Bebauungsplan Hubenstein Nord-West

„Unendliche Geschichte“ geht zu Ende

Taufkirchen - Erst nach der dritten öffentliche Auslegung ist der Bebauungsplan „Hubenstein Nord-West“ nun auf dem Weg zur Rechtskräftigkeit. Sieben Bauparzellen entstehen.

 Der Grundstücks- und Bauausschuss des Taufkirchener Gemeinderates hat den Bebauungsplan nur beschlossen. Nur Gemeinderat Alois Maier (WG Gebensbach-Wambach) verweigerte seine Zustimmung. „Mir sind die Häuser viel zu nah“, sagte er. Als Vergleichsbeispiel zog er Gebensbach heran, wo das Baugebiet ebenfalls sehr engmaschig ausgewiesen wurde. „Es schaut katastrophal aus. Das möchte ich hier nicht so haben.“

Auf Unverständnis im Ausschuss stießen aber unter anderem konträre Meinungen innerhalb des Erdinger Landratsamtes, oder unverständliche Forderungen des Staatlichen Bauamtes Freising, die den Ist-Zustand infrage stellen. Die Sachgebiete Denkmalschutz und die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes haben beispielsweise kritisiert, dass die Häuser in der zweiten Reihe in die Grünfläche des Ortsrandes hineinragen und die Lage der Häuser nochmals verschoben werden sollte. Vier Meter Abstand zu Großbäumen und zum Grünzug forderte das Sachgebiet Denkmalschutz. Rathaussachbearbeiter Hans Baumgartner erklärte, die Baugrenzen seien angepasst worden, um die Belichtung der Nachbargrundstücke zu gewährleisten. Diese Verschiebung in Richtung Westen sei in Absprache mit dem Landratsamt geschehen. Die betreffenden Häuser wurden so weit nach Nord-Osten gerückt, dass die Eingrünung in fünf Meter Breite wieder zur Verfügung stehe. Gemeinderat Martin Huber (Rep) war von dieser „unendlichen Geschichte“, wie er sie nannte, genervt. „Je enger aufeinander, desto schwieriger wird das Zusammenleben.“

Das Sachgebiet Immissionsschutz des Landratsamtes monierte wiederum, dass der Verkehrslärm zu Tag- und Nachtzeiten überschritten werde, weil zwei Häuser zu nah an die Straße gebaut würden. „Die Lärmpegelbereiche werden angepasst und wie vorgeschlagen ergänzt“, erklärte dazu Baumgartner. Das Staatliche Bauamt Freising stimmte zwar der Neuanbindung an die Kreisstraße ED 13 zu, forderte aber einen Ausbau mit Gehweg in einer Breite von 6,35 Meter. Zudem sollten die Einmündungsbereiche mit Eckausrundungen versehen und die Zufahrten für zweiachsige Müllfahrzeuge befahrbar sein.

Die ED 13 sei aktuell 5,5 Meter breit, sagte Baumgartner und betonte: „Mehr ist noch möglich.“ Bis dato sei diese Forderung für Hubenstein nie gestellt worden und deshalb auch nicht nachvollziehbar, weil damit die ganze Planung hinfällig wäre: „Müllfahrzeuge fahren dort nicht rein.“ Die Forderungen der Freisinger Behörde nach entsprechender Befestigung und Entwässerung wurden von der Gemeinde allerdings berücksichtigt.

Landwirtschaftsamt und Bauernverband wollten den Bestand der Landwirte im Dorf nicht gefährdet wissen, befürworteten die Eingründung, forderten allerdings, dass sie zu keiner Beschattung der landwirtschaftlichen Flächen führen dürfe. Zudem sollten beide Feldzufahrten uneingeschränkt nutzbar und fünf Meter breit sein.

Der Ausschuss stimmte dem Bebauungsplan schließlich unter Berücksichtigung der redaktionellen Ergänzungen und Anpassungen gegen die Stimme Maiers zu. mel

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