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An seine Grenzen gestoßen ist Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter bei der Tour in den Pyrenäen. „Die Gruppe hat gut zusammengepasst.Wir haben uns gegenseitig motiviert“

Auf dem Rennrad durch die Pyrenäen

Tour de Franz

Erleichtert und ziemlich stolz auf sich hat Taufkirchens Bürgermeister Franz Hofstetter eine seiner größten Herausforderungen der letzten Jahre gemeistert. Er war mit dem Rennrad mit elf Männern in den Pyrenäen unterwegs.

Von Birgit Lang

Taufkirchen– Wer Franz Hofstetter kennt, weiß, dass es keine normale Radtour war. So was reizt ihn nicht wirklich. Mit seinem Freundeskreis, lauter Männer zwischen 45 und 70 Jahren, strampelte er „nur 80 bis 120 Kilometer, jeden Tag“, sagt er, und ein bis zwei Pässe „zwischen 2000 und 2800 Höhenmeter mit dem Rennrad hoch“, was doch ganz schön anstrengend gewesen sei. 15 Kilometer am Stück einen Anstieg von acht bis zwölf Prozent zu schaffen, das forderte auch dem überaus schlanken, durchtrainierten Hofstetter alles ab. Natürlich habe er vorher trainiert, sei jeden Tag schon um 5 Uhr in der Früh auf dem Hometrainer gesessen und wenn Zeit war, auch einige hügelige Strecken und so manchen „Buckel“ abgefahren. Insgesamt war es aber zu wenig, findet er. „Ich habe erst im Frühjahr angefangen und zu wenig trainiert, weil ich nicht die Zeit hatte. Da bin ich lieber Bürgermeister als Radfahrer“, gibt er Augen zwinkernd zu.

Aber all das sei kein Vergleich gewesen, zu dem, was ihn in den Pyrenäen, einer Gebirgskette zwischen Frankreich und Spanien, erwartet habe. „Ich hab so was noch nie gemacht und mir vorher schon so meine Gedanken gemacht, ob ich es überhaupt schaffe“, verrät er. Das Wichtigste sei für ihn die Gruppe gewesen. Unter den elf Männern waren ein Schotte, drei Deutsche und der Rest Österreicher, sowie sein Cousin und Freund Josef Bachmaier, durch den er zu der Radlertruppe gestoßen war.

Organisiert wurde alles durch ein Reisebüro, das auf solche Veranstaltungen spezialisiert ist. Mit einem Kleinbus und Anhänger wurden Gepäck und Räder nach Bilbao gefahren, wo die zwölf Abenteurer ihre Tour mit fünf Radtagen starteten. Vorher stand noch eine Stadtbesichtigung an. Vor allem das Guggenheim-Museum faszinierte den Taufkirchener Bürgermeister, der sich als Bauingenieur sehr für Architektur interessiert.

Der Start war für Hofstetter denkbar schlecht, da er gleich am ersten Tag stürzte, „weil ich nicht aufgepasst habe“. Dabei verletzte er sich am Ellbogen und an der Hüfte. Dennoch ließ er sich davon nicht abhalten und fuhr weiter. Vor allem der fünfte Pass hat ihn nachhaltig beeindruckt: „Der Col du Tourmalet, die Königsetappe, die auch bei der Tour der France gefahren wird. 2115 Meter über dem Meeresspiegel, eine wunderschöne Landschaft. Und gerade dort hatten wir ein fürchterliches Gewitter“, erzählt er. Die Sicht sei total eingeschränkt gewesen, oft habe man kaum drei Meter weit gesehen und sei ins Ungewisse gefahren. „Das Wetter war furchtbar schlecht. Hier bin ich an meine Grenzen gestoßen. Aber ich war stolz, als ich diese Höhe geschafft hatte“, sagt er.

Zum Problem für Hofstetter wurde auch das Essen und Trinken. Denn bei solchen Touren müsse man ständig was essen und trinken. „Das hab ich aber nicht richtig können.“ Früh zu Bett gehen, war für ihn als Nachtmensch aber bei diesem Männerausflug kein Problem. Erschöpft waren sie alle Tage und spätestens zwischen 21 und 22 Uhr im Bett.

Beeindruckt hat Hofstetter vor allem der Teamgeist. „Die Gruppe hat gut zusammengepasst. Wir haben uns gegenseitig motiviert und mitgenommen.“ Ebenso begeistert war Hofstetter von der wunderschönen Landschaft, für ihn „ein bleibendes Erlebnis“. Als Bürgermeister, CSU-Kreis- und Bezirksrat sowie Kreisvorsitzender des BRK Erding ist er sehr eingespannt. Zeit für Muse hat er kaum. Beim Rad- oder Skitourengehen könne er sofort abschalten. „Da bin ich frei, total entspannt. Da entstehen Freiräume zum Nachdenken. Wenn man den Kopf frei hat, kommen einem schon ein oder zwei gute Ideen.“

Ob er wieder eine solche Tour machen will, beantwortet er sofort mit einem Nein. „Für eine solche Tour braucht es schon eine gute Woche. Die Zeit habe ich nicht.“ Was er sich aber vorgenommen hat ist, immer wieder den ein oder anderen Pass zu radeln, sobald es seine Zeit erlaubt.

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