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Verschworene Gemeinschaft: Ohne die ehrenamtlichen Helfer könnte der Bauernmarkt nicht existieren. Auch den neuen Anstrich des Pavillons meistern gemeinsam (vorne, v. l.) Rosi Maurer und Lisa Maier, sowie (oben, v. l.) Josef Galler, Renate Stadler, Kurt Empl, Franz Lenz und Günter Mayr.  

Vilstaler Bauernmarkt

Zusammenhelfen ist das Motto

Moosen – Den Moosener Bauernmarkt gibt es seit 2003. Er ist mittlerweile eine Institution im Taufkirchener Gemeindeteil. Aber ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer, die im Hintergrund wirken, würde er nicht funktionieren.

Wenn der Kurt einsagt, dann kommen sie; nicht alle, aber immer recht viele. Kurt Empl ist Gemeinderat in Taufkirchen, Schriftführer bei den Moosener Schützen und Vorsitzender sowie Manager des Vilstaler Bauernmarktvereins. Er ist nicht nur Stammgast jeden Freitag- und Sonntagnachmittag beim Kaffeeklatsch am Moosener Bauernmarkt, direkt neben dem Vilstal-Radweg. Er ist zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern vor allem immer da, wenn er gebraucht wird. Empl steht gerade, wenn es Probleme gibt, sucht im Team nach Lösungen und schiebt an, wo es geht.

So auch unlängst, als der Holzpavillon wieder einmal gestrichen werden musste. Nun schon zum dritten Mal seit Bestehen des Gebäudes am Moosener Dorfplatz. Kalt und regnerisch war es, einfach unkommod. Aber das hielt ihn und seine Mitstreiter nicht von der Arbeit ab. Empl war schon vor 13 Jahren beim Bau des Pavillons neben Sepp Galler, Günter Mayr, Franz Lenz und anderen eine der treibenden, ehrenamtlichen Kräfte. Auch den alten Heuwagen, das urige Werbeschild des Bauernmarktes neben der Straße, haben sie schon gemeinsam in einer ihrer regelmäßigen Samstagsaktionen hergerichtet. Sie alle waren 2003 Gründungsmitglieder und sind seither mit Herzblut bei der Sache. „Ich mach das einfach aus Idealismus für Moosen, dass man hier einkaufen kann und die Leute dazu kein Auto brauchen“, sagt der Vorsitzende, und den anderen geht es ähnlich.

Da ist beispielsweise der Galler Sepp. Jeden Marktfreitag ist er neben Marktleiterin Rosi Maurer der Erste der kommt und der Letzte der geht. „Er ist der Hausmeister, das Mädchen für alles und nimmt sich immer die Zeit, wenn man ihn braucht“, sagt Empl. Als gelernter Elektriker ist Galler überall bestens zu gebrauchen. Ob es darum geht, die Kaffeemaschine instand zu halten oder die Spülmaschine mal wieder zu reparieren. Galler stellt die Biergarnituren und Sonnenschirme auf, baut sie wieder ab, schiebt die Gemüsestellage an ihren Platz und trägt einmal im Monat die Wurfsendungen aus. Er hilft nicht nur tatkräftig mit, er kümmert sich auch um das statistische Zahlenmaterial, das er akribisch auf dem Laptop für die Jahreshauptversammlung vorbereitet.

Einer, der eher im Hintergrund arbeitet, ist Kassier Wolfgang Schwarz. Er ist für die Versicherungen, sowie Strom-, Gas-, Wasser- und Lohnabrechnung zuständig. Das ist kein Pappenstiel. Denn die Energiekosten sind nicht unerheblich, und das Verkaufsteam zählt mit Springern zehn Köpfe. Finanziert wird alles von der Umsatzpauschale der rund 30 Anbieter und den Beiträgen der 65 Mitglieder.

Eine, die wie Schwarz unauffällig aber effektiv im Hintergrund werkelt, ist Doreen Laubsch. Sie beginnt zu arbeiten, wenn alle anderen fertig sind. Nach jedem Markttag sitzt sie noch lange über den Abrechnungen. „Zwei Stunden sind es pro Woche, wenn’s reicht“, meint Manager Empl. Denn sie muss nicht nur die Lieferscheine der Anbieter mit den verkauften Waren akribisch abgleichen, sondern auch alle Zahlen in die EDV einpflegen und den Umsatz der Anbieter sowie ihre Unkostenbeiträge berechnen.

Unverzichtbar für den Bauernmarktverein ist auch Günter Mayr, Bauamtsleiter der Gemeinde Taufkirchen. Er ist Experte und Ansprechpartner in allen verwaltungstechnischen Fragen und übernimmt alle Behördengänge. Mayr kümmert sich zudem um den Internetauftritt und einmal im Monat um den Ausdruck der Abrechnungen, die er von Laubsch erhält. „Einmal im Jahr, im Winter, bringe ich alles auf Vordermann“, erklärt er bescheiden. Dass all die neuen Vorschriften, Satzungen und Marktordnungsanpassungen auch in sein Ressort fallen, findet er nicht erwähnenswert. Das macht er gerne nebenbei mit – und kauft am Markt auch fleißig ein. Das ist für die engagierten Ehrenamtlichen selbstverständlich, dass sie für Umsatz am Bauernmarkt sorgen, weil sie von den Produkten überzeugt sind.

Bei der Malaktion am Pavillon helfen auch drei Frauen mit: Marktleiterin Rosi Maurer, Kuchenbäckerin Lisa Maier sowie die stellvertretende Vorsitzende und Anbieterin Renate Stadler. „Lauter gute Seelen“, sagt Maurer. Wie auch das Verkaufsteam. Es sind lauter Ortsansässige, vom Studenten bis zur Rentnerin, von der Metzgereifachverkäuferin bis zur Bankangestellten. Und es macht allen unbändig viel Spaß.

Dass es den Anbieterinnen Maier, der Erfinderin der Bauernmarkttorte, und Stadler, Schmalzbäckerin und Ziegenkäserin, nicht nur um Umsatz geht, zeigt ihr Arbeitseinsatz am Wochenende. „Zusammenhelfen ist unser Motto“, beteuert Stadler. Maurer ist froh, dass auch die 2. Vorsitzende so anpackt. „Sie ist so engagiert und quirlig, immer da, wenn sie gerufen wird, ein Workaholic und ein Feier-Biest“, wie sie erzählt. Denn zur guten Stimmung im Verein trägt auch die Geselligkeit bei. Und beim Feiern sind der Empl Kurt und die anderen auch gerne an vorderster Stelle dabei.

Geöffnet

hat der Vilstaler Bauernmarkt vor der Winterpause noch bis zum 23. Dezember, jeweils freitags von 10 bis 16 Uhr. Infos gibt es unter Tel. (01 76) 98 43 54 51 oder www.bauernmarkt.hps4u.net. 

Birgit Lang

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