven Diskussion befürworteten 76 Stimmberechtigte die ihnen angetragene Entscheidung, sechs waren dagegen, vier enthielten sich. Wäre man bei einer Dividende von drei Prozent, wie in den Vorjahren, geblieben, hätte die Ausschüttung 257 000 Euro betragen.

Begonnen hatte die Vertreterversammlung mit der Vorstellung der Bilanz 2019, vorgetragen vom Vorstandsvorsitzenden Heinrich Oberreitmeier. Um zehn Prozent gewachsen sind die reinen Bankeinlagen der Kunden, auf 780 Millionen Euro. Die ausgereichten Bankkredite haben sich inklusive der übernommenen Bankbürgschaften um 40 Millionen Euro auf 640 Millionen Euro erhöht. Insgesamt stieg das betreute Kundenvolumen einschließlich der vermittelten Geldanlagen wie Wertpapiere oder Bausparverträge sowie aller Kredite um 191 Millionen auf 1,98 Milliarden Euro. Ein Rekordwert für die VR-Bank Taufkirchen-Dorfen, mit dem sie um mehr als 50 Prozent über dem bayerischen Durchschnitt der Genossenschaftsbanken lag.

2019 betreuten 168 Mitarbeiter, darunter sieben Auszubildende, 32 695 Kunden in zwölf Bankstellen. Der Schalterservice wird allerdings immer seltener genutzt, darauf reagiert die VR-Bank mit neuen Öffnungszeiten ab 1. Oktober 2020. Die Filialen Buchbach, Burgharting, Dorfen, Fraunberg, Schwindegg und Taufkirchen haben ab dann neben dem Mittwochnachmittag auch am Dienstagnachmittag geschlossen. An diesen beiden Tagen sind die Schalter nur bis 12.30 Uhr besetzt.

Verkürzt wird der Dienstleistungsabend an Donnerstagen, von bisher 19 Uhr auf dann 17.30 Uhr. Mit diesen Änderungen möchte die Bank ein „bestmögliches Ergebnis zwischen Kundennutzen und effektivem Mitarbeitereinsatz erreichen“, erklärte Oberreitmeier.

In der Vertreterversammlung wurden die bisherigen Aufsichtsräte Georg Hagl, Schreinermeister aus Grüntegernbach, Max Knauer, Landwirt aus Ranoldsberg und Stephan Moorloher, Steuerberater aus Dorfen, einstimmig bestätigt. Aufsichtsratsvorsitzender bleibt Taufkirchens Zweiter Bürgermeister Christoph Puschmann.

Oberreitmeier verbreitete unter den versammelten Mitgliedern Optimismus, hinsichtlich der Auswirkungen der Corona-Pandemie: „Mit der Übernahme von Verantwortung und lokalem Handeln, werden wir gemeinsam auch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen dieser unglaublichen, weltweiten Krise erfolgreich bewältigen.“

Fabian Holzner

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