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Faszination Urzeit: Bei der Museumsführung von Peter Kapustin jun. waren nicht nur die jungen Besucher sehr beeindruckt.

Im bayerischen Urwald

Zwischen Miozän und Eozän: Zwei neue Räume im Taufkirchener Urzeitmuseum eröffnet

Im Taufkirchener Urzeitmuseum gibt es künftig einen Miozän- und einen Eozän-Raum.

Taufkirchen – Hätte Mercedes vor 25 Jahren nach der C-Klasse aufgehört, würde der Autokonzern heute nicht mehr existieren, erklärte Peter Kapustin jun., Initiator und Geschäftsführer des Taufkirchener Urzeitmuseums, bei der Eröffnungsfeier von zwei neu gestalteten Räumen. Deshalb werde man kontinuierlich an der Weiterentwicklung des Urzeitmuseums arbeiten, versprach er.

Mit dem Miozän- und Eozän-Raum wurden zwei neue, spannend und anschaulich gestaltete Urzeitwelten geschaffen, durch die der Geschäftsführer mit großer Begeisterung und fundiertem Wissen die geladenen Gäste führte. Zugleich stellte er ihnen damit den Rundgang vor, den man durch zwei Durchbrüche einrichten konnte.

20 prozentiger Besucheranstieg

Zuvor jedoch begrüßte sein Neffe Florian Stehbeck, Vorsitzender des Vereins Freunde Urzeitmuseum Taufkirchen, die Anwesenden. Vor einem Jahr sei er im Natural History Museum in New York gewesen. Mit diesem wolle er die Taufkirchener Einrichtung natürlich nicht vergleichen, aber eine Parallele gebe es: „Nachts im Museum“ – ein Kinofilm, der dort spielt. Denn sein Onkel Peter Kapustin jun. sei in den vergangenen Wochen auch „Nachts im Museum“ gewesen, um noch alles fertigzustellen. Vom Ergebnis sei er sehr beeindruckt, ebenso von der Entwicklung seit Anfang des Jahres. Mit der Eröffnung der Dinohalle im Frühjahr und dem Brachiosaurus, dem größten Dinosaurier-Skelett Bayerns, habe man sich einen Besucheranstieg erwartet. Von 20 Prozent sei man aber nicht ausgegangen. Dennoch habe man dies erreicht. 12 000 Menschen hätten das Urzeitmuseum besucht, also 2000 mehr als im Vorjahr.

Stehbecks Opa und zugleich 2. Vereinsvorsitzender Peter Kapustin sen., der den Grundstock der Privatsammlung legte, kündigte an: „Wir konnten einen Schritt weiter gehen. Es werden noch weitere folgen“. Die positiven Rückmeldungen der Besucher würden zu weiteren Qualitätsverbesserungen ermutigen, „um die Wurzel und die Entwicklung des Lebens auf unserer Erde zumindest in Ansätzen verstehen zu können“.

Der bayerische Urwald vor 16 Millionen Jahren

Der neu gestaltete Miozän-Raum ist einem bayerischen Urwald nachempfunden, wie er vor 16 bis zwölf Millionen Jahren im Landkreis Erding oder Freising existiert haben könnte. Hier finden sich große Exponate wie ein Hauer- und ein Zitzenzahnelefant, ein Nashorn und viele eigene Funde aus der näheren Umgebung, darunter Exponate aus Weipersdorf bei Wartenberg, aus Taufkirchen und ein mächtiger Stoßzahn aus dem Kronthaler Weiher in Erding. „Der lokale Bezug ist gegeben“, meinte der Geschäftsführer strahlend beim Rundgang und schwärmte: „Die schönen Backenzähne sind meine kleinen Diamanten.“ Zudem verriet er, dass bald noch ein Säbelzahntiger den Raum ergänzen werde.

Im schwarzen Eozän-Raum finden sich seltene Funde aus der Grube Messel bei Darmstadt, einem UNESCO Weltnaturerbe, von Tieren, die dort vor 48 bis 40 Millionen Jahren lebten, beispielsweise ein Urpferdchen, Fische, eine Schildkröte, eine Schlange, ein Krokodil und vieles mehr. Kapustin sen. betonte, dass die Ausgestaltung in Verantwortung seines Sohnes lag, der „sein handwerkliches Geschick offensichtlich vom Opa, das ästhetische Empfinden von seiner Mutter und die Sammelleidenschaft mit kulturellem Anspruch von seinem Vater geerbt“ habe.

10 000 Euro wurden investiert

Malerisch wurden die Räume von Romi Seidel in einer realitätsnahen Atmosphäre gestaltet. Die meiste Arbeit im Taufkirchener Museum werde ehrenamtlich getan und somit die Existenz der Einrichtung gesichert. Dafür dankte er dem Mitarbeiterteam.

Warum überhaupt die Umgestaltung der Räume? Geschäftsführer Kapustin jun. erklärte, dass man durch die neue Dino-Halle mehr Platz im Haupthaus bekommen und so zwei bestehende Räume umgestaltet und vergrößert habe. 10 000 Euro wurden dafür investiert. Neben der Umgestaltung musste der Boden wegen der Feuchtigkeit von außen erneuert werden. Das übernahm der Hausherr, der Landkreis Erding. Außerdem mussten die elektrischen Leitungen neu verlegt werden. Der Geschäftsführer dankte dem Landkreis, den Handwerkern und Sponsoren und fügte an: „Wir freuen uns über neue Mitglieder und Spenden.“

Birgit Lang

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