Das tägliche Verkehrschaos im Ortszentrum: Vom Attinger Weg auf die Landshuter Straße zu fahren, gestaltet sich stets schwierig. Foto: Lang

Mehr Schutz für Fußgänger

Verkehrsfluss kaum zu bremsen

Taufkirchen - Das leidige Thema Verkehr stand wieder einmal auf der Tagesordnung des Taufkirchener Gemeinderats. Verkehrsplaner Helmuth Ammerl vom Büro Obermeyer informierte das Gremium über eine mögliche Fußgängerschutzanlage im Ortszentrum.

Verkehrsexperte Ammerl hatte schon vor drei Jahren einmal eine Lösung für eine Querung an der Landshuter Straße Einmündung Attinger Weg und Rathausplatz vorgestellt. Damals verblieb man aber so, dass vor einer endgültigen Entscheidung mit einer Verkehrssimulation untersucht werden sollte, wie sich eine Ampel in diesem Bereich auf den Verkehrsfluss auswirken würde.

„Eine Simulation ist ein echter Leistungsnachweis, keine Spielerei“, betonte Ammerl und erklärte, dass alle bestehenden Verkehrsströme implementiert wurden. Ziel ist es, dass der Verkehr ortseinwärts nicht zustaut und zugleich der Verkehr vom Attinger Weg und vom Rathaus-Parkplatz komplett geräumt werden kann. Zählungen hätten ergeben, dass die Belastung am Nachmittag, nicht in der Früh, am höchsten sei, fuhr Ammerl fort. Pro Stunde seien es rund 1200 Fahrzeuge, also alle zwei bis drei Sekunden komme ein Fahrzeug. „Ein Verkehrsidyll bringen wir nicht hin“, gab der Verkehrsexperte zu, „auch mit der neuen Lösung nicht“. Auf den Hauptadern werde die Verkehrssituation ebenfalls nicht verbessert, aber auf den Nebenadern.

Die vorgestellte Lösung sieht eine Fußgängerschutzanlage auf Höhe des Hauses Eberle vor, die nicht nur vom Fußgänger, sondern auch über Induktionsschleifen, die man im Attinger Weg und in der Rathauszufahrt einbauen würde, ausgelöst werden kann. Vorsignale, aufgestellt vor diesen Einmündungen, würden eine bessere Ausfahrt von diesen Nebenstraßen ermöglichen. Um dies zu realisieren und eine Aufstellfläche für die Fußgänger zu schaffen, müsste aber der Einmündungstrichter der Rathauszufahrt vom Gebäude der VR-Bank etwas abgerückt und erweitert werden. Dies habe den Vorteil, dass sich für Fußgänger an der Ecke VR-Bank/Rathaus-Zufahrt die Verkehrssicherheit deutlich verbessere. Nachteil sei, dass ein Baum gefällt werden müsse.

„Das wollten wir eigentlich nicht mehr, Bäume rausreißen“, meinte Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU). Der Umbau wäre aber für die Fußgänger sicherlich ein Gewinn, und auch die Ausfahrt in die Landshuter Straße könnte damit an dieser Stelle verbessert werden. Von Ammerl wurde auch deutlich gemacht, dass es eine koordinierte Steuerung mit der Ampel am Marktplatz geben müsse, um so den Verkehrsfluss nicht zu beeinträchtigen. Auch empfahl er, in die weitere Planung die Einmündung Landshuter/Veldener Straße miteinzubeziehen, um unnötige Staus innerorts künftig zu vermeiden.

Martin Huber (REP) fand die Lage „momentan lebensgefährlich“. Durch eine Abschrägung der Rathaus-Zufahrt sei „schon was gewonnen“, falls die Schaltung funktioniere, schränkte er ein: „Ich hoffe, dass, wenn es neu wird, auch funktioniert. Es kostet bestimmt eine Stange Geld.“ Stefan Bachmayer (CSU) meinte: „Eine weitere Fußgängerampel sehe ich nicht ein. Die verlangsamt nur den Verkehr auf der Landshuter Straße rauf bis zur Vöttinger Straße. Dann brauchen wir dort auch eine Ampel.“

Die Einmündung an der Veldener Straße mit der Linksabbiegespur auf der B 15 sei schwieriger als die Einmündung der Vöttinger Straße, antwortete Hofstetter. Denn hier seien es ja „eigentlich drei Spuren“. Diese „absolute Gefahrenstelle“ sprach auch Huber noch einmal an. Er forderte, sie bei den neuen Planungen miteinzubeziehen. Die enge Kurve dort sei „hochbrisant“, da helfen auch die nachträglich angebrachten Poller nicht, um sie zu entschärfen, meinte er. „Ich halte es nicht für sinnvoll, alle 50 Meter eine Ampel zu installieren“, warf auch FW-Rat Korbinian Empl in die Debatte. „Mir wäre es lieber, wenn sich die zwei Banken zusammentun und eine Fußgängerüberführung bauen würden“, regte er an. „Horror“ sei es auch, rückwärts von den VR-Parkplätzen auf die Bundesstraße zu fahren, hakte Huber nochmal nach. Diese Parkplätze würden heute nicht mehr genehmigt, erklärte Ammerl dazu.

CSU-Rat Christoph Puschmann befürchtete, durch noch mehr Ampeln würde die Rücksichtnahme im Verkehr leiden, „dann lässt einen keiner mehr raus“. Der Zahnarzt plädierte dafür, nicht „Symptome zu behandeln“, sondern den Verkehr komplett aus dem Ort rauszubringen.

Das Gremium beschloss schließlich, den von Ammerl vorgeschlagenen Umbau der Einmündungen Attinger Weg und Rathauszufahrt durchzuführen, die Ampelanlage wurde jedoch zurückgestellt. Der Verkehrsplaner wurde beauftragt, die Verkehrsuntersuchung bis zu den Einmündungen Veldener und Vöttinger Straße zu erweitern und gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt eine Lösung auszuarbeiten, die den verkehrlichen Erfordernissen gerecht wird.

Birgit Lang

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