Hilfsbereit: Sosa Balderanou hat ein Herz für Behinderte.
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Hilfsbereit: Sosa Balderanou hat ein Herz für Behinderte.

Sosa Balderanou möchte Menschen mit Behinderung kostenlose Reitstunden ermöglichen

Therapie hoch zu Ross

Menschen mit Behinderung will die Taufkirchenerin Sosa Balderanou etwas Gutes tun.

Taufkirchen – Schon lange bevor Sosa Balderanou sechs Jahre lang Sozialreferentin in der Gemeinde Taufkirchen war, hat sie ihren griechischen Landsleuten und anderen Migranten nicht nur beim Schriftverkehr gerne geholfen. Auch wenn es Engpässe bei Familien oder Einzelpersonen gab, nutze sie ihre vielen Kontakte gerne, um Abhilfe zu schaffen, auch über die Gemeindegrenzen hinaus. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mittlerweile ist Sosa Balderanou Seniorenreferentin und auch Mitglied des Teilhabebeirats des Landkreises. Ihr Klientel, um das sie sich ehrenamtlich kümmert, hat sich dadurch um einiges erweitert, ebenso ihr Engagement. Aufgrund der Pandemie seien viele in Kurzarbeit. Deshalb würden sogar Ehen auseinandergehen und Alleinerziehende mit Pflegefällen daheim sitzen, sagt sie. Viele hätten deshalb auch finanzielle Engpässe.

Ihnen, sprich den Angehörigen von schwerbehinderten Kindern oder Erwachsenen, möchte die 46-jährige Vorsitzende des Vereins für Therapeutisches Reiten unter die Arme greifen. In Absprache mit dem Vorstand sollen sie zehn kostenlose Therapiestunden erhalten. Dafür müssten sie nur einen Antrag stellen und den Nachweis der Bedürftigkeit vorlegen, den der Verein prüft. „Wir wollen unbürokratisch helfen. Der Datenschutz wird bei uns gewährleistet“, betont Balderanou.

Im Vorjahr war sie selber an einem Gehirntumor erkrankt und musste sechs schwere Operationen über sich ergehen lassen. Sie weiß also aus eigener Erfahrung, was es heißt, eingeschränkt einsatzfähig und auf Hilfe anderer angewiesen sein zu müssen. Was ihr Engagement und ihren Wunsch zu helfen aber nur noch verstärkt hat. Dass gerade die Menschen, die es am Nötigsten haben, nicht gerne klagen und Ansprüche äußern, ist ihr ebenso bekannt. Sie hofft, deren Hemmschwelle mit dem Vereinsangebot zu brechen. „Meine Vision ist es, dass alle Therapiestunden für Menschen mit Einschränkungen kostenlos werden“, verrät sie. Schließlich sei es schon schwer genug mit einer Behinderung leben zu müssen. Da müsse man auch nicht noch dafür bestraft werden und bezahlen, findet die Versicherungsfachwirtin.

Damit dies alles finanziert werden kann, will sie auch künftig die Werbetrommel kräftig rühren und Spenden einsammeln. Für eine therapeutische Reitstunden würde der Verein 15 Euro berechnen. „Eigentlich wären es 60 Euro, aber aufgrund unseres hohen Spendenaufkommens können wir es so günstig anbieten“, sagt sie nicht ohne Stolz. Für die geplante Aktion könne der Verein auch auf eine Spende der Aktion „Licht in die Herzen“ des Erdinger/Dorfener Anzeigers zurückgreifen, was die in Deutschland geborene Griechin mit deutschem Pass sehr freut.

Den versprochenen Ausflug, der von den Leser-Spenden finanziert werden sollte, werde man auf alle Fälle nachholen, sobald es möglich sei. Weil der geplante Tag der offenen Tür coronabedingt schon zum zweiten Mal abgesagt werden musste, seien auch dadurch ein paar Euro frei geworden. „Jeder Mensch soll die Chance haben, gleich behandelt zu werden – auch Menschen mit Einschränkungen. Das ist mir persönlich wichtig. Dafür kämpfe ich auch im Teilhabebeirat“, erklärt sie und meint: „Wenn man schon einen solchen Verein hat, muss man es auch weitergeben.“ Schließlich könne jeder durch einen Unfall oder eine Erkrankung schnell selber in eine solche Situation geraten und müsse sich dann mit seiner Einschränkung oder Behinderung zurecht finden. Wie hoch die bürokratischen Hürden für betroffene Menschen und ihre pflegenden Angehörigen seien, wisse sie aus ihrer jahrelangen Arbeit im sozialen Bereich. „Da muss viel mehr getan und unterstützt werden.“

Birgit Lang

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