Optimistisch trotz der Kontaktbeschränkungen zu Taufkirchens Bürgern bleiben (v. l.): Claudia Buchberger (Leiterin des Mehrgenerationenhauses) und ihre Stellvertreterin Katharina Gaigl, hier auf dem gesperrten Spielplatz des MGH.
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Optimistisch trotz der Kontaktbeschränkungen zu Taufkirchens Bürgern bleiben (v. l.): Claudia Buchberger (Leiterin des Mehrgenerationenhauses) und ihre Stellvertreterin Katharina Gaigl, hier auf dem gesperrten Spielplatz des MGH.

Caritas-Mehrgenerationenhaus in Taufkirchen versucht, Angebote aufrecht zu erhalten

Trotz Notbetrieb viele Kontaktmöglichkeiten

Das Taufkirchener Mehrgenerationenhaus (MGH) läuft im pandemiebedingten Notbetrieb. Dennoch versuchen die Verantwortlichen, die möglichst engen Kontakt zu allen Nutzern der Angebote zu halten.

Taufkirchen – Als das „Haus, das niemals schläft“, wurde das Taufkirchener Mehrgenerationenhaus (MGH) von Altbürgermeister und Pate Franz Hofstetter einst bezeichnet. Doch seit vielen Monaten läuft auch diese für das soziale Leben in der Gemeinde so wichtige Caritas-Einrichtung im pandemiebedingten Notbetrieb. Katharina Gaigl, stellvertretende Leiterin des Mehrgenerationenhauses, gab nun einen Einblick in die Bemühungen, trotzdem möglichst engen Kontakt zu allen Nutzern der Betreuungs-, Begegnungs- und Beratungsangebote zu halten.

„Während zu normalen Zeiten täglich um die 350 Kinder und Jugendliche im Kita- und Schülerbereich betreut werden, waren es die letzten Wochen und Monate nur zirka 100“, erklärt Gaigl. Die Teams dieses Bereichs, darunter auch Sozialarbeiter, blieben allerdings in Verbindung mit den Kindern, die noch nicht in das MGH kommen dürfen. „Sie helfen beispielsweise bei familiären Schwierigkeiten“, sagt Gaigl.

Neue Wege geht das MGH bei einer Kooperation mit der örtlichen Realschule. Seit vielen Jahren arbeiten beide über das Wahlfach „IT für alle“ zusammen. Statt der offenen Fragestunden bieten Lehrer Herwig Solf und sein Schülerteam jetzt telefonische Hilfe bei Fragen zu Smartphone und Computer an. „Wir sind selbst erstaunt, was telefonisch dann doch alles geht. Und die Jugendlichen freuen sich, aus dem Homeschooling heraus ganz praktische Hilfestellung geben zu können“, erzählt Solf.

Daneben gibt es allerdings auch Berufsschüler, denen selbst das Homeschooling durch die räumliche Situation zuhause oder fehlendes Wlan erschwert wird. Für sie sind vormittags mehrere Räume im MGH frei – für jeden Schüler einer.

Wie wichtig die Digitalisierung im vergangenen Jahr geworden ist, zeigt sich auch im Familienstützpunkt der Einrichtung. In Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bildungswerk Erding entstand dort eine digitale Vortragsreihe zum Thema „Was Kinder wirklich brauchen“. „Diese Vorträge sind der Renner schlechthin, wir erreichen 80 bis 140 Teilnehmende. So viele würden nie in unser Haus kommen“, freut sich Claudia Luther-Sirch, verantwortlich für den Familienstützpunkt.

Auch die ehrenamtlich Engagierten im Werkstatt-Café haben ein kontaktloses Angebot entwickelt. Solange die monatlichen Treffs nicht stattfinden können, reparieren die Tüftler Gegenstände, die nicht mehr funktionieren, aber zum Wegwerfen zu schade sind, alleine. Solche Geräte können zu einem vereinbarten Zeitpunkt ins MGH gebracht und meist bald wieder abgeholt werden.

„Es ist eine besondere Zeit, und wir versuchen, wo es geht und es uns erlaubt ist, mit den Gemeindebürgern in gutem Kontakt zu bleiben und zu unterstützen“, fasst MGH-Leiterin Claudia Buchberger die Anstrengungen in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen zusammen.

Fabian Holzner

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