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Warten auf die Abrissbirne: Im September soll die Vilsarcade abgerissen werden. Fünf Häuser mit 45 Wohneinheiten werden auf dem Areal entstehen. Foto: Weingartner

Platz für 45 neue Wohneinheiten

Aus für die Vilsarcade

Taufkirchen - Die Vilsarcade mitten in Taufkirchen wird einer Wohnanlage weichen. Die Schloß Mehring GmbH baut dort 45 Wohneinheiten und investiert rund 14,5 Millionen Euro. Bereits im September soll mit dem Abbruch des Altbestands begonnen werden.

Als „Meilenstein der Ortskernsanierung Taufkirchen“ bezeichnete Bürgermeister Franz Hofstetter (CSU) bei einem Pressegespräch die „Neuordnung“ der Landshuter Straße. Der Gemeindechef stellte mit Kaufmann Stefan Inhauser und Geschäftsführer Martin Wimmer die Bauherrn vor. Die beiden Investorenvertreter erklärten ihr Wohnbauprojekt.

Hofstetter erinnerte zunächst, dass man schon seit langem überlegt habe, wie man die alte Vilsarcade nützen könnte. Ein Ausbau der bestehenden Gebäude sei „nur die zweite Lösung“ gewesen. Ein städtebaulicher Wettbewerb 2015 habe eine weit bessere Lösung gebracht.

Sieger war Eberhard von Angerer. Das Konzept des Architekten sieht eine Bebauung des Areals an den Rändern vor, damit kleine Höfe und grüne Innenflächen entstehen. Die Gebäude an der Landshuter Straße dienen als Lärmschutz. Hofstetter ist „froh“, dass es so gekommen sei und „diese Planung tatsächlich Realität wird“. Taufkirchen brauche Wohnraum. Das Projekt sei ein „städtebaulicher Gewinn“. Der Gemeinderat habe einstimmig den nötigen Bebauungsplan als Satzung beschlossen.

Wimmer und Inhofer präsentierten das rund 14,5 Millionen Euro teure Bauprojekt. Zunächst werden die alten Gebäude abgerissen. Das sei aufgrund der Größe mitten im Ort „eine Herausforderung“. Dann wird eine Tiefgarage gebaut, auf denen die fünf Wohnhäuser errichtet werden mit insgesamt 45 Wohneinheiten. Alle Gebäude haben einen Zugang zur Tiefgarage. Die gesamte Anlage sowie alle Wohnungen sind barrierefrei. Die Häuser (E+3 Stockwerke) an der viel befahrenen Landshuter Straße sind am höchsten und wirken als Lärmschutz. Durch die Situierung der Gebäude entstehen zwei kleine Innenhöfe mit Grünflächen. Auf der Südseite liegt die Anlage direkt an der Vils.

Alle Wohnungen haben einen Balkon, sagte Wimmer. Die Größe variiere zwischen 60 und 120 Quadratmetern. Interessenten müssten mit einem Quadratmeterpreis von rund 3400 Euro rechnen. Die Wohnungen direkt an der Landshuter Straße werden wohl etwas günstiger sein, erklärten die Investoren. „Es entstehen jetzt zwar mehr Gebäude“, erklärte Wimmer, „aber die Kubatur nimmt im Vergleich zur jetzigen Bebauung deutlich ab“. Die Investoren gehen davon aus, dass 2018 die Wohnungen bezogen werden können. Die Nachfrage „läuft bereits gut“. Etwa je 50 Prozent der Käufer erwerben die Eigentumswohnungen als Kapitalanlage oder zur Eigennutzung.

Für die Gemeinde gab’s noch ein Extra-Lob. Inhauser betonte, die Gemeinde Taufkirchen sei an Lösungen orientiert. In 20 Jahren habe er eine „so rasche baurechtliche Genehmigung“ noch nirgends erlebt.

Früher stand in dem Bereich an der Landshuter Straße der Metzgerwirt. Das Anwesen kaufte dann Carl Hierl. Der Gründer des Himolla Polstermöbelwerks baute dort eine Schreinerei. Die war schnell zu klein und Himolla zog ein paar hundert Meter weiter. Mitte der 60er-Jahre ließ sich die Schreinerei Maikäfer dort nieder. Daraus entstand das Möbelhaus Maikäfer und Miesl. Die immer größere Konkurrenz sorgte nach rund 35 Jahren allerdings Anfang 2000 für das Aus des kleinen Möbelhauses, das damals Konkurs anmelden musste. Danach wurde daraus die Vilsarcade, ein Geschäftshaus mit verschiedenen Nutzungen.

Hermann Weingartner

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