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Auf der Bühne: Realschuldirektor Josef Hanslmaier, Theresa Scheuchenpflug, Nicoletta Tongussidis und Katharina Gaigl (v. l.) beim Interview mit Werner Buchberger (M.), der den Fachtag moderierte. 

Fachtag Demenz

Taufkirchener Engagement begeistert

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Es ist eine ganz besondere Kooperation in der Vilsgemeinde: Mehrgenerationenhaus und Realschule engagieren sich für Menschen mit Demenz. Beim 3. Bayerischen Fachtag Demenz stellten die Taufkirchener ihr gemeinsames Engagement vor Fachleuten vor.

Taufkirchen/Lichtenfels – „Miteinander – Mittendrin“ lautete das Motto des Fachtages, zur der sich im oberfränkischen Lichtenfels rund 200 Fachleute und Ehrenamtliche getroffen haben. Als Referenten mit dabei waren Projektleiterin Katharina Gaigl vom Caritas Mehrgenerationenhaus, Josef Hanslmaier, Direktor der Staatlichen Realschule, sowie die beiden Schülerinnen Theresa Scheuchenpflug und Nicoletta Tongussidis. Sie waren vom Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege eingeladen worden. Das Demenz-Projekt von Mehrgenerationenhaus und Realschule wurde 2015 mit dem Bayerischen Demenzpreis ausgezeichnet.

Wie Projektleiterin Gaigl von dem Treffen berichtet, habe Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml betont, dass es ihr Ziel sei, die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren pflegenden Angehörigen zu verbessern. Schließlich sei es ein Menschenrecht, am sozialen und kulturellen Leben teilnehmen und sich aktiv in die Gesellschaft einbringen zu können. Huml habe betont, dass es ein zentrales Anliegen der bayerischen Demenzstrategie sei, Menschen mit Demenz in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

Die Referenten aus Taufkirchen hätten gemeinsam das Thema „Demenz – ein Thema in Schule und Gemeinde“ vorgestellt. Im Wahlfach „Soziales Lernen am Beispiel Demenz“ setzen sich die Schüler unter anderem damit auseinander, wie es sich anfühlt, Hilfe zu brauchen. Dazu schlüpfen sie in Alterssimulationsanzüge oder testen mit Rollatoren, wie barrierefrei ihre Gemeinde ist. „Die Ergebnisse stellen sie der Gemeinde für deren Weiterentwicklung zur Verfügung. Regelmäßige Kontakte zwischen den jungen Menschen und Betroffenen in Einrichtungen der Alten- und Krankenpflege sowie Behindertenhilfe schärfen das Bewusstsein zusätzlich. Das Wahlfach wird durch Interviews und Exkursionen ergänzt“, erklärte Gaigl, die für das Wahlfach als Lehrerin an der Realschule angestellt ist.

Realschuldirektor Hanslmaier habe unter großem Beifall der Anwesenden daran erinnert, dass in der bayerischen Verfassung stehe, „dass die Schulen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden sollen“. Er sei froh, dass die Schüler der Realschule viele Angebote hätten, dies praktisch zu üben und anzuwenden. Beispiele hierfür seien die Wahlfächer „Soziales Lernen“, „IT für alle“ und der Einsatz der Cateringgruppe, die bei großen Festen des Taufkirchener Seniorenbeirats mithelfen würden.

Die Schülerinnen Tongussidis und Scheuchenpflug schilderten aus ihrer Sicht, was sie im vergangenen Schuljahr alles gemacht und gelernt haben. Am Nachhaltigsten beeindruckt zeigten sie sich von den Begegnungen mit Demenzbetroffenen. „Wir haben nun keine Angst mehr vor Menschen mit Demenz, sondern wissen, was wir tun können, oder wo wir uns bei Unsicherheiten Hilfe holen können. Wir freuen uns über den Kontakt und spüren die Freude, die wir bei den Senioren auslösen.“ Doch auch die Ortserkundungen auf Barrierefreiheit, die zum Teil gemeinsam mit Senioren, Gemeinderäten und dem Bauamt erfolgten, überzeugten die Schülerinnen durch den hohen Praxisbezug. „Wenn wir am Schuljahresende die Ergebnisse und Verbesserungsvorschläge Bürgermeister Franz Hofstetter, Gemeinderäten und anderen Interessierten vorstellen, spüren wir, dass wir uns nicht umsonst engagieren. Wir bewirken etwas.“

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